Merk(befreit) durchs Sommerloch


Bayerns Justizministerin Merk (CSU): "Laissez-faire-Politik der FDP bei Kinderpornos". DDP

CSU-Ministerin macht Spiele und FDP für Missbrauch verantwortlich

Von Christian StöckerSPON

Bayerns Justizministerin Merk hat einen Verantwortlichen für die Fälle sexuellen Missbrauchs in einem Ferienlager auf Ameland ausgemacht: den eigenen Koalitionspartner. Weil die Liberalen Kinderpornografie im Internet lieber löschen als sperren wollen.

Extreme, schreckliche Ereignisse wie die, die sich offenbar in einem Feriencamp auf der Insel Ameland abgespielt haben, rufen in der Regel extreme Reaktionen hervor. Nicht alle sind sinnvoll, und manche schlicht ein Ausdruck von Hilflosigkeit. Ein Beispiel für die letztere Kategorie hat gerade die bayerische Justizministerin geliefert. Beate Merk, CSU, hält den eigenen Koalitionspartner für mitverantwortlich für die mutmaßlichen sexuellen Gewalttaten im Schlafraum „Silbermöwe“.

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12 Comments

  1. Wieso werden Politiker so schlecht behandelt?

    Die Frage müßte heißen: Warum wird seit Jahrzehnten Politik gegen das Volk ausgeübt?

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  2. @Kuro Sawai:

    „…hmmm…“

    Mir ging es nur um das Zitat, ansonsten ist mir Joseph Marie de Maistre – offen gestanden – völlig unbekannt.

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  3. @tischl
    Dass du ausgerechnet mit dem militanten Exponenten der Gegenaufklärung Joseph Marie de Maistre dich zu schmücken begehrst, hmmm.

    Siehe die einschlägige Literatur zu der Type:

    E. M. Cioran: Über das reaktionäre Denken. Zu Joseph de Maistre, in: ders.: Über das reaktionäre Denken, Band 643 der Bibliothek Suhrkamp, Erste Auflage 1980, 114 Seiten
    – Richard Lebrun: Joseph de Maistre – an intellectual militant. Quebec 1988
    – Wilhelm Schmidt-Biggemann: Politische Theologie der Gegenaufklärung. Saint-Martin – de Maistre – Kleuker – Baader. Berlin 2004

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  4. @nickpol:
    „…Wie behandelt denn die pöhse deutsche Bevölkerung ihre Politiker?…“

    Für eine Demokratie ziemlich respekt- und würdelos. Politik wird generell als „dreckiges Geschäft“ gesehen, das Ansehen des Berufspolitikers rangiert seit Jahrzehnten „unter ferner liefen“. Joseph Marie de Maistre hatte schon immer recht…

    „…Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient…“

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    1. tischl

      Für eine Demokratie ziemlich respekt- und würdelos.

      Na gut, Respekt muss man sich verdienen, bei manchen Politikern hängt die Würde am Geld und dass Einzige was man einem Politiker glauben kann ist seine Kontonummer.
      Auf Kommunalebene sehe ich da aber gewaltige Unterschiede. Da sind die Politiker noch mit beiden Beinen in der Realität, alles andere kann man getrost in die Tonne kloppen, egal von welcher Partei.

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  5. Unglaublich – von was für Typen wir inzwischen regiert werden. Aber so wie die deutsche Bevölkerung ihre Politiker behandelt, braucht man sich auch nicht zu wundern, dass gebildete und integre Menschen diesen Beruf nicht mehr anstreben…

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    1. tischl

      Aber so wie die deutsche Bevölkerung ihre Politiker behandelt…

      Wie behandelt denn die pöhse deutsche Bevölkerung ihre Politiker? Das würde mich mal interessieren.
      Das kommt mir doch sehr merkelwürdig vor.

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  6. Bei dem, was das hitzgeschlagene Mini-ster-nchen da absondert, stellt sich auch sofort die Frage: löschen oder sperren?

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  7. Dann möge Merk doch einmal nach Japan schauen und sich damit auseinandersetzen, daß pornographische Comics mit
    nach unseren Verständnis perversen Inhalten dort zur Alltagskultur und Kultur gehören, dennoch gehört Japan zu den Ländern mit unterdurchschnittlich vielen Sexual-verbrechen, während Südafrika Vergwaltigung fast schon Volkssport ist.

    Daß auf hinduistischen Tempeln, in vielen religiösen Schriften und Werken (Bibel, griechische Mythen, …)
    , den Liebesgedichten von Catull, die in Bayern auf dem Lehrplan stehen, in der bildenden Kunst der Antike und anderswo Pornographie und sexuelle Anspielungen zu finden sind, wird ignoriert, weil man damit niemanden in Rage versetzen kann, solange man noch etwas anderes anprangern kann.

    @Kuro Sawai
    Daß man auf Populismus, Vorurteile, Halbwahrheiten, Märchen, Lügen und das Unwissen der meisten Bürger setzt, ist leider in der ganzen Politik ein übliches Vorgehen, da ist keine Partei besser als eine andere. Nur die Opfer der Haßtiraden und Diffamierungen unterscheiden sich.

    Boulevardzeitungen sind Boulevardzeitungen, die leben davon Sensationslust, die dunklen Gelüste, die Unbildung und das Streben des Menschen nach einer einfachen Welt auszunutzen. Da macht das Einteilen der Welt in Rechts und Links keinen Sinn und an den Rändern sollte man nie mit Freiheit und Toleranz rechnen. Jeder Rand hat seine eigenen absonderlichen Kreaturen, die gegen Spiele mit Gewaltinhalten und Pornographie in jeder Form in den Krieg ziehen.

    Wissenschaftlichkeit und Sachlichkeit spielen in der Boulevardpresse und auch leider in der Politik (unabhängig von der Partei) keine Rolle.

    Daß angebliche Killerspiele niemanden schaden, sondern auch bei Leuten mit Problemen, die in Gewalt enden können, dafür sorgen, daß der Spieler stabiler und ausgeglichener wird, wird ignoriert, weil die Forscher zu wenig Talent für Demagogie und Populismus haben. Dafür werden Forscher, die unwissenschaftlich und unsauber arbeiten, von den Medien und der Politik oft ernst genommen und mit Forschungsgeldern überhäuft.

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  8. @Kuro Sawai:

    Was gleichwertiges im Fernsehbereich gibt es, glaube ich, schon: arte geht imho in die richtige Richtung. Allerdings ist das leider nur ein Nischensender. Wenn man sich anschaut, wie bei ‚Das Erste‘ und dem CDU-Haussender ZDF die Programmschemata sind, könnte man glatt kotzen.

    Was die Merk da von sich gibt trifft leider genau das, was die Leute hören wollen: Einfache Antworten. Aus meinem privaten Umfeld kenne ich leider zur Genüge diese Argumentation, als es um von der Leyen und ihr Stoppschild ging. Da hatte die Bild das Feld natürlich passend bereitet…

    Gruß

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  9. Eigentlich können „wir“ uns Politiker dieser Qualität nicht leisten. Aber die Wähler merken das offenbar nur sehr zögerlich und mit großem Zeitverzug. Nur weil es kein linkes Äquivalent der Boulevardzeitung mit den vier Buchstaben gibt und ebenso nichts Gleichwertiges zur BBC im Fernsehbereich?

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