Skandal : Razzia gegen katholische Kirche in Belgien


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Das vatikanische Staatssekretariat hat die Polizeiaktion gegen die katholische Kirche in Brüssel scharf kritisiert. Damit sei ein Vertrauensbruch entstanden, schreibt das Staatssekretariat in einer Note. Die „tiefe Verwunderung“ des Vatikans wurde dem belgischen Botschafter beim Heiligen Stuhl auch persönlich mitgeteilt.

Im Zug von Ermittlungen wegen Missbrauchs von Kindern und Besitzes von Kinderpornografie hatte die Polizei in vier Einsätzen Büros im bischöflichen Palast des Erzbistums Brüssel-Mechelen durchsucht.

Kirchen-Anwalt Fernan Keuleneer
“Ich möchte betonen, dass in jedem der beschlagnahmten Computer diplomatische Korrespondenz zwischen der Erzdiözese und dem Heiliger Stuhl gespeichert ist. Sie steht normalerweise unter dem Schutz diplomatischer Immunität – der Fall ist also ziemlich ernst.”

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4 Comments

  1. Pharyngula äußerst sich sich wie immer schwarzhumorig:

    Ol‘ Ratzi is quite upset at the Belgian raids on Catholic church offices — he’s calling them „deplorable“, a „moment of sadness“, and is calling in the Belgian ambassador to the Vatican for an angry dressing-down.

    He’s doing everything all wrong. Here’s what he should be doing: he should be calling the actions of priestly sex abusers deplorable and wrong, and insisting that the church will do everything in its power to correct the deep problems that have led to these awful acts.

    Then he should announce that the church will cooperate fully with all legal secular actions — and the Belgian raids were fully authorized by the Belgian state — in getting down to the heart of the matter, and go even further, offering to open up all relevant records to inspection. Then I might be convinced that the church is sincere in its pursuit of justice for all, not just its priests, but also its parishioners.

    But then, I’m an atheist. Ignore me. I’m kind of enjoying the spectacle of the Catholic church putting on the indignant act of a guilty criminal caught red-handed and insisting that the police shouldn’t be working so hard to catch them.

    http://scienceblogs.com/pharyngula/2010/06/a_suggestion_for_the_pope.php

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  2. Grundlage der Beschwerde des Heiligen Stuhls (ich weiss nicht, aber ich finde diese Bezeichnung immer etwas lustig …) ist wohl Voelkergewohnheitsrecht und das „Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen“ vom 18. April 1961, das hauptsaechlich bestehendes Voelkergewohnheitsrecht kodifizierte.

    Dazu im Einzeln:

    Die hochmoegenden Herren aus Rom vergessen dabei, dass der Art. 22 nur die dipl. Missionen direkt schuetzt:

    „Art. 22
    1. Die Räumlichkeiten der Mission sind unverletzlich. Vertreter des Empfangsstaats dürfen sie nur mit Zustimmung des Missionschefs betreten.

    2. Der Empfangsstaat hat die besondere Pflicht, alle geeigneten Massnahmen zu treffen, um die Räumlichkeiten der Mission vor jedem Eindringen und jeder Beschädigung zu schützen und um zu verhindern, dass der Friede der Mission gestört oder ihre Würde beeinträchtigt wird.

    3. Die Räumlichkeiten der Mission, ihre Einrichtung und die sonstigen darin befindlichen Gegenstände sowie die Beförderungsmittel der Mission geniessen Immunität von jeder Durchsuchung, Beschlagnahme, Pfändung oder Vollstreckung.“

    Der Art. 24 schuetzt nur „Archive und Schriftstuecke“:

    „Art. 24

    Die Archive und Schriftstücke der Mission sind jederzeit unverletzlich, wo immer sie sich befinden.“

    Selbst angenommen, dies sei hier anwendbar, wie soll aber die belgische Polizei wissen, ob sich auf besagten Computer nun diplomatische „Archive und Schriftstücke“ befinden?

    Der Art. 27 schuetzt die dipl. Korrespondenz:

    Art. 27

    1. Der Empfangsstaat gestattet und schützt den freien Verkehr der Mission für alle amtlichen Zwecke. […]

    2. Die amtliche Korrespondenz der Mission ist unverletzlich. Als «amtliche Korrespondenz» gilt die gesamte Korrespondenz, welche die Mission und ihre Aufgaben betrifft. […]“

    Die Aufgaben einer dipl. Mission wird jedoch in Art. 3 geregelt:

    „Art. 3

    1. Aufgabe einer diplomatischen Mission ist es unter anderem,

    a. den Entsendestaat im Empfangsstaat zu vertreten;
    b. die Interessen des Entsendestaats und seiner Angehörigen im Empfangsstaat innerhalb der völkerrechtlich zulässigen Grenzen zu schützen;
    c. mit der Regierung des Empfangsstaats zu verhandeln;
    d. sich mit allen rechtmässigen Mitteln über Verhältnisse und Entwicklungen im Empfangsstaat zu unterrichten und darüber an die Regierung des Entsendestaats zu berichten;
    e. freundschaftliche Beziehungen zwischen Entsendestaat und Empfangsstaat zu fördern und ihre wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen auszubauen.

    2. Dieses Übereinkommen ist nicht so auszulegen, als schliesse es die Wahrnehmung konsularischer Aufgaben durch eine diplomatische Mission aus.“

    Nun – das steht nichts von „Kinderpornographie“.

    Zum Nachlesen: http://www.admin.ch/ch/d/sr/0_191_01/index.html

    Wenn diese Auslegung wirklich Bestand haette, wuerde jede Dorfpfarre diplomatischer Immunitaet unterliegen – grober Dummsinn!

    Es ist wirklich absurd zu sehen, wie die kath. Kirche, wie es so gerade passt, sich mal als religoese Organisation praesentiert, mal Staat, aber im Zweifel immer als die „Verfolgte Unschuld“.

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  3. glauben die jetzt, dass ihre schergen alle diplomatische immunität besitzen?
    ich könnte ja verstehen, dass man nicht so einfach den pc des nuntius beschlagnahmt, aber von einfachen angestellten? warum nicht, wenn sie kinder ficken?

    eigentlich ein schönes beispiel, dass man nicht zwei herrend ienen kann und am ende nur zählt, was aus vatikan-stadt kommt.

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