Vom laizistischen Fundamentalismus


Die Entscheidung ist grundsätzlich und wird daher nicht nur in Italien mit Spannung erwartet: Am Mittwoch verhandelt der Europäische Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg erneut, ob in Klassenzimmern Kruzifixe hängen dürfen oder ob das gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstößt. Mit einer Entscheidung ist erst in einigen Monaten zu rechnen. Die Nervosität aber ist groß.

Von Karl-Otto SattlerFR Online.de

Im November 2009 hatte die kleine Kammer des Gerichts das religiöse Symbol untersagt. Die italienische Regierung legte Revision ein. Jetzt beschäftigt das Thema die große Kammer. Der Streit hat damit die oberste Instanz erreicht. Die Entscheidung im November hatte europaweit eine breite Debatte angestoßen – etwa in Österreich. Dort wollte beispielsweise die Jugendorganisation der SPÖ ebenfalls eine Klage in Straßburg einreichen, um das Kruzifix aus österreichischen Schulen zu verbannen.

Angestoßen hat all das Soile Lautsi. Die Finnin lebt mit ihrer Familie in Italien. Sie bat die Schulbehörde 2002 darum, die Kruzifixe in den Klassen ihrer Kinder abzuhängen. Das Symbol vertrage sich nicht mit laizistischen Ideen, nach denen sie ihren Nachwuchs erziehen wolle. Die Schule weigerte sich. Lautsi klagte.

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