Ein heiliges silentium secretum


Erst im April dieses Jahres wurde das Schweigegebot Groers aufgehoben, Quelle: der Standard.at

Ein bisher unbekanntes Schreiben Kardinal Groers scheint die Vertuschung durch den Vatikan zu belegen. Ein neuer Zeuge behauptet: Rom und Österreichs Bischöfe wussten über den sexuellen Missbrauch durch Groer weit früher Bescheid als zugegeben.

Von Otmar Lahodynskyprofil.online.at

Ein handschriftlicher Brief sorgt derzeit in der katholischen Laien-Plattform „Wir sind Kirche“ für Aufregung. Obmann Hans Peter Hurka hat ihn von der Witwe eines Freundes von Kardinal Hans Hermann Groer erhalten. Geschrieben hat ihn der ehemalige Wiener Erzbischof im Mai 1998, als er in der vom Vatikan verfügten Verbannung im Frauenkloster Goppeln bei Dresden lebte.

Groer zeigt sich in dem Schreiben weiterhin ohne jede Reue und Einsicht. Er habe „Tausende“ Briefe erhalten, Krankheit und Übersiedlungen sowie das, „was die Medien Fall Groer zu benennen pfleg(t)en“, ­überstehen müssen. Und dann folgt ein ­bemerkenswerter Satz: „Durch ein ‚heiliges‘ Silentium, ‚secretum‘ lange verpflichtet, veröffentlichte ich eine mir vorgelegte ‚Erklärung‘, fühlte aber, dass viele sie nicht als ­genügend finden würden, wie das auch mit den 3 ‚Erklärungen‘ von ’95 war.“

Vorgelegte Erklärung? Schweigeverpflichtung? Für Hurka ist diese Stelle ein klarer Beleg für die vom Vatikan betriebene Vertuschung der Causa ­Groer: „Für mich ist daraus eindeutig erkennbar, dass es Aktionen gegeben hat, die zum Ziel hatten, nicht alles an die Öffentlichkeit zu bringen. Ich vermute dahinter vatikanische Emissäre oder aus dem Vatikan ausdrücklich beauftragte sehr unterwürfige örtliche Machthaber.“

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2 Comments

  1. „Rom und Österreichs Bischöfe wussten über den sexuellen Missbrauch durch Groer weit früher Bescheid als zugegeben.“

    Überraschung, Überraschung.

    Wer hätte gedacht, dass die Kirche lügen könnte?

    Liken

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