Sozialdemokratisch in den Laizismus


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Ein neuer Arbeitskreis in der SPD macht sich für die Abschaffung von Kirchenprivilegien stark. Der Zulauf spricht für das große Interesse. Es ist wichtig, sich in der Partei wiederzufinden, sagt Gründungsmitglied Nils Opitz-Leifheit im Interview mit vorwärts.de.

vorwaerts.de

vorwaerts.de: „Wenn Du nicht mehr weiter weiß, gründe einen Arbeitskreis“, empfiehlt ein bekannter Spruch: Wie gründet man in der SPD einen Arbeitskreis?

Nils Opitz-Leifheit:
Arbeitskreise werden vom Parteivorstand beschlossen und eingerichtet. Aber damit er dies tut, ist es natürlich sinnvoll, wenn  Genossinnen und Genossen, die einen AK für notwendig halten, sich zunächst einmal zu ihren Zielen zusammenfinden und dies als Wunsch an den Parteivorstand formulieren. So weiß man auch im Vorhinein, wie groß das Interesse daran in der Partei ist und nur so kann man Inhalte und Ziele definieren, für die sich der Arbeitskreis stark macht. Bislang gibt es drei Arbeitskreise, die Christen und die Juden in der SPD sowie die Schwusos. Arbeitskreise sind kleiner und mit weniger Rechten ausgestattet als Arbeitsgemeinschaften wie beispielsweise die Jusos oder die ASF.

Warum braucht die SPD einen Arbeitskreis für Laizisten und Konfessionsfreie?

Willi Brandt hat mal gesagt, jede Zeit erfordert ihre eigenen Fragen und Antworten. Die Konfessionsfreien stellen mit über 34 Prozent inzwischen die größte weltanschauliche Gruppe neben den nur noch jeweils 29 Prozent Katholiken und Protestanten in Deutschland (Stand 2008, die jüngste massive Austrittswelle ist da noch nicht berücksichtigt). Diese Menschen haben (wie die konfessionsgebundenen auch) recht unterschiedliche Weltanschauungen, aber sie alle haben ein Interesse daran, dass unser Staat weltanschaulich neutral ist und ihnen keine Nachteile erwachsen. Sie zu ignorieren, wie wir dies in den letzten Jahren getan haben, ist parteipolitisch unklug.

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1 Comment

  1. Wenn sich die SPD im laizistischen Sinne weiterentwickeln sollte, würde sie auch für mich wieder wählbar ! Die kürzlich erhobene Forderung nach Abschaffung der Kostenerstattung für homöopathische Mittelchen war ja ebenfalls eine Initiative der SPD. Und jetzt soll ein laizistischer Arbeitskreis gegründet werden ! Ganz allmählich wird die SPD ja wieder echt fortschrittlich und zeitgemäß. Nun ja, spät kommen sie, aber besser spät als nie !

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