Wulff, ProChrist und die Theologie


Quelle: wikimedia.org

Die Vereinigung „ProChrist“ sei eine fundamentalistische Bewegung, erklärt die Theologin und Journalistin Kirsten Dietrich. Sie hält es für nötig, dass der für das Bundespräsidentenamt kandidierende Christian Wulff seinen Kuratoriumsposten dort aufgibt.

Deutschlandradio Kultur

Frank Meyer: Die Journalistin und Theologin Kirsten Dietrich hat sich mit solchen missionarischen Bewegungen in Deutschland beschäftigt. Sie ist jetzt hier im Studio von Deutschlandradio Kultur. Frau Dietrich, was unternimmt denn „ProChrist“ überhaupt in Deutschland für die Verbreitung des christlichen Glaubens?

Kirsten Dietrich: Ja, „ProChrist“ ist keine irgendwie fest umrissene Gemeinde, sondern eine Art christlicher Eventmanager. Und darin unternehmen sie es, mehrmals im Jahr oder auch in einzelnen Veranstaltungen, kleineren Veranstaltungen, größere Veranstaltungen, Missionsveranstaltungen für jede Gemeinde, für jeden Bedarf zu organisieren. Am bekanntesten ist alle zwei bis drei Jahre das sogenannte „ProChrist“-Festival. Da finden mehrere Tage hintereinander Großgottesdienste in einer deutschen Stadt statt und werden dann per Video, Satellit übertragen in ganz viele beteiligte Gemeinden. Das sind also ganz perfekt organisierte Gottesdienste mit Rockband, Theater, Prediger. Das muss man sich wirklich so vorstellen wie so amerikanische Erweckungsgottesdienste, wie man sie aus dem Film kennt. Und daher kommt „ProChrist“ auch. Das ist, als es vor 20 Jahren gegründet wurde, hatte es als Starprediger immer den amerikanischen Prediger Billy Graham, das ist sozusagen einer der Urväter des amerikanischen Evangelikalismus.

Meyer: Kann man deshalb sagen, damit kommt auch diese evangelikale Erweckungsbewegung nach Deutschland, wenn „ProChrist“ dieses Vorbild so nachahmt?

Dietrich: Das ist auf jeden Fall eines der sichtbarsten Sprachrohre dieser Form des Christentums, ja.

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3 Comments

  1. Also vorne weg: Ich bin, was die Tätigkeit dieser Organisationen und die Kritik an selbigen vollkommen mit den Aussagen aus dem Test einverstanden.

    Dennoch stoße ich mich ein wenig an den Aussagen über die „Rastergruppen“ in diesen Gruppierungen:

    „Also da bleibt dann nur, entweder an seinem eigenen Sein zu zerbrechen oder diese Gemeinschaften zu verlassen.“

    1. Was tut ein „bekennender“ Homosexueller in einer Gemeinschaft von Menschen, die aus fiktionalen und rein transzendenten Beweggründen genau solche Menschen ablehnen, ja diese sogar als „krank“ brandmarken?

    2. Sagt sie im Endeffekt ja, dass die Gemeinschaft sich ändern muss um diese unterdrückten Individuen nicht ihrer Persönlichkeit zu berauben. Übersetzt heißt das also: Die Kirchen und ihre Organisationen sollen ihre Ansichten zu Homosexuellen ändern, um nicht als gefährlich betrachtet zu werden. -> Das ist zwar ein sehr mutiger Vorschlag, aber er ist genauso sinnvoll wie diesen Leuten vorzuschlagen sich ein neues Buch anstatt der Bibel zu suchen um besser anzukommen. Warum sollte sie den zentralen Aussagen ihrer wichtigsten Schrift widersprechen? Damit machen sie sich ja selbst überflüssig!

    Alles in allem ist die Kritik zwar berechtigt und richtig, die vorgeschlagenen Lösungen aber nichts anderes wie Luftschlösser

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