Wie Herman Braun wurde


Bild: (c) AP (FRITZ REISS)

Von ANNE-CATHERINE SIMON (Die Presse)

In „Das Eva-Prinzip“ kritisierte Eva Herman die Frauen-Emanzipation, Kritiker warfen ihr Nähe zum Nationalsozialismus vor. Nun beschreibt die ehemalige Moderatorin am eigenen Beispiel, wie Rufmord funktioniert.

Wer erinnert sich an Eva Herman? Vor wenigen Jahren noch machte sie Schlagzeilen mit ihren Büchern „Das Eva-Prinzip“ und „Prinzip Arche Noah“. Die Nachrichtensprecherin der norddeutschen „Tagesschau“ war mit 35 Jahren Mutter geworden und hatte begonnen, ihre Karriere infrage zu stellen. Nun trat sie mit erzkonservativen Thesen gegen die Frauen-Emanzipation an, mit Sätzen wie: „Aufgrund ihrer Veranlagung sind Frauen viel eher in der Lage, das Haus heimelig zu machen und Apfelkuchen zu backen.“ Frauen seien besser als Männer für Haushalt und Kindererziehung geeignet, Mütter sollten länger bei ihren Kindern bleiben und „das Recht auf die traditionelle Rolle als Frau und Mutter“ haben.

Gender-Mainstreaming sei „das größte Umerziehungsprogramm der Geschichte“, schreibt Eva Herman nun in „Die Wahrheit und ihr Preis“. Vielleicht ist ihr neues Buch ja nicht zuletzt wegen solcher Thesen im deutschen Kopp Verlag erschienen – dem Spezialisten für Verschwörungstheorien. Doch derlei Behauptungen dürften nicht der einzige Grund sein, warum kein ernst zu nehmender Verlag sich des neuen Herman-Buchs annimmt. Immerhin hatte vor Jahren sogar das renommierte Politikmagazin „Cicero“ die Moderatorin zur Vorstellung ihrer Thesen eingeladen – und die waren schon damals alles andere als subtil.

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4 Comments

  1. Eva Herrmann ist der Meinung dass eine Frau in der traditionellen Frauenrolle das beste Leben führt. Dies mag für sie und einige andere Frauen gelten, aber bestimmt nicht für alle. Trotzdem ist es eine valide Meinung und der Diskussion wert. Sie deshalb gleich den Nazi’s nahezustellen ist einfach bösartig. Und nur weil man irgendein Detail bei Hitler besser fand als heute ist man noch lange kein Nazi.

    Irgendwie ist die öffentliche Meinung dergestalt, dass alles, aber auch wirklich ALLES im dritten Reich schlecht böse und gemein war. Das ist natürlich albern. Wenn man auch nur in der Beurteilung der Lieblingsmusik mit Hitler übereinstimmt ist man gleich ein Nazi. Das ist quasi eine Reflexreaktion.

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  2. hahaha. ier hat jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht.

    Daß Frauen ncht arbeiten mußten, das galt doch nur für eine kleine Anzahl von reichen Ehefrauen.

    Die mehrheit der Frauen und Mütter MUSSTE die Familien selbst durchbringen. Zumal – nicht jeder, aber doch ausreichend viele – Männer und Väter es irgendwie leichter fanden, sich freundlich zu empfehlen.

    die bürgerliche Frau, die nur so daheim und mit Personal umgeben einen besinnlichen Lebensstil pflegte (und ihre zahlreichen Neurosen), das war die Minderheit.

    Schon eine einfache Überschlagsrechnung sollte das zeigen.

    Frau Herrmann kann ja propagieren, was sie will. Aber insofern ähnelt sich Deine und ihre Argmentation. Eine große Anzahl von Menschen sind bei Euch einfach nicht vorhanden…

    Bei ihr sind es die Frauen gewesen, die durch die nazis als rassisch minderwertig diffamiert wurden.

    Bei dir sind es die Frauen und Mütter, die gezwungen sind, sich und die Kinder irgendwie durchzubringen.
    Meine Großmütter und Urgroßmütter waren keine solchen Begüterten. Die haben geschuftet, daß die Schwarte knackte.

    Oder zählen die bei Dir nicht als Frauen?
    Dann interessiert mich mal Deine Definition von „Frau“, lieber Argus.
    Augen auf, Jungchen, und nie oben ohne.
    also ohne Hirn…

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  3. Egal, wie man zu den Thesen von Eva Herman stehen mag: Sie hat unglücklich argumentiert und wurde (bewußt ?)falsch interpretiert. Jedenfalls war der Rausschmiss bei J.B. Kerner skandalös. Ihr eine Nähe zur Nazi-Ideologie zu unterstellen war eine bewußte, unwahre Unterstellung, wie sich bei den späteren Gerichtsverhandlungen ja auch herausstellte.

    Auf die Frage, ob sie für oder gegen die Emanzipation sei, gab mir eine Frau in einer Diskussion die folgende Antwort: „Ich bin gegen die Emanzipation, ich gebe doch nicht freiwillig Vorteile und Vorrechte auf !“ Dies ein kleiner Hinweis darauf, dass jede Medaille nun mal zwei Seiten hat.

    Unbestritten dürfte sein, dass die Emanzipation der Frau der Gesellschaft insgesamt nur teilweise (scheinbare) Vorteile gebracht haben. Während es heute oft unverzichtbar ist, dass beide Elternteile für den Lebensunterhalt arbeiten müssen, war dies in früheren Zeiten kein generelles Muß. Es genügte im Normalfall der Verdienst des Mannes. Zudem kann von echter Emanzipation solange keine Rede sein, wenn Frauen bei gleicher Leistung überwiegend weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Hinzu kommt, dass bei Doppelverdienern Defizite bei der Kindererziehung auch nicht durch Krippen und Tagesstätten wettzumachen sind. Das Recht der Kinder auf zumindest einen stets präsenten Elternteil wird dabei vernachlässigt.

    Das grundlegend Ungerechte bei der Emanzipation ist die Tatsache, dass es ausschließlich Frauen sind, die Kinder 9 Monate lang austragen und gebären müssen, was sie zumindest zeitweise zur Unterbrechung oder gar zur Aufgabe ihrer beruflichen Karriere zwingt. Von echter Emanzipation kann erst dann die Rede sein, wenn auch Männer die Rolle des Gebärenden übernehmen können. Allein schon an meinem bescheuerten Kommentar wird die Vielschichtigkeit der Herman’schen Thesen so richtig deutlich. Eva Herman hat sich ein Thema vorgenommen, welches nur Konflikte birgt für die es keine allgemeinverbindlichen Lösungen gibt.

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  4. Nun, wie auch immer es wirklich gelaufen ist – sie irrt schlicht.

    Wahr ist ja, daß die Nazis das Kindergeld und den Mutterschaftsurlaub erfunden haben.
    Aber eben – nur für die Mütter, die bestimmte voraussetzungen mitbrachten. alle anderen galten nicht mal richtig als Mensch.

    Und um über eine „VEranlagerung der Frau“ zu referieren, hm, ob die gute Eva da wohl die richtigen Expertise-Grundlagen zu bieten hat?
    Kann man geteilter Meinung sein.

    Sie hätte halt ihre eigene REgel für sich behalten sollen – und sich selbst dran halten!
    Apfelkuchen backen und Wiegenliedchen singen.
    Hätte ihr einigen Ärger erspart.
    Nicht wahr?

    Ich jedenfalls hab noch nie Geld ausgegeben für Werke dieser Dame – und werde mein Geld auch weiterhin für mich behalten.

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