Katholisches Leben ist etwas Anderes


Die Zellen haben sich erst wenige Male geteilt. Für die katholische Kirche ist es bereits vollwertiges Leben. - Foto: dpa

Der katholische Glaube, dass das Leben mit der Verschmelzung von Ei und Samen beginnt, ist reichlich exotisch. Über die Frage: Wann ist ein Mensch ein Mensch?

Von Malte LehmingDer Tagesspiegel

Menschliches Leben beginnt, wenn Ei und Samen miteinander verschmelzen. Auf diesem Standpunkt steht die katholische Kirche. Deshalb verurteilt sie die embryonale Stammzellen-Forschung ebenso wie die Abtreibung und die Präimplantationsdiagnostik (PID). Der Embryo sei ein Mensch im Sinne des Grundgesetzes, ausgestattet mit allen Rechten, einschließlich des Lebensrechts und des unbedingten Schutzes vor Fremdnutzung. Alle, die diese Auffassung teilen, laufen Sturm gegen das jüngste BGH-Urteil zur PID. Der 5. Strafsenat habe durch seine Feststellung, dass die PID nicht strafbar sei, faktisch die „eugenische Indikation“ wieder eingeführt, heißt es etwa in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Wer die Prämisse teilt, kann sich dieser Konklusion kaum entziehen. Aber stimmt die Prämisse? Der Glaube, dass das Leben bereits mit der Verschmelzung von Ei und Samen beginnt, ist reichlich exotisch – jedenfalls historisch betrachtet und weltweit gesehen. Im Judentum und Islam zum Beispiel gilt der Embryo erst ab seinem 40. Tag als Mensch. Diese Überzeugung geht auf Aristoteles zurück, für den das Kriterium der Menschwerdung der Zeitpunkt der ersten Bewegung des Embryos im Mutterleib war. Mit dieser Auffassung hatte selbst die Katholische Kirche während der längsten Zeit ihrer Existenz kein Problem. Papst Sixtus V. war es schließlich, der 1588 die Empfängnisverhütung und Abtreibung zu Todsünden erklärte und Verstöße mit Exkommunizierung ahndete. Zur Begründung sagte er, es fände mit der Befruchtung eine „Beseelung“ statt. Nur drei Jahre später allerdings machte Papst Gregor XIV. alles wieder rückgängig. Erst 1869, also vor nicht einmal 150 Jahren, knüpfte Papst Pius IX. wieder an die Beseelungs-Theorie an.

weiterlesen

20 Comments

  1. @ Fisher law

    Ich war gerade versucht mir „Poes`Law“ als Nickname zuzulegen… Hm… Ich weiß aber gerade nicht wer hier wen vorführt.
    Also entweder ist das hier eine gemeine Satire – oder du bist echt. Im ersten Fall würde ich dir meine Glückwünsche aussprechen, im letzteren Fall dir jedoch DIRNGEND raten dich mal mit Kant auseinanderzusetzen. Der räumt nämlich mit den sog. „geistig Armen“ gewaltig auf.
    „Geistige Armut“ ist oft genug selbstverschuldet, und ein ach so bequeme Ausrede den Duracell-Hasen im Gehirn laufen zu lassen, während andere sich den Kopf zerbrechen, und argumentative Grundlagen für ihr Verhalten schaffen.

    Gefällt mir

  2. Womit sich zeigt, wie recht die Bibel hat, da geschrieben steht: selig sind die, die arm im Geiste.

    Da bleibt einem nur noch, sich für die deutlichen Worte zu bedanken.

    Gefällt mir

  3. wrum gehts 2 Welten prallen aufeinander.

    welt 1 sefiniert sich selbst, ich habe das recht auf abtreibung weil meine reale weltordnung das erlaubt , durch gesetze und es mir ….. glaub ich….. das meine leben vereinfacht.
    welt 1 backgrund
    wir lassen forschen aus wirschaftlich wissenschaftlichen gruenden wir glauben das dasss das beste ist.
    medizinischer fortschritt
    technik
    naturwissenschaften
    biologie

    hindernisse werden per gesetz abgeschaft .

    welt 2 denn sie wissen nicht was sie tun.
    die perlen vr die egmanen werfen zwecklos.

    der troester sagt , seelig sind die geistig armen.

    welt 1 ist damit nicht gemeint weil sie das als beleidigung sieht,
    wie ich bin minderwertig wie unertraeglich.

    welt 2 ist damit auch nicht gemeint was besseres zu sein, solang sie nicht die antwort empfangen.

    die opfer sind die erstgeborenen die embryos.

    welt real
    opfer fuer sexuale auschweifungen und …….. wirtschaftswunder
    wenn es moral doch gibt, wenn es liebe dich gibt und gott seine ordnung hat.

    welt 1 lernt dich nicht kennen
    welt 2 kennt deinen namen

    da gibts auch keinen konsenz, nur der glaube an vergebung.
    das zu wissen hilft welt 1 nicht.
    aber wissen ist nicht der weg,

    habt vertrauen im weg des herrn denn er ist allgegenwertig.
    auch dort darum streiten wir.
    wer liebt streitet hier nicht um meinen namenwegen sondern weil moral hier richtig ist.
    welt 1 wir wissen was wir tun, gesetzlich kein mord.
    welt 2 wir wissen was wir sind moralisch liebend,
    schoepfend ….. lebendig und frei im Herrn.

    amen
    welt 1 euch fehlt ein bindeglied

    Gefällt mir

  4. Was den Vergleich Nidationsprobleme (und Schwangerschaftsende) und Abtreibung (und Schwangerschaftsende) betrifft, so ziehe ich nur einen direkten Vergleich.
    Der ist nicht in meinem eigenen Weltbild angesiedelt, da du das sicher nicht hören willst.
    Der ist in Deinem christlichen Weltbild angesiedelt, mit einem Allmächtigen, einem Entscheider, einem Schöpfer.

    Ihn zu hinterfragen wäre an der Stelle schlicht sinnvoll.
    Weshalb hat ER es so eingerichtet?
    Das ist für mich unfaßbar.

    die abtreibenden Frauen hingegen sind etwas gesprächsbereiter. Die können einem sagen, warum sie kein Kind haben wollen, haben können. und auch wenns einem nicht paßt, ihre Gründe hat man zu respektieren.

    Deutsche Kinderheime sind voll.

    Gefällt mir

  5. Da hältst du dich nicht so besonders gut an den allkatholischen Grundsatz: Gehet hin und mehret euch…

    vielleicht solltest du mal wieder in katechismus und Enzyklika lesen, und vielleicht Deinen Seelsorger um Rat fragen?

    ganz nebenbei, beim Jugendamt hilft Nachfragen.
    Es gibt viele alleinerziehenden Pflegeeltern, und die ansprüche ans Materielle sind auch nicht besonders hoch, wenn die Jugendämter nur Willigkeit erkennen können.
    wirst schon sehen, versuchs ruhig…

    Gefällt mir

  6. @BBT:

    …aber die sich hier herumtreibenden Brights (und die Kommentatoren aufm blasphemieblog) scheinen die PID zu befürworten, die so angewandt die Menschenwürde aushöhlt, da ein Leben so nach der (zu erwartenden) Behinderung des Menschen als gewünscht oder ungewünscht eingestuft wird.

    Ah ja. Wenn jemand seinem Kind keine Behinderung zumuten will, und deshalb lieber, solange da nur ein Zellhaufen ist und noch kein Kind, abtreibt, und dann besser ein nicht behindertes Kind bekommt – der höhlt damit die Menschenwürde aus?!? Du hast echt seltsame Ideen…

    Was sich in der Aufklärung durchgesetzt hat war eine gewisse Wissenschaftlichkeit, die mit den Menschenrechten an sich erst mal nichts zu tun hat.

    Ah ja. Du hast also keine Ahnung, was die Aufklärung eigentlich war… Les‘ doch mal ein wenig darüber nach! (Tipp: schon alleine der allererste Absatz in der Wikipedia widerlegt dich)

    Und erklär‘ mir doch bitte freundlicherweise mal, warum die Menschenrechte sich erst durchsetzen konnten, als die Macht der Kirchen immer mehr schwand – wohingegen es zu der Zeit, als die Kirche wirklich *viel* Macht hat, eben *keine* allgemeinen Menschenrechte gab!

    Der folgende Vergleich von Artikeln der Menschenrechte und angeblichen christlichen Vorstellungen zeigt nicht im mindesten, dass die Menschenrechte von der Kirche kommen. Er zeigt nur, dass die Kirchen inzwischen, wo sie gegen allgemeine Menschenrechte nichts mehr tun können, Aussagen der Bibel geschickt so uminterpretieren, dass es so aussieht, als hätten sie das immer schon so gesagt.

    Besonders frech sind die Aussagen zur Sklaverei. Fast 2 Jahrtausende lang gab es Sklaverei – trotz Christentum; die Bibel gibt sogar explizite Anweisungen dafür, wie man Sklaven zu behandeln hat; im neuen Testament werden Sklaven dazu aufgefordet, ihren Herren zu gehorchen. Auch im amerikanischen Bürgerkrieg waren fast alle südlichen christlichen Vereinigungen für die Sklaverei. Erst im 19. Jahrhundert, als, wie gesagt, die Kirchen immer mehr an Macht verloren, wurde begonnen, die Sklaverei endlich abzuschaffen. Und trotzdem siehst du das als ein Verdienst der Kirchen an?!? Aber sonst geht’s noch?

    Und abschließend noch: wenn man denn laut den 10 Geboten nicht töten soll – warum hat dann der alttestamentarische Gott Völkermorde befohlen…?

    Gefällt mir

  7. @nickpol:
    Bin ich materialistisch, weil ich arm bin? Wie verantwortungsvoll wäre es denn, wenn ich meinen würde, ich könnte im Moment mehr stemmen als mein eigenes Leben? (abgesehen davon daß ja auch das Jugendamt noch n Wörtchen mitzureden hat)…

    Gefällt mir

    1. bundesbedenkentraeger:

      Bin ich materialistisch, weil ich arm bin?

      Du wirfst hier reines Konsumdenken vor und wenn es konkret wird, benutzt du dein nicht möglichen Konsum um dich rauszureden. Der Zustand der Armut ist entweder materialistisch oder ideell. Im letzteren Fall ist dir das Himmelreich sicher. Pech, wenn es das dann nicht gibt. Reklamation für ein besseres Leben ausgeschlossen.

      Gefällt mir

  8. @yerainbow:
    Aus Ermangelung einer Familie und da ich die finanzielle Grundlage nicht bieten kann (Studium), habe ich keine Pflegekinder.

    Die Argumentation, daß wegen Nidationsproblemen eh 3/4 der Embryonen „verschwinden“ und man deshalb auch die Abtreibung (die hier gar nicht Thema war, oder?) relativieren kann, hört sich für mich so ähnlich an wie: Es kommen X Menschen jedes Jahr durch Krankheiten und Naturkatastrophen um, da macht es dann auch nichts, wenn man hier und da mal nen Menschen erschlägt.

    So war das doch hoffentlich nicht gemeint, oder?

    Gefällt mir

    1. bundesbedenkentraeger

      Aus Ermangelung einer Familie und da ich die finanzielle Grundlage nicht bieten kann (Studium), habe ich keine Pflegekinder.

      Du offenbarst hier ein völlig unchristliches, materialistisch-egoistisches Weltbild.

      Gefällt mir

  9. Hier wieder meine entscheidende Praxisfrage:

    Wie viele überzählige und ungewollte Kinder hat der hier anwesende Christ (voller Menschenliebe…) also in seine Familie als Pflegekinder integriert?

    Wobei ich dazu sagen möchte, ich kenne sehr wohl Familien, die sowohl Christen wie auch Pflegefamilien sind.
    Darunter gibt es welche, die es mehr oder auch weniger gut schaffen…

    Ich erwarte nicht, daß JEDER, der sich Gedanken um Menschenwürde und um Lebensrechte macht, sich um solche überzähligen Kinder (ja, dann kam er erst ins Heim, und später in den Knast…) kümmern muß.

    allerdings, wer große Töne spuckt, der sollte auch etwas vorzuweisen haben.
    Labern ist keine Kunst.

    im übrigen verschwinden nach heutigem Wissensstand ca 3/4 aller befruchteten Eizellen (also schon komplette Anlagen für einen Menschen, mit allem drum und dran) auf natürlichem Wege wieder im Nichts. Meist handelt es sich um Nidationsprobleme.

    Das bedeutet im Klartext, gegen „Gott“ als Abtreiber sind Menschen wahrlich kleine Fische…

    Gefällt mir

  10. @bundesbedenkenträger:
    „…aber die sich hier herumtreibenden Brights…“

    Immer wieder interessant, in welchem Ton die Christen über ihre nicht glaubenden Mitmenschen sprechen, wenn so doch gleichzeitig „…Gleiche Würde…“, „…Begegnung im Geist der Brüderlichkeit…“, „…Nächsten- und Feindesliebe…“ fordern!

    Hier was zum Nachdenken für den selbsternannten Bedenkenträger:
    „…Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? (..) Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!…“

    Gefällt mir

  11. @Björn:
    Von generell war nicht die Rede, aber die sich hier herumtreibenden Brights (und die Kommentatoren aufm blasphemieblog) scheinen die PID zu befürworten, die so angewandt die Menschenwürde aushöhlt, da ein Leben so nach der (zu erwartenden) Behinderung des Menschen als gewünscht oder ungewünscht eingestuft wird.

    Was sich in der Aufklärung durchgesetzt hat war eine gewisse Wissenschaftlichkeit, die mit den Menschenrechten an sich erst mal nichts zu tun hat.

    Sehen wir uns einige Menschenrechte an (ich beziehe mich auf die Seite der UNO http://www.ohchr.org/EN/UDHR/Pages/Language.aspx?LangID=ger):

    Artikel 1: Gleiche Würde, Begegnung im Geist der Brüderlichkeit.

    Christlicherseits: Gottesebenbildlichkeit der ersten Menschen und somit aller Menschen (gleiche Würde) und Nächsten- und Feindesliebegebot (Geist der Brüderlichkeit).

    Artikel 2: Universelle Gültigkeit der Menschenrechtserklärung.
    Christlicherseits: Also wir sehen Gott auch als universalen Gott an als Gott aller Menschen, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft etc (siehe dazu auch verschiedene Passagen in den NT Briefen sowie die Heraushebung der Rechte der „Fremdlinge“ im AT).

    Artikel 3: Recht auf Leben, Freiheit, Sicherheit.
    Christlicherseits: Du sollst nicht töten (auch wenn es noch keine Person, sondern nur menschliches Leben in Form eines Embryos ist ;)), zur Freiheit siehe etwa Paulus zur Freiheit in Christo, zur Sicherheit siehe die prophetische Sozialkritik an den Königen von Israel und Juda.

    Artikel 4: Sklaverei und Leibeigenschaft sind verboten.
    Christlicherseits: Widerspricht eigentlich schon der Nächstenliebe, auch andere Äußerungen lassen sich dahingehend verstehen, allerdings gibt es kein eideutiges Verbot de Sklaverei in der Bibel, wohl aber im Gewissen, so daß die ersten Abolisten aus tiefem christlichen Glauben heraus handelten im Kampf gegen die Sklaverei.

    usw usw…

    Bei allen Artikeln der Menschenrechtserklärung lassen sich Forderungen der Bibel und historische Kämpfe überzeugter Christen finden. Daß es dann eine Weile dauerte, bis es zur Durchsetzung kam, liegt nicht am Glauben, sondern an der Struktur der Macht, der kirchliche Führungen genauso unterliegen wie weltliche. Oder wie war das mit dem alten Fritz, der ja eigentlich gern aufgeklärt war aber dann trotzdem die Königskrone nicht aus der Hand geben wollte… aber ja, Aufklärung bedeutet ja Herrschaft der Vernunft, und das Volk damals war ja noch viel zu gläubig um vernünftig zu sein und hatte die Demokratie wohl nicht verdient, ne?

    Man kann sich alles so biegen, wie man’s will, man kann selbst behaupten, die Kirche hätte nichts mit Aufklärung zu tun…

    Gefällt mir

  12. @BBT:

    Wenn ich die Wahl hab, zwischen unterdrückter Wissenschaft bei gleichzeitiger Wahrung der Menschenwürde oder Förderung der Wissenschaft bei Mißachtung oder Relativierung der Menschenwürde, entscheide ich mich gegen die Wissenschaft!

    Falls du damit ausdrücken willst, dass die Wissenschaft generell die Menschenwürde nicht achten würde, dann bring‘ doch bitte ein paar Beispiele dafür.

    Die Menschenrechte kamen komischerweise in der Kultur auf, in der die Kirche besonderen Einfluß hatte.

    Die Idee der Menschenrechte begann sich erst während der Aufklärung durchzusetzen – also zu einer Zeit, in der der Einfluss der Kirche geringer wurde…

    Gefällt mir

  13. @Andreas A:
    Wenn ich die Wahl hab, zwischen unterdrückter Wissenschaft bei gleichzeitiger Wahrung der Menschenwürde oder Förderung der Wissenschaft bei Mißachtung oder Relativierung der Menschenwürde, entscheide ich mich gegen die Wissenschaft!

    Inwieweit die Kirche (welche Kirche, wer in der Kirche, wer in der Kirche hatte andere Meinung, wer definiert, was/wer Kirche ist?) die Menschenrechte verhindert oder nicht anerkennt können wir gerne ausdiskutieren. Fraglich ist dabei auch, um welches Menschenrechtsdokument es genau geht. Die Menschenrechte kamen komischerweise in der Kultur auf, in der die Kirche besonderen Einfluß hatte. Wieso nicht andernorts, wo der Einfluß der pöhsen Kirche geringer war?

    Gefällt mir

  14. @BBT

    „Schon in den ersten Jahrhunderten, bevor der Bischof von Rom „Papst“ genannt wurde, haben Christen sich gegen die Abtreibung ausgesprochen…“

    Nicht nur gegen Abtreibung hat sich die Kirche eingesetzt, auch die Menschenrechte hat sie lange für unnötig erachtet, Rassentrennung befürwortet und Wissenschaft unterdrückt.

    Es ist der Hohn, dass dank dieser unterdrückten Wissenschaft, die Kirche definieren möchte, wann Leben entsteht.

    Gefällt mir

  15. Lustig find ich, daß der Personbegriff nicht im Artikel steht, sondern erst in den Kommentaren ins Spiel gebracht wird. IM Artikel ist die Rede von „Leben“.

    „Papst Sixtus V. war es schließlich, der 1588 die Empfängnisverhütung und Abtreibung zu Todsünden erklärte und Verstöße mit Exkommunizierung ahndete.“
    Schon in den ersten Jahrhnderten, bevor der Bischof von Rom „Papst“ genannt wurde, haben Christen sich gegen die Abtreibung ausgesprochen während die Vertreter der höheren Bildung in römischen Reich auch mal postnatale Abtreibung betrieben und geborene Babies auf den Müll warfen.

    Gefällt mir

  16. @Myron

    Die entscheidende Frage ist:
    „Wann ist ein menschlicher Organismus eine menschliche Person?“
    Embryos als Personen zu bezeichnen, ist unsinnig, und von daher sind sie nicht im gleichem Maße schützenswert wie Personen.

    Ich vertrete die These, dass ein Mensch erst „Mensch“ bzw. „menschliche“ Person ist, wenn er über ein funktionierendes Gehirn besitzt. Wenn das graue schwabbelige Ding zwischen den Ohren sich nicht nur teilt, wie es die Zellen von Arme und Beine tun, sondern auch mit dem Organismus verbunden ist und seine Fuktion als Schaltzentrale ausübt. Dies ist bei einem 4-Tage altem Zellhaufen bekanntlich kaum der Fall 😉 .

    Die Persönlichkeit, das Individuelle bis hin zu den Lebenserhaltungsfunktionen, sind ohne einem Gehirn, bzw. seinen ausgesendeten Signalen, nicht möglich. Ein abgetrennter Arm ist genausowenig eine Persönlichkeit, wie ein Herz oder eine krumme Nase, obwohl sie einerseits die selben Zellen beinhalten, wie ein Fötus, und sie ebenfalls an ein Fortbestehen „interessiert“ sind, also Nährstoffe beziehen, um weiter bestehen zu können. Jedoch ist das Gehirn die endgültige Schaltzentrale des Organismus. Erst mit ihr ist eine naturalistisch begründete Differenzierung zwischen „Zellklumpen“ und „potenzieller Träger von Intelligenz und Menschenwürde“ möglich. Ansonsten wäre es IMO sogar möglich anzunehmen, eine Spenderniere hätte ehrlicherweise einen Anspruch auf Menschenrechte 😉 .

    Somit habe ich kein Problem mit der Handhabung von Zellen, die sich nicht zu einem Oganismus verbunden haben, welche mit einem funktionierendem Gehirn ausgestattet sind. Da fallen auch befruchtete Eier darunter, genauso wie Menschen, die einen Gehirntod erlitten haben und dessen Körper nur noch per Technik am Leben gelassen wird. Im Gegensatz dazu ist ein weiterentwickelter Organismus, welche schon über ein entwickeltes und in funktion befindliches Gehirn verfügt, schon fähig der Reflexion, und damit einen guten Stück näher an dem uns bekanntem Menschenrecht, als ein Zellklumpen aus der Mundschleimhaut oder der Gebärmutter.

    Was sich religiöse Mitmenschen ausdenken, ist ihnen überlasen. Absolut niemand zwingt sie, sich einer PID oder Abtreibung zu unterziehen. Die Befürchtung, eine „Selektion“ fände statt und man würde existierende behinderte Menschen herabwürdigen, ist IMO angesichts der gesetzlichen und gesellschaftlichen Möglichkeiten der Regelung nicht gegeben. Nicht in diesem Informationszeitalter. Das mag vielleicht in der Bronzezeit geglückt haben, als unwissende Menschen jeder „Rassenleren“ hinterher dackelten, aber das Wissen ist heute keine Geheimlehre mehr, sondern sprichwörtlich an jeder Ecke erhältlich. Es ist aber eine „Heidenarbeit“, dieses Wissen auch in jedes einzelne (religiös geprägte) Dorf zu tragen 😉 .

    Gefällt mir

    1. Manchmal kommt so ein Stuß von den Klerikern, dass man meint auf dem Papststuhl sitzt eine ausgebrütete Nachgeburt, weil man das Baby nach der Geburt weggeworfen hat.

      Gefällt mir

  17. „Wann ist ein Mensch ein Mensch?“

    Es ist zu unterscheiden zwischen den Begriffen „menschlicher Organismus“ und „menschliche Person“. Niemand bestreitet, dass es sich bei einem menschlichen Embryo um einen menschlichen Organismus im Frühstadium handelt. Die entscheidende Frage ist:
    „Wann ist ein menschlicher Organismus eine menschliche Person?“
    Embryos als Personen zu bezeichnen, ist unsinnig, und von daher sind sie nicht im gleichem Maße schützenswert wie Personen.

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.