Intelligenz-Test für CDU-Politiker


Gastarbeiter von Volkswagen in Wolfsburg, 1973, wikipedia

Peter Trapp, von der Berliner CDU, genauer aus Spandau, welches sich ja nicht zu Berlin rechnet, plädiert für einen Intelligenztest bei zuwandernden Ausländern.

Wir erinnern uns, „Gastarbeiter“ kamen in den 1950er Jahren nach Deutschland. Grundlage waren die Anwerbeabkommen der Bundesrepublik Deutschland mit Italien, Spanien, Griechenland, Türkei, Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien. Die deutsche Industrie brauchte Malocher. „Gastarbeiter“ wurden für un-und angelernte Tätigkeit benötigt. Das Dumme an der Sache, die Bedürfnisse Deutschlands ändern sich. Dabei wäre angebracht, es so auch zu formulieren und nicht die Schuld bei den Migranten zu suchen.

Nun braucht die deutsche Industriegesellschaft keine „dummen“ Prolos mehr, jetzt sind andere Qualifikationen gefragt. Herr Trapp, seines Zeichens Landtagsabgeordneter der CDU in Berlin und damit nicht mehr als ein Kommunalpolitiker fordert nun den Intelligenztest auch für Türkinnen. OK, keine Einwände, bei gleichzeitiger Realisierung desselben für deutsche Politiker. Es würde helfen solch verblödete, christ-demokratische Verbalinjurien nicht mehr in der Regenbogenpresse lesen zu müssen. Damit offenbart der „Politiker“ auch gleichzeitig eine Tatsache, es geht nicht um christliche Nächstenliebe, sondern um knallharte wirtschaftliche Fakten.

Max Frisch

Man hat Arbeitskräfte gerufen und es kamen Menschen

Ich habe meine Zweifel daran, dass der CDU-Trapper den Unterschied kennt.

11 Comments

  1. @nickpol:
    „…Peter Trapp (..) plädiert für einen Intelligenztest bei zuwandernden Ausländern. (..) Das Dumme an der Sache, die Bedürfnisse Deutschlands ändern sich. Dabei wäre angebracht, es so auch zu formulieren und nicht die Schuld bei den Migranten zu suchen…“

    Trapp möchte ja das Zuwanderungssystem an die veränderten Bedürfnisse anpassen, dort sieht er den Fehler und nicht bei den „…“dummen“ Prolos…“. Er sucht die Schuld gerade nicht bei den Migranten! Sein Ansatz ist absolut richtig und wird von den Einwanderungsländern Australien, Kanada usw. seit langem erfolgreich praktiziert. Jedoch kann der arme Trapp die Begriffe: Bildung, Ausbildung und Intelligenz nicht differenzieren, so steht er zu Recht in der Kritik. Erfolgreiche Einwanderungsländer selektieren hauptsächlich nach Ausbildung und Sprachkenntnis. Aber egal! Deutschland wird Auswanderungsland für (hoch)qualifizierte Arbeitskräfte bleiben, mit allen negativen Folgen für den Sozialstaat hierzulande. Daran wird auch das emotionale Gesülze von Frisch nichts ändern…

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  2. Abgesehen davon, dass eine IQ.Klassifikation meiner Meinung nach, ein höchst bedenkliches Menschbild offenbart, bin ich über diese ganze Diskussion weniger aus einer Migrationspolitischen Ecke heraus schockiert. Das klingt mir nach einer Gleichmachung von doch recht abstrakten IQ-Werten mit dem gesamtgesellschaftlichen „Nutzen“ von Individuen.
    Sind wir also schon so weit, dass die Intelligenz des Menschen seinen Wert determiniert? Ich habe Menschen mit außergewöhnlichen geistigen Fähigkeiten (sei es nun Kopfrechnen und was auch immer sein) die soziale Alpträume waren! Genauso gibt es genug Menschen, die allein durch Fleiß und Ehrgeiz außergewöhnliches Leisten.

    Abseits dessen ist die Technik des IQ-Test von Grund auf eine sehr wacklige und subjektive. Bliebe schon die Frage ob natürliche Freundlichkeit und Offenheit gegenüber Mitmenschen meßbar ist:D

    Ich würde mir also einfach wünschen, dass der moderne Mensch an seinem (hoffentlich aufgeklärten und tolleranten) Handeln und nicht an seiner Konkurrenzfähigkeit zu einem Taschenrechner gemessen wird…

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  3. wie nett, und alle „reinrassig“ deutschen müssen den auch machen und bekommen einen staatenlosen-pass, wenn sie nicht bestehen?

    klar, dass so ein vorschlag von einer c-partei kommt.

    iq-tests sind eine frechheit – allerdings bin ich für die einführung verbindlicher sprachkurse.

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  4. Hi, die Forderung ist nicht so schlimm!!!
    Da wir uns ja wie immer, seit es die Menschen gibt, im Umbruch befinden, wäre eine generelle Inventur aller Menschen dieser Erde notwendig, dabei könnte auch die Intelligenz festgestellt werden, als Variante dazu kann ich mir vorstellen:
    Für alle deutsch sprechenden Menschen, in türkisch, wahlweise griechisch.
    Wobei sichergestellt sein muß, dass keinerlei Spachkenntnisse der Testversion vorhanden sein dürfen! Dafür ist ein eigener Test zu entwickeln.
    Bei einem „Runden Tisch“, mit den G1-G6,8Mrd, ist dann ein Beschluß zu fassen, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten jetzt und in der Zukunft benötigt werden.
    Für die Zukunft zuständig sind dann: Channeller, Astrologen und sonstige mit dem höheren Selbst in Einklang stehende Wesen! Wie z.B.: Priester und Konsorten, dann hätten sie keine Zeit mehr sich mit kleinen Jungen zu beschäftigen, was deren Zukunft besser werden lässt!
    Auch Politiker sind in diesen Zukunftsgremium zugelassen, solange sie beim Arbeitsfrühstück aus dem Kaffeesatz lesen, natürlich unter beobachtung von RTL oder so.

    Was da so in der Politik gespielt wird ist Verarschung pur, und keiner schreit auf!!!!
    Jedoch ein nicht gegebenes Tor bei der WM ruft alle wichtigen Leute hervor, darüber wird einen ganzen Tag berichtet und analysiert, so ein Blödsinn!

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  5. „Kommunalpolitiker“ stimmt ja nicht so ganz. Jeder Bezirk à la Kreuzberg, Charlottenburg oder Spandau entspricht von der Größendimension her einer westdeutschen Großstadt. Und diese Bezirke haben auch ihre eigene Stadt-Verwaltung mit Bezirksbürgermeistern und Dezernenten für Bauen/Verkehr, Schulen, Kulturförderung etc., ganz wie bei selbständigen Städten.

    Vielleicht wollte dieser cdu-„Clown“ sich – à la Thilo Sarrazins bösem Vorbild – nur mit einem Schlag bekannt machen?

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  6. Hi, ich persönlich finde nichts schlimmes an dieser Forderung.

    Schließlich ist jedem klar, dass bei weitem mehr Menschen hier leben möchten, als es für unsere Wirtschaft möglich ist. Die Frage ist also niemals gewesen, ob wir „alle oder keinen“ hier einlassen. Wir müssen uns vielmehr fragen nach welchen Kriterien wir in Zukunft aussortieren sollen.

    In den 1950ern wurden auch nur möglichst Leute ausgesucht, die die harte Arbeit an den Fließbändern körperlich aushalten würden.

    Heute brauchen wir keine Menschen mehr die zupacken können, sondern welche, die Ihren Kopf benutzen um für unsere Wirtschaft ein Gewinn zu sein.

    Soweit ich weiß fahren z.B. Kanada und Australien recht gut mit ähnlichen Strategien. Warum sollte es nicht auch bei uns möglich sein den klugen und gut ausgebildeten den Vorzug zu geben.

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  7. Frage:
    in dem artikel kommt es so heraus als wären nur „Türkinnen“ davon betroffen, ist dem so oder ist dem nicht so?
    (mal im allgemeinen, dass so eine hürde einfach nur..naja kreuzdämlich ist)

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    1. Es geht ganz allgemein um Migranten. „Türkinnen“ sind da nur eine Untermenge. So ist die Bildunterschrift im Original-Artikel auch gemeint.

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  8. Ich bin dafür, dass sogar Alle einen Intelligenztest machen müssen. Den ermittelten Intelligenzquotienten könnten wir dann entweder auf die Stirn tätowiert bekommen oder einfacherweise auf den neuen teuren Personalausweis drucken lassen. Auch unter Interviews oder Aussagen von Politikern und „Experten“ in den Medien sollte dann der entsprechende Wert veröffentlicht werden. Vielleicht werden wir dann einige dieser unsäglichen selbsternannten Durchblicker los, da es dann doch zu peinlich wird!

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