Was tun gegen Kindesmissbrauch?


Quelle: starke-meinungen.de

Es müsste sich inzwischen herumgesprochen haben, dass der sexuelle Missbrauch weder ein rein katholisches noch ein reformpädagogisches Problem ist.

Von Alan Posenerstarke-meinungen.de

Dem ist aber nicht so.

Die Leute von „Wir sind Kirche“ reiten immer noch auf dem Zölibat herum, als sei jeder Mann, der keusch leben will, ein potenzieller Päderast. Josef Kraus, Erika Steinbach und andere konservative Bildungspolitiker reiten ihrerseits auf dem pädagogischen Eros herum, als sei jeder Lehrer, dem das Kind wichtiger ist als der Stoff, ein potenzieller Gerold Becker.

Dem ist aber nicht so.

Von der schlicht und einfachen Tatsache, dass alle sechs Minuten in Deutschland ein Kind missbraucht wird, in den allermeisten fällen in seiner eigenen Familie, wird so eisern geschwiegen wie im Vatikan Joseph Ratzingers über die Regensburger Domspatzen und in Gerold Beckers Berliner Wohnung über die Odenwaldschule.

Es gibt Gründe für und wider den Zölibat. Der Schutz katholischer Kinder vor Missbrauch gehört nicht dazu. Es gibt Gründe für und wider die Reformpädagogik. Der Schutz der Kinder vor Missbrauch gehört nicht dazu.

Kinder müssen vor Missbrauch geschützt werden, egal welche Schule sie besuchen und welche Religion ihre Eltern ihnen vorschreiben. (Von den islamischen Madrassen ist noch kaum die Rede gewesen!) Dabei ist es wichtig zu differenzieren. Ein Junge oder ein Mädchen von, sagen wir, zwölf Jahren ist heute, da die Aufklärung Pflicht ist und die Öffentlichkeit aufgeklärt ist, eher in der Lage, einen unerwünschten Vorstoß in seine Intimsphäre zu erkennen und abzuwehren als ein Kind von sechs oder auch zehn Jahren. Was nicht heißen soll, dass etwa die Anmache dreizehnjähriger Mädels durch einen Lehrer zu bagatellisieren oder gar zu billigen wäre.

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3 Comments

  1. Dieser Text von Alan Posener gehört nicht zu seinen besten. Lesenswert sind eher die Kommentare auf der Website der Quelle, die auch mit Sachkritik an Poseners Vorschlägen nicht sparsam umgehen.

    Zitat: Es gibt Gründe für und wider den Zölibat. Der Schutz katholischer Kinder vor Missbrauch gehört nicht dazu.
    Dem z.B. kann ich nicht zustimmen. Nur weil es keine direkte, unmittelbare Kausalkette zwischen den beiden Fakten gibt (also etw wo Z. da zwingend M.), so gibt es doch allemal eine mittelbare Verursachung durch das Zölibat.

    Noch gibt es keine empirischen Analysen (oder sie sind mir nicht bekannt), aber eine höhere Wahrscheinlichkeit (wenn Z. dann Missbrauch ante portas) wäre wohl anzunehmen. Kirchenambiente schafft jede Menge bester Gelegenheiten für Übeltäter. UND wo sonst gibt es so etwas, dass die Opfer jahrzehntelang schamhaft schweigen?

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  2. Als ehemaliger Messdiener (keine Sorge: Nichts passiert) halte ich es für wichtiger, Messdiener durch trainierte Affen zu ersetzen. Man muss auch mal sagen, dass die Tätigkeiten eines Messdieners _problemlos_ durch einen trainierten Schimpansen erledigt werden können. Es gibt überhaupt keinen Grund, dafür Kinder einzusetzen.

    Und sollte ein Priester mal versuchen, sich an einem Affen zu vergehen, wird der Affe sich zu wehren wissen und ihm das Gesicht abbeissen.

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  3. Ich empfinde den Versuch von kirchlichen Vertretern, Kindesmißbrauch als ein auch ausserhalb der Kirche verbreitetes Verbrechen beschreiben zu wollen, als vergeblichen wie unerhörten Verteidigungsversuch. Klingt wie: „Leute, was wollt ihr von UNS? Das passiert doch überall.“ Wieder ein Schlag ins Gesicht für die Opfer.
    Ein Herr Herr Thierse stellt sich in die gleiche Reihe dieser „Verteidiger“, wenn er öffentlich äußert,daß kirchliche Einrichtungen Menschen mit gestörter Sexualität anziehen würden. Das die kirchlich/ religiöse Erziehung für solche Störungen verantwortlich sein könnten, käme ihm wohl nicht in den Sinn.
    Kurzum: Generell betrachte ich die religiöse Erziehung KLEINER KINDER als Mißbrauch.
    -Big Brother im Himmel
    -bestrafung der Verstorbenen in der Hölle – EWIG!
    -Bestrafung für Gedankenverbrechen
    -Bestrafung und Belohnung als Grund für Moral
    -Ablehnung der wissenschaftlichen Methode
    -Galuben ohne Beweise und es für eine Tugend halten
    Die Liste ist lang…

    Gruß
    mmkretsch

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