Russland: Die Diktatur ist tot, es lebe die Diktatur!


Foto: dpa/ Peer Grimm

Das Bild der küssenden Polizisten gehört zu den provozierenden Werken, die Andrej Jerofejew gesammelt und in der Ausstellung „Verbotene Kunst“ im Moskauer Sacharow-Museum 2007 gezeigt hatte. Jerofejew verlor daraufhin seinen Job als Leiter der Tretjakow-Sammlung für zeitgenössische Kunst ebenso wie Museumsdirektor Juri Samodurow. Beiden drohen drei Jahre im Straflager. Am 12. Juli will das Gericht das Urteil fällen in einem Prozess, in dem es auch um die Kunstfreiheit in Russland geht.

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2006 präsentierte das Moskauer Sacharow-Zentrum die von Kurator Jerofejew organisierte Ausstellung „Verbotene Kunst“. 23 Exponate hinter einer Wand mit kleinen Gucklöchern erregten schnell die Öffentlichkeit. Kein Wunder, denn die Künstler hatten dort christliche Motive in sehr provokanter Form verarbeitet. Bilder von Jesus, der auf einem Werbeplakat „Coca Cola – Das ist mein Blut“ deklamierte oder als Micky Maus in einer Fotocollage auftrat, spalteten die Meinung des Publikums.

Die orthodoxe Kirche reagierte scharf. Kirchensprecher Wsewolod Tschaplin erklärte, die Ausstellung sei rechtswidrig und verletze die Gefühle von Gläubigen. Religiöse Bewegungen demonstrierten vor dem Gebäude gegen die Bilderschau. Glücklicherweise ging es glimpflicher ab als bei der Vorgänger-Ausstellung „Vorsicht Religion“, die von Fanatikern gestürmt und zerstört wurde.

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2 Comments

  1. Ein schwarzer Tag für die Meinungsfreiheit. Beide wurden zu einer Geldstrafe von 150.000 bzw. 200.000 Rubel verurteilt. (Habs noch nicht umgerechnet, aber sind ca. 4.000 bis 5.000 Euro.)

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