Bibelarbeit mit Putschisten-Kardinal


Verteidigt Putsch, verharmlost Morde: Kardinal Rodríguez

Von Harald NeuberPortal amerika21.de

Kirchentag in München bietet honduranischem Kardinal und Putschisten Rodríguez Maradiaga ein Podium. Veranstalter schweigen zu Kritik

Während die EU nach internationalen Protesten eine Einladung an den De-facto-Präsident von Honduras, Porfirio Lobo, zurückgenommen hat, wird einem prominenten Fürsprecher des Staatsstreiches in dem mittelamerikanischen Land in Deutschland ein Forum geboten: Der honduranische Kardinal Oscar Rodríguez Maradiaga nimmt an dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München teil.

Rodríguez hatte den Militärputsch gegen den letzten demokratisch gewählten Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, mehrfach verteidigt und die tödliche Gewalt gegen Aktivisten der Demokratiebewegung verharmlost. Laut Programm des Kirchentags wird der Kirchenfunktionär am Freitag und Samstag an vier Veranstaltungen auf dem Messegelände in München teilnehmen. So will der Putschist Rodríguez mit den deutschen Gästen unter anderem „Bibelarbeit“ leisten. Menschenrechtsorganisationen haben dagegen Proteste angekündigt.

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3 Comments

  1. Protestanten und Katholiken haben eines gemeinsam: Nicht nur das Denken, sondern auch das Gewissen wird ausgeschaltet, wenn es um gemeinsame, oekumenische Bibelarbeit geht und dies der Verbreitung des Wort Gottes dient. Da werden dann eben Prioritäten gesetzt und schon mal ein Auge zugedrückt, wenn ein kardinaler Unterstützer eines antidemokratischen Putsches sich am religiösen Geschwafel beteiligt. Der Mann ist immerhin ein Kardinal und damit eine moralische Instanz.

    Die Solidarität der Scheinheiligen funktioniert eben auch in der Oekumene und das gläubige Volk nimmt’s wie gewohnt unkritisch hin. Nur bei der unheimlich bedeutungsvollen Frage bezüglich des gemeinsamen Abendmahles zeigen sich die Unterschiede. In moralischen Fragen hingegen ist man sich – wie das vorliegende Beispiele beweist – allemal der gleichen Meinung ! Eine Scheißmoral ist das ! Mit solchen Leuten möchte ich um kein Geld der Welt am gleichen Tisch sitzen und gemeinsam mit ihnen das Abendmahl einnehmen. Schon gar nicht möchte ich mit dieser Bande zusammen frühstücken. Das würde ja voraussetzen, dass ich eine ganze Nacht in ihrer Nähe verbringen müßte !

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  2. Das US Department of State, sicherlich linker Untriebe unverdaechtig, beschreibt in seinem offiziellen Bericht an den US-Congress die Menschenrechtlage in Honduras wie folgt:

    „The following human rights problems were reported: unlawful killings by members of the police and government agents; arbitrary and summary killings committed by vigilantes and former members of the security forces; harsh prison conditions; violence against detainees, and corruption and impunity within the security forces; lengthy pretrial detention and failure to provide due process of law; arbitrary detention and disproportionate use of force by security forces after the June coup; politicization, corruption, and institutional weakness of the judiciary; erosion of press freedom; corruption in the legislative and executive branches; limitations on freedom of movement and association; government restrictions on recognition of some nongovernmental organizations (NGOs); violence and discrimination against women; child prostitution and abuse; trafficking in persons; discrimination against indigenous communities; violence and discrimination against persons based on sexual orientation; ineffective enforcement of labor laws; and child labor.“

    Es folgt eine laengere Aufzaehlung von politischen Morden, Verhaftungen, Mishandlungen, etc.

    Zum Nachlesen:

    http://www.state.gov/g/drl/rls/hrrpt/2009/wha/136117.htm

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  3. wundert sowas wirklich noch?

    bei diesen kirchen weiß doch nie jemand was, egal ob da ein bischof nazi-parolen ausgibt, kinder missbraucht oder mal einen putsch unterstützt.

    wieso sollten da ausgerechnet die veranstalter was von wissen? die sind doch alle nur fromm und fröhlich und überglücklich, dass jesus ihr herz berührt hat.

    außer den üblichen propaganda-parolen à la „wie sind so toll“, „wir sind so super sozial und total engagiert“ hört man doch eh nix.

    kritiker werden erst gar nicht eingeladen oder zum schweigen gebracht.

    das übliche halt.

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