Agro-Homöopathie


Agro was? Na ja, es bleibt eben nichts unversucht, um Geld bei besonders „leichtgläubigen Menschen“ abzuschöpfen.

Homöopathie ist ja für viele Menschen die Alternativ-Medizin schlechthin. Ausgangsstoffe, oftmals sehr giftig, werden potenziert, also verdünnt und dann dem Patienten verabreicht. Hahnemann, den man getrost als Vater des medizinisch geglaubten Unsinns bezeichnen darf – sein Prinzip der Ähnlichkeit ist wissenschaftlich nicht haltbar – ging in  der späten Phase seiner alchimistisch-obskurantischen Wahnvorstellungen zu Hochpotenzen über. Das heißt, Wirkstoffe, so sie denn so genannt werden können, sind im homöopathischen Medikament nicht mehr nachweisbar. Das Molekül, welches noch wirksam werden soll, befindet sich entweder in der Andromeda-Galaxie, im St. Andreas-Graben oder auf dem Flaschenetikett. Voraussetzung, der Patient muss an dieses Molekül glauben.

Moderner homöopathischer Unsinn wurde für Haustiere eingeführt. Entscheidend ist, was Frauchen oder Herrchen glauben. Selbstheilung bei den Haustieren wird dann natürlich der Wirkung der alternativen Heilmittel zugeschrieben.

Eine große Rolle in der Homöopathie spielen die sogenannten Nosoden. Das sind Mittel, die aus kranken oder pathologischem Gewebe hergestellt werden können. Nosoden können Blut, Eiter, Krankheitserreger und Krebszellen sein. Produkte aus körpereigenen Stoffen werden ebenso dazugezählt. Exkrete oder Sekrete, wie Hormone kommen zur Anwendung. Wichtige Nosoden, die zur Anwendung kommen, sind Medorrhinum (Kürzel: Med), Syphilinum (Kürzel: Syph), Psorinum (Kürzel: Psor) und Tuberculinum bovinum Kent (Kürzel: Tub).

Findige Köpfe sind nun dazu übergegangen, Nosoden in der Landwirtschaft einzusetzen. Man produziert sie, indem man aus krankem Pflanzengewebe Nosoden produziert, um Pflanzenkrankheiten auf sogenanntem „nichttoxischem“ Wege zu behandeln.  Bei dieser Art der Behandlung kranker Pflanzen sollen der Boden, das Grundwasser und die Pflanzen selbst nicht weiter geschädigt werden. Landwirtschaftliche Homöopathie, bei Nutzpflanzen soll Krankheiten und Schädlinge ohne die Nebenwirkungen, wie z.B. bei Pestiziden, bekämpfen.

Um diesem Stuss noch etwas Seriosität zu vermitteln, entblödet man sich nicht, Charles Darwin als möglichen ersten Agro-Homöopathen darzustellen.

zum Artikel:

Does the Future of Agriculture Lie with Agro-Homeopathy?

Conducive Chronicle

3 Comments

  1. Das erinnert mich an ein Erlebnis vor ca. 20 Jahren: Ich war mit meinem Vater (Landwirt) Besucher einer landwirtschaftlichen Veranstaltung. Dort bin ich mit einem Standbetreiber ins Gespräch gekommen. Im Verlaufe desselben zeigte er ein kleines Fläschen (ca 20-40 ml), das Pflanzenextrakte enthielt und meinte, den Inhalt desselben solle man bei einer bestimmten Mondphase auf dem Misthaufen verteilen und die Mist bei dieser Mondphase ausbringen, das würde deutliche Ertragssteigerungen hervorbringen. Ich habe schallend losgelacht, weil ich dachte, der gute Mann macht einen Scherz. Irrtum: Er war Anhänger anthroposophischer Anbauweise (keine Ahnung mehr, welcher Stilrichtung) und meinte das vollkommen ernst…..

    Gruß

    Liken

  2. In dem Artikel heisst es: „No less a scientific dignitary than Charles Darwin conducted his own experiments in agro-homeopathy, with positive results.“ Von hier fuehrt ein Link weiter ( http://www.homeopathy4health.ie/2l3testimonials&research2darwin.htm ), in dem Darwin aus seinem Werk „The power of movement in plants“ angeblich zitiert wird.

    Das Problem ist nur, dass dieser „Versuch“ im gesamten Buch nicht vorkommt, wie schnell per +F zu sehen:

    http://darwin-online.org.uk/EditorialIntroductions/Freeman_ThePowerofMovementinPlants.html

    Blamabel!

    Liken

Kommentare sind geschlossen.