BP: Photoshop-Dilettantismus


Die Kombo zeigt den Kontrollraum mit den manipulierten Bildschirmen (oben) und eines der Bilder, die in einen der leeren Bildschirme kopiert wurden. Quelle: ap

Kaum hat BP das Ölleck im Golf von Mexiko ansatzweise unter Kontrolle, da blamiert sich der Konzern mit einer deftigen PR-Panne: Um das eigene Krisenmanagement zu schönen, wurden Bilder aus einem Kontrollzentrum manipuliert.

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BP kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus: Hatte es bislang vor allem Kritik gehagelt an der Unfähigkeit, das Ölleck im Golf von Mexiko zu schließen, so sieht sich der Konzern jetzt auch noch dem Vorwurf der Medienmanipulation ausgesetzt. Das Unternehmen hatte manipulierte Fotos veröffentlicht, die offenbar große Geschäftstätigkeit im Kampf gegen die Ölpest demonstrieren sollten.

Die Bilder zeigen einen Kontrollraum mit insgesamt zehn großen Monitoren. Drei davon waren auf den Originalfotos schwarz, auf den übrigen liefen aktuelle Bilder von Unterwasserkameras. Auf den veröffentlichten Aufnahmen waren dagegen auch auf den eigentlich leeren Monitoren Bilder zu erkennen, wie John Aravosis auf „Americablog.com“ berichtete.

Per E-Mail teilte BP-Sprecher Scott Dean der „Washington Post“ mit, hinter den Änderungen stünden keine dunklen Machenschaften. „Normalerweise benutzen wir (die Fotobearbeitungs-Software) Photoshop für typische Zwecke wie Farbkorrekturen und für Ausschnitte“, hieß es in der Mail. „In diesem Fall haben sie Bilder von Unterwasser-Robotern kopiert und in das Originalbild mit Bildschirmen eingefügt, auf denen zu diesem Zeitpunkt keine Videoaufnahmen liefen.“

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5 Comments

  1. Offensichtlich beschäftigt man sich bei BP lieber mit Bildbearbeitung oder besser Bildverfälschung, als mit der Aufstellung von Notfallplänen. Es gibt noch hunderte andere Ölförderplattformen in den Meeren der Welt. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die nächste Plattform eine Havarie hat und die Ölförderrohre Leck schlagen. Zu allem Überfluss und entgegen dem gesunden Menschenverstand will BP in den nächsten Wochen vor der libyschen Küste im Golf von Sirte ein neues Ölfeld durch eine Tiefseebohrung erschliessen.

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  2. Mag ja sein, dass diese Veränderungen eher vernachlässigbar schlimm sind, aber auf der anderen Seite wirft das gleich ein schlechtes Licht auf die Medienpolitik von BP insgesamt. Wenn schon an harmlosen Bildern herumgedoktort wird, wie wird dann erst mit sensibleren Informationen verfahren?

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