Von den Zecken lernen


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Zecke Großaufnahme (CC-by-sa/2.5/en by Aka)

Zuletzt hatten wir auf dem Brightsblog reichlich Katholizismus-Kritik. Da ist in Deutschland derzeit einfach viel los, ständig werden neue Skandalmeldungen öffentlich. Mixa, Müller, Meisner sowie Missbraucher und kein Ende. Aber dann tut es gut, doch mal wieder ganz woanders zu graben. Wie steht es zum Beispiel mit der Bionik?

Den mit 10.000 Euro dotierten internationalen Bionic-Award 2010 haben zwei junge deutsche Forscher, Felix Förster und Markus Hollermann, erhalten. Ihre Erfindung eines neuartigen Dübels haben sie der Natur abgeschaut, genauer diesen gefürchteten kleinen Viechern namens Zecken. 

Diese gefährlichen Überträger der Hirnhautentzündung und Borreliose lauern im Wald und im Garten auf warmblütige Lebewesen wie z.B. Menschen. Dann  lassen sie sich auf diese fallen, beißen sich fest, um sich dann in deren Haut zu bohren und Blut für ihre Brut zu saugen. Wie sie ihre Verankerung im Wirtstier (Mensch) bewerkstelligen, das ist tatsächlich erforschenswert. Der Wikipedia-Artikel  Zeckenstich ist erfreulich gut gestaltet.

Dübel haben eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte. Doch perfekt sind sie nicht. Das Studium der Zecken hat eine Innovation auf diesem Gebiet ermöglicht.  Die Frage stellt sich, warum das nicht schon vor Jahren geschehen ist. Ist die Bionik eine so neue Richtung in der Wissenschaft? Und wenn, warum?

An zwölf Hochschulen in Deutschland kann man gegenwärtig laut Website des Bionik-Kompetenz-Netzes Bionik-Studiengänge finden. Das ist für die junge Forschungs-Disziplin und bei den bekannten deutschen Bürokratie-Verhältnissen doch gar nicht mal so schlecht ausgebaut. Es werden wohl noch deutlich mehr werden.

Die exzellente kleine Umweltredaktion des Deutschlandfunks hat dazu einen guten Überblicks-Artikel geliefert. Zu diskutieren wäre: bildet so ein Artikel die Lage der Forschung am Beispiel adäquat ab? Kann so eine kleine Redaktion mit werktäglich 25 Minuten Sendeplatz überhaupt mehr leisten als Unterhaltung mit naturwissenschaftlichen Inhalten? Wie sollte Wissenschaftsjournalismus aussehen, ist das da gut getroffen? – Kuro Sawai

Quelle: Deutschlandfunk

Zecke als Vorbild
Der Bionik-Award ehrt Erfindungen aus der belebten Natur
Von Susanne Schrammar

Die Zecke – ihren Biss fürchten viele, doch ihr Gebiss inspirierte nun zwei Bioniker. Sie untersuchten, wie das Insekt sich in die Haut verbeißt, und verwenden diese Technik nun – für Dübel.

Heimwerker kennen das Problem – in Leichtbau- oder Gipskartonwände gedrehte Schrauben sind oft nicht stark belastbar, weil die Dübel es schwer haben, einen Halt zu finden. Und genau da kommt die Zecke ins Spiel.

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3 Comments

  1. @kuro:
    Sagen wir mal so: Ich habe das Blog über meine eigenen antitheistischen Triebe gefunden, freue mich aber jedesmal, wenn auch mal reine Wissenschaft vorkommt und nicht nur als Argument gegen irgendeinen religiösen Quatsch.

    Zum Thema Bionik gibt es drei geile Videos von Robert Full auf der TED-Seite:
    http://www.ted.com/speakers/robert_full.html

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  2. @kuro:

    Diese gefährlichen Überträger der Hirnhautentzündung und Borreliose lauern im Wald und im Garten auf warmblütige Lebewesen wie z.B. Menschen. Dann lassen sie sich auf diese fallen, beißen sich fest,

    Das ist eine Legende und stimmt nicht. Die Viecher krabbeln im Gras und im Unterholz rum und kommen eigentlich eher von unten als von oben.

    Aber ansonsten mal ein erfrischend anderes Thema nach dem ganzen Religetöse.

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    1. @Yeti
      Ich schätze, du wirst wohl recht haben. Die Biester krabbeln tatsächlich eifrig durch die Landschaft und auf dem Wirtstier/menschlichen Körper herum. Lästig aber notwendig, sich nach Waldspaziergängen oder Gartenaufenthalten ohne lange Hosen und feste Schuhe immer am ganzen Körper unter der Dusche nach ihnen abzusuchen.

      „Religetöse“ ist hart (aber herzhaft) ausgedrückt. Fandest Du das wirklich so erdrückend — auf ein zu enges Themenfeld zusammengeschnurrt? Würde mich interessieren, ob das vielen so ging?

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