Zweimal Testosteron


Testosteron Strukturformel
Testosteron (Grafik: Wikipedia)

Anti-Aging ist ein lukratives Geschäftsfeld für dubiose Angebote. Und wenn es gar um die männliche Potenz geht, florieren die Fantasien hemmungslos. Dabei ist das männliche Sexualhormon Testosteron medizinisch ein heikles Feld.

Hände weg von der Hormonsubstitution! Diesen Schluss legt eine Studie nahe, die kürzlich Kristen Sueoka von der Universität San Francisco veröffentlichte. Wie schon bei den Frauen zuvor, lauern bei künstlichem Sexualhormon-Nachschub gravierende Folge-Risiken.

Und staunend entnimmt man einer anderen Studie, dass in glücklichen Partnerschaften das Testosteron messbar von selbst absinkt.

Ärzteblatt

Die im Alter sinkenden Testosteronspiegel könnten bei Männern kardioprotektiv sein. In einer Beobachtungsstudie waren hohe Testosteronspiegel mit einer erhöhten Rate von koronaren Ereignissen assoziiert. Und kürzlich musste eine randomisierte Studie zur Anwendung eines Testosteron-Gels aufgrund kardialer Komplikationen abgebrochen werden.

Bei vielen Männern lässt im Alter die Testosteronproduktion nach. Dieser physiologische Hypogonadismus wird nicht nur mit einer nachlassenden sexuellen Potenz, sondern auch mit einigen anderen Befindlichkeitsstörungen im Alter in Verbindung gebracht – zu Unrecht, wie eine andere Untersuchung kürzlich zeigte (NEJM 2010; 363: 123-135).

Eine sogenannte Hormonsubstitution wird, wie vormals die postmenopausale Östrogengabe bei Frauen, als attraktive Möglichkeit diskutiert, die Folgen des Alterns zu verlangsamen. Doch die Therapie könnte nicht ohne Risiken sein.

Darauf deuten die Ergebnisse der Osteoporotic Fractures in Men oder MrOS-Studie hin, die Kristen Sueoka von der Universität in San Francisco jüngst auf der Jahrestagung der US-amerikanischen Endocrine Society in San Diego vorstellte.

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Commitment to a Romantic Relationship Lowers Testosterone in Men

According to research published in the Journal of Personality and Social Psychology, being involved in a romantic relationship reduces levels of testosterone in men, but only if they are committed to monogamy in that relationship.

Previous studies have examined the changes caused by beginning or ending a romantic relationship. They found that being in a relationship tended to lower testosterone levels in men while ending a relationship tended to cause higher testosterone levels.

This study, on the other hand, examined the association between being interested in finding new sexual partners, whether already in a romantic relationship or not, and testosterone levels.

The authors of this research conducted two separate experiments to better understand this association.

In the first experiment, the authors examined the saliva samples of 102 male college students. These students also completed the Sociosexual Orientation Inventory, a questionnaire that assessed their sexual behavior, current relationship status, and willingness to seek out new partners.

In the second experiment, 69 male students provided a saliva sample  and completed the Sociosexual Orientation Inventory, but were also asked if they would consider having an affair in the future and if they had previously cheated on their partner.

Both studies found that men committed to sexual exclusivity with their partners had lower testosterone levels.

In contrast, men who were involved in a romantic relationship but were still interested in finding new sexual partners did not show a reduced level.

This suggests that changes in testosterone levels are not due to being in a relationship or not, but rather are influenced by interest new sexual partners.

The authors of this research believe this decrease in testosterone when men are not interested in seeking out new sexual partners may be related to parenting.

McIntyre, M., Gangestad, S.W., Gray, P.B., Chapman, J.F., Burnham, T.C., O’Rourke, M.T., Thornhill, R. (2006). Romantic involvement often reduces men’s testosterone levels – but not always: The moderating role of extrapair sexual interest. Journal of Personality and Social Psychology, Vol 91, No 4: 642-651.

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1 Comment

  1. Wichtiger Beitrag.
    Es ist immer klar, daß Mittel mit Wirkung auch Nebenwirkungen haben müssen.
    Es haben ja sogar unwirksame Mittel meßbare nebenwirkungen… (Stichwort Noceboeffekt).

    so heilsam ein medikament im akutfalle ist, so vorsichtig muß man mit medikamenten umgehen, und das gilt besonders für hochpotente und schnellwirksame – die Hormone.

    ein wenig hängt das auch mit dem jugendwahn zusammen, der suggeriert, daß nur jung und saftig auch gut wäre.
    Die Evolution hat aber die Großeltern hervorgebracht, und das ist eine sehr seltene Ausnahme im restlichen Reich der lebewesen.
    Selbst unsere Verwandten, die SChimpansen, kennen kein Klimakterium (keine Ahnung, ob man das beim mann analog so nennt).
    ich entsinne mich dunkel, daß es noch paaar zahnwal-Arten gibt, bei denen das vorkommt.

    Die Alten sind also so ziemlich einzigartig. Und so lange sie sich fit fühlen, sollte man gar nix gegen ganz normale Altersvorgänge unternehmen (besonders, wenn die langzeitfolgen nicht ganz geklärt sind – und lange wollen sie doch noch leben, oder???)

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