Der Piranesi-Stich und das Strafrecht


Sind Walter Mixas Finanzgebaren auch strafrechtlich relevant?

Von Albert Schäffer – MünchenFAZ.NET

Im Fall des katholischen Augsburger Bischofs Walter Mixa drohen sich in der öffentlichen Debatte zwei Handlungsstränge zu verwirren. Zum einen geht es bei den Vorwürfen gegen den Geistlichen darum, wie er es in der Vergangenheit mit körperlicher Gewalt gegenüber Kindern gehalten hat. Hier besteht noch einiger Aufklärungsbedarf, zumal Mixa seine ursprünglichen Angaben korrigieren musste.

Zunächst hatte er ausgeschlossen, jemals gegen Kinder Gewalt „in irgendeiner Form angewandt“ zu haben; am vergangenen Freitag gab er dann „Watsch’n“ zu, die zu ihrer Zeit aber „vollkommen normal“ gewesen seien.

Der zweite Handlungsstrang sind die Vorwürfe finanzieller Unregelmäßigkeiten – und hier muss der Verdacht, dass sich Mixa über Jahre des strafrechtlichen Tatbestands der Untreue schuldig gemacht hat, als sehr konkret und substantiiert bezeichnet werden.

Zum Wochenende hin hat ein Sonderermittler einen Zwischenbericht einschließlich von Beweismitteln in Kopie vorgelegt, die teilweise Mixas Unterschrift tragen. Diese weisen eine Dichte auf, die bei einem leitenden Angestellten eines privaten Unternehmens oder einem hohen Beamten jenseits strafrechtlicher Ermittlungen zu unmittelbaren Folgen führen würde – sprich: der vorläufigen Suspendierung von seinen Aufgaben.

Mixa war von 1975 bis 1996 als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Vorsitzender des Kuratoriums der dort ansässigen Katholischen Waisenhausstiftung. Der der Ingolstädter Rechtsanwalt Sebastian Knott, den die Stiftung als Sonderermittler eingesetzt hat, beschrieb nun in seinem Zwischenbericht den rechtlichen Rahmen, der für Mixa galt.

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4 Comments

  1. Man hatte die USA, Irland, hier und da in Südamerika, jetzt Deutschland … wie lange wird es dauern, bis Afrika, Asien und alle Anderen mit Erinnern und Reden dran sind? Da hat es doch zuhauf missionarischen Eifer gegeben.

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  2. Ich habe die Hoffnung, dass jetzt die vielen ähnlich gelagerten Fälle von Unterschlagung etc. bundesweit aufgedeckt werden.

    Bisher konnten sich die Herrn Mixa und Co. recht frei und unverschämt am Vermögen der Allgemeinheit (und vor allem Schwächeren und Bedürftigen) bereichern und niemand wollte es hören.

    Jetzt sind alle, die wissen welche Leichen in den Kellern der Kirchen liegen, aufgerufen sich zu melden und endlich das wahre Gesicht dieser Verbrecher zu veröffentlichen.

    Die Schonzeit gilt als beendet!

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  3. Halten wir fest:
    1. ist er ein Lügner,
    2. ist er gewalttätig,
    3. erfüllt er den Straftatbestand des Betrugs.

    Ich finde es irgendwie prima, dass er nicht zurücktritt.
    Da muss noch viel mehr hervorgewühlt werden, bis die Vereinsmitglieder ihn achtkantig werfen.

    Auf dem Wege dahin merken vielleicht noch ein paar Vereinsmitglieder, dass der Grund für den Verein auch gelogen ist.

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