Totentaufe in der Geisterwelt


Missionar in der Geisterwelt

Von Dirk GrupeSZON

Genealogische Forschungsstelle der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Weingarten hat ein neues Lesegerät. Unspektakulär? Mitnichten, das Gerät ermöglicht nicht weniger als die Rettung der Seele. Ein Ortstermin zwischen Himmel und Hölle.

Die Rettung von Lebenden wie Toten geht vom Gewerbezentrum Hähnlehof aus. Im Erdgeschoss werden Motorroller verkauft, auf den Stockwerken machen Versicherer und Immobilienmakler ihre Geschäfte, unterm Dach sitzt Reinhard Staubach. Ein Heiliger.

Heilige nennen sich die Mitglieder der Kirche Jesu Christi, die für sich beanspruchen, die wahren Christen zu sein. Ein hoher Anspruch mit bescheidenem Auftreten. Staubachers Büro ist kaum größer als eine Pappschachtel. Grauer Teppichboden, schlichter Holzschreibtisch, dahinter ein Heiliger, der Schnurrbart trägt und ein gütiges Lächeln. Nur bei manchen Fragen zögert er, blickt etwas irritiert. Aber man muss ja mal nachfragen, wie das so ist — das mit der Geisterwelt.

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1 Comment

  1. Auch nicht so weit von der kath. Vorstellung, dass Seelenmessen und aehnliches die Wartezeit im Fegefeuer reduzieren wuerden.

    Am Rande: Bei den Mormomen sind noch ganz andere „Bluethen zu pluecken“.

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