Der Glaubuli-Schamane als Präsident


Jörg-Dietrich Hoppe, tz-online.de

Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hat sich gegen die Forderung gewandt, homöopathische Behandlungen nicht mehr von den Kassen zu erstatten.

Der Tagesspiegel

„Die Wirkung von homöopathischen Mitteln ist zwar nicht naturwissenschaftlich belegbar, trotzdem ist die Homöopathie ein wichtiger Zweig in der Ausbildung von Ärzten geworden“, sagte Hoppe dem Tagesspiegel. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hatte verlangt, dass Homöopathie nicht länger Kassenleistung bleibt, da es keinen klaren Nutzennachweis gebe. Patienten sollten die Naturheilverfahren aus eigener Tasche bezahlen.

Hoppe setzt dagegen auf die Kombination von Naturheilkunde und Schulmedizin: „Besonders in der Behandlung von Befindlichkeitsstörungen wie Reiseübelkeit oder Wetterfühligkeit werden mit Globuli Erfolge erzielt.“ Auch in der Vorsorge sei die 200 Jahre alte Homöopathie ein wichtiger Helfer. Zu ihrer Philosophie gehöre das lange, ausführliche Gespräch zwischen Arzt und Patient. „Die Patienten fühlen sich aufgehoben und sicher“, sagte Hoppe, „das erleichtert die Diagnose und den Heilungsprozess.“

Patienten, die homöopathisch behandelt werden, seien insgesamt gesünder und verursachten weniger Kosten, heißt es in einer Stellungnahme des deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte. Homöopathie sei „keine Luxusmedizin“, so der Zentralverein. Die Mittel seien günstiger als konventionelle Medikamente, und durch lange Anamnese könnten Kosten, etwa für Labordiagnostik, gespart werden. Auch Hoppe sagte: „Die meisten können sich die Behandlung leisten.“ Würde die Kassenleistung abgeschafft, „wird es nur die Ärmeren treffen“.

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13 Comments

  1. Homöopathie arbeitet doch nicht empirisch. Allenfalls anekdotisch.

    Ich hab grad den Bericht von Fritz Donner vorliegen.
    (Überprüfung der fHomöopathie durch das Reichsgesundheitsamt 1936 bis 1939)

    schon innerhalb der ersten 5 Seiten ist eigentlich schon klar, daß die Homöopathen nicht mal ansatzweise etwas vorzuweisen hatten….
    Dafür aber viele Erben glücklcih gemacht.

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  2. Sowohl Schulmedizin als auch Homöopathie arbeiten empirisch und übersehen, dass jedes Ereignis, jede Erkrankung eine URSACHE hat und nur deren Beseitigung wirkliche Hilfe sein kann.
    90- 95% all unserer Erkrankungen sind von unserer unartgerechten Lebensweise verURSACHt!

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  3. (…) und durch lange Anamnese könnten Kosten, etwa für Labordiagnostik, gespart werden.

    Das ist nicht nur grotesk, das ist eine unverschämte Lüge.

    Ein obskures Heilverfahren, das keine Krankheiten kennt bzw. anerkennt, behauptet, mit seinen banalen Fragenbögen die Diagnoseverfahren der Wissenschaftsmedizin ersetzen zu können.

    Widerwärtiger Größenwahn zu Lasten des Patienten.

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  4. Kleines Zitat aus dem aktuellen Spiegel (S. 67, 3. Spalte):

    Wieso kann es nicht wenigstens ein Nebeneinander geben zwischen Schulmedizin und Homöopathie geben? Wieso kann Ernst [Anm: gemeint ist Prof. Edzard Ernst] „die Spinner“ unter den Homöopathen, wie er sie nennt, nicht einfach machen lassen und den Placebo-Effekt ihrer Therapie bewundern?
    Bei dieser Frage beginnen Ernsts Augen nochmal zu funkeln: Ein Wissenschaftler müsse Vertreter der Aufklärung sein, doziert er. „Wenn wir glauben, dass das Schütteln von Hochpotenzen uns heilt, wenn wir an den ganzen Käse glauben, wenn die Menschen beginnen, wissenschaftliches Denken abzulehnen und der medizinische Aberglaube zurück kehrt, dann kappen wir unsere besten Traditionen, dann sind wir auf dem Weg zurück ins Mittelalter.“

    Das sollte sich Herr Hoppe mal ins Poesiealbum schreiben lassen…

    Gruß

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  5. Ärzte haben nicht immer Fachwissen über Wissenschaftstheorie….
    Wie Wissenschaft funktioniert..

    SChon die Aussage „mit Homöopathie Behandelte sind insgesamt gesünder“ zeigt das.
    Da wird ganz klar ursache und Wirkung verwechselt.

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  6. Welche Funktion hat dieser Mann ? Präsident der Bundesärztekammer !!!??? Haben die deutschen Ärzte tatsächlich den Bock zum Gärtner gemacht ? Hoppe hat an der Uni Köln Medizin studiert. So steht es in WIKIPEDIA.
    Diese Angabe bezweifle ich. Von einem akademischen Titel ist zudem nichts vermerkt. Ist zwar nicht zwingend erforderlich. Aber immerhin hat es dazu gereicht, um eine Funktion in der Bundesärztkammer zu bekleiden.

    Aber das muss ja nicht so bleiben. Man kann solche Leute ja auch abwählen. Bei der Vereinigung der deutschen Homöopathen findet sich schließlich für Leute wie Hoppe immer einen Platz und eine entsprechende Funktion. Das Talent zur Volksverdummung bringt er schließlich mit !

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  7. „Homöopathie sei „keine Luxusmedizin“, so der Zentralverein. Die Mittel seien günstiger als konventionelle Medikamente, […]“
    Keine Forschung, keine klinischen Studien, keine langwierigen Zulassungsverfahren, keine Inhaltsstoffe – kein Wunder, dass homöopathische Mittel günstiger sind.
    Wasser kostet etwa 2 Euro pro Kubikmeter…. Außerdem frage ich mich, was denn eine ausführliche Anamnese verhindert, wenn man keine Zuckerpillen verscheuert. Vielleicht sollte der liebe Doktor sich für ausführlichere Anamnesen als Kassenleistung einsetzen und nicht dafür, „die Ärmeren“ ihr Geld für Homöopathie aus dem Fenster werfen zu lassen. Jemanden z. B. bei einer Erkältung heiße Milch mit Honig zu „verschreiben“ könnte die gleiche Placebo-Wirkung entfalten und ist noch günstiger (und Honig hat immerhin eine nachgewiesene antibiotische Wirkung: http://www.fasebj.org/cgi/content/abstract/24/7/2576 ).

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  8. @sergej_k

    Der Satz ist insofern sehr verraeterisch, als dass die Betonung von „naturwissenschaftlich“ hier impliziert, dass es noch andere Wege der Belegbarkeit gaebe. Womit wir wieder voll im esoterischen Sumpf stecken.

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  9. Die Wirkung von homöopathischen Mitteln ist zwar nicht naturwissenschaftlich belegbar…

    Ich finde das Wort „naturwissenschaftlich“ in dem Satz, ist überflüssig. „Die Wirkung von homöopathischen Mitteln ist nicht belegbar“ reicht doch.

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  10. homöopathie gehört zur ärzte ausbildung? schauder…

    dann werde ich demnächst meinen arzt fragen müssen, ob er die möglichkeit einer verhexung ausgependelt hat. das ist nich billiger für die kassen und man könnte es auch zu hause machen.

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  11. Zitat: „Kostengünstige homöopathische Mittel müssen durch andere, teure Medizin ersetzt werden.“

    Man meint wohl „wirksame“ Medizin.

    Warum baut man dann nicht gleich Tempel fuer Aeskulap: Antiken Berichten nach haben auch Menschen die Tempel geheilt verlassen …

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  12. „…Die Wirkung von homöopathischen Mitteln ist zwar nicht naturwissenschaftlich belegbar, trotzdem ist die Homöopathie ein wichtiger Zweig in der Ausbildung von Ärzten geworden…“

    Vor allem ist sie eine wichtige Einnahmequelle geworden…

    „…Würde die Kassenleistung abgeschafft, „wird es nur die Ärmeren treffen“…“

    „Die Ärmsten der Armen“ – das universelle Totschlag-Argument für alles und jedes. Ich kann es nicht mehr hören.

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