Protestantische „Sumpfkulturen“


Stinkwanze
Alles ist möglich! (CC-by/3.0/en by Darius Baužys)

Es funktionierten im evangelischen Nordelbien die gleichen Mechanismen wie in der katholischen Kirche: Der Wunsch, die Institution zu schützen, trübte den Blick für die Opfer.

Der Täter konnte sich zum Opfer stilisieren. Als er aus der Gemeinde versetzt wurde, hatte er weiterhin Kontakt zu Kindern und Jugendlichen. Zehn Jahre lang hielt die Kirche still, die Opfer mussten das Schweigen brechen.

Auch demokratisch organisierte Gemeinschaften ohne Zölibat können Sumpfkulturen entwickeln, in denen Missbrauch ungestraft gedeiht. Sexuelle Gewalt geschieht überall, Missbrauch durch Geistliche vergewaltigt in besonderer Weise die Seelen der Kinder und Jugendlichen.

Die Täter nutzen geschickt ihr Amt, sie missbrauchen in Gottes Namen. Das ist der überkonfessionell kirchliche Geschmack dieser Taten.

Und ausgerechnet in Nordelbien, wo man stolz ist auf das fortschrittliche und frauenbewegte Bewusstsein, hat die Kirchenleitung dies nicht erkannt. Das wiegt schwer; auch das ist ein Grund für Maria Jepsens traurigen Rücktritt.

Und es gibt aktuell einen <a href=“http://politischunpolitisches.blogspot.com/2010/07/neuer-mibrauchsfall-in-nordelbischer.html“>neuen aufgedeckten Mißbrauchsfall in der Nordelbischen Landeskirche</a>.

Mathias Drobinski, SZ

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz gerät in Bedrängnis: Er soll einen Missbrauchsfall in seinem Bistum falsch dargestellt haben. Der Fall erinnert an den von Maria Jepsen – kann Robert Zollitsch so weiter als Aufklärer gelten?

Heute ist er Erzbischof von Freiburg und Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, damals war er Personalreferent des Erzbistums. Er hat im Umgang mit dem Straftäter B. Fehler gemacht. Und er hat im März 2010 nicht die ganze Wahrheit gesagt, wenige Tage, nachdem er auf der Frühjahrsversammlung der deutschen Bischöfe in Freiburg den Willen der Kirche bekundet hatte, alle Fälle von sexuellem Missbrauch schonungslos aufzuklären.

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