Zensur und Steuern für YouTube


Quelle: s2.hubimg.com

YouTube ist in der Türkei seit zwei Jahren gesperrt und selbst andere Google-Dienste werden seit kurzem dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Steuern will die türkische Regierung jedoch vom YouTube-Besitzer Google sehen.

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Die Netzsperren gegen YouTube stoßen bei den türkischen Nutzern auf äußerst geringes Interesse, da sich die Sperren durch die Verwendung von Proxy-Seiten leicht umgehen lassen. Täglich gibt es Millionen YouTube-Zugriffe aus der Türkei. Selbst türkische Spitzenpolitiker wie etwa Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bekannte sich dazu, trotz der Sperre YouTube-Videos anzusehen. Da viele türkische Bürger dies ähnlich sehen, ist YouTube auf Platz fünf der beliebtesten Webseiten des Landes. Daher ist das Portal als Werbemarkt für türkische Unternehmen sehr gefragt.

Diese Information ist auch am türkischen Verkehrs- und Telekommunikationsminister Binali Yildirim nicht vorbeigegangen. Er stellt Google für YouTube knapp 16 Millionen Euro Steuern in Rechnung. Der Presse gegenüber sagte Yildirim es sei ihm egal, wie mächtig der US-Konzern sei. Ein Unternehmen, das wie YouTube in der Türkei Geld verdiene, müsse für diese Umsätze auch in der Türkei versteuern. Deshalb forderte er, YouTube solle ein Büro in der Türkei aufmachen und Steuern zahlen.

Vor einigen Tagen lies der Minister auch weitere IP-Adressen sperren, über die Google Dienste wie etwa Facebook anbietet. Verantwortlich für den Ausfall der Dienste sei laut Yildirim jedoch Google. Der Konzern habe IP-Adressen, die zuvor zum YouTube-Portal gehörten anderen Diensten zugeordnet, um gegen die Sperre des Videoportals aufzuwiegeln. Besonders türkische Medien wie etwa der Nachrichtensender Habertürk interpretieren Yildirims Aussagen kritisch als latente Aufforderung an Google, sich die Aufhebung der Sperre in der Türkei durch die Entrichtung von Steuern zu erkaufen. Dazu passt auch die spontane Beeinträchtigung der anderen Google-Dienste, mit der möglicherweise der Druck auf den Konzern erhöht werden soll.

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Hier ein Screenshot des Videoclips, der im Mai 2008 zur Sperrung der YouTube-Plattform in der Türkei geführt hat.

SCS: brightsblog

1 Comment

  1. Ich habe einige langjährige türkische Freunde. (Ich war bis vor kurzem Trainer einer gemischt-ethnischen Junioren-Fußballmannschaft). Aber eines steht für mich und meine türkischen Freunde seit geraumer Zeit fest: Diese Türkei hat in der EU rein gar nichts zu suchen. Auch die Haltung der türkischen Regierung in der Iran-Frage bestärkt mich in meiner Einstellung.

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