Die Natur des Bösen


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Von Thomas KunzeNordkurier.de

Ist Macht ein Fluch oder ein Segen? Was ist Glück? Philosophen beschäftigen sich mit J. R. R. Tolkiens Fantasy-Roman „Der Herr der Ringe“.

„Der Herr der Ringe“ ist der Vater aller Fantasy-Romane. Er gehört zu den meist gelesenen Büchern der Gegenwart. J.R.R. Tolkien (1892-1973) hat darin eine eigene Welt erschaffen, in der kleinwüchsige Hobbits, edle Elben, mächtige Zauberer, grässliche Orks und andere seltsame Wesen leben. Sie alle kämpfen um einen magischen Ring, der scheinbar grenzenlose Macht verspricht…

Doch was macht Tolkiens Saga für die Wissenschaft interessant? Was verbindet sie mit den Philosophen Platon, Nietzsche und mit demKirchenvater Augustinus? Und was kann man darin über den Umgang mit Macht und für ein glückliches Leben lernen? Die überaus erfolgreiche Verfilmung der „Herr der Ringe“-Reihe durch Peter Jackson hat Tolkiens Opus noch populärer gemacht. An den alten Konfliktlinien ändert das nichts: Während Fans den „Herr der Ringe“ als Meisterwerk preisen, lassen die Gegner daran kaum ein gutes Haar.

Altbacken, frauenfeindlich, reaktionär, gar faschistoid sind nur einige der Verdikte gegen das Buch. Zugleich ist Tolkiens Werk ein Forschungsgegenstand für Wissenschaftler. Religionswissenschaftler untersuchen etwa, inwieweit religiöse Motive im Schaffen des Katholiken J. R. R. Tolkien eine Rolle spielen. Medienforscher befassen sich unter anderem mit der Rezeption des Films.Tolkien-Fans warten auf ein neues Werk.

Im Nachlass entdeckt und von Tolkiens Sohn Christopher veröffentlicht, erscheint im August Tolkiens Version der großen Sage der nordischen Welt: „Die Legende von Sigurd und Gudrún“, sie gilt einigen Experten als Sensation für die Nibelungendichtung.Der Jenaer Mittelalter-Wissenschaftler Thomas Honegger hat schon zahlreiche Abhandlungen über Tolkien geschrieben. Ihn interessiert das Bemühen seines Fachkollegen Tolkien, mit seiner „Ringe-Saga“ eine mittelalterliche Mythologie Englands mit eigenen Sprachen und Völkern quasi künstlich zu erschaffen. Für ihn steht außer Zweifel, dass „Der Herr der Ringe“ große literarische Qualitäten besitzt. Nur seien diese eben anders als die modernistischer oder realistischer Romane.

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4 Comments

  1. @Argus7: Deus ex machina-Lösungen für Probleme gibt es leider viel in Fantasy/SF stories. Gute Autoren haben das aber nicht nötig und bauen ein in sich schlüssiges Universum auf. Tolkien mit HdR war so ein Author. Ein schlüssiges Universum quasi aus dem Nichts aufzubauen halte ich sehr wohl für eine große literarische Herausforderung.

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  2. Ich mag Fantasy-Stories, aber eben nicht alle.
    eigentlich eher die wenigstenn.

    Diese Storys sagen viel aus über den Autor, und über seine Lebenswelt. Er muß auch nicht unbedingt den Verhältnissen zustimmen, die er beschreibt…
    Aber auf jeden Fall bildet er ab, was ihm wichtig ist. und das hängt auch von seiner eigenen Lebenswirklichkeit ab.

    problematisch ist halt, daß mancher Autor meint, Klimbim ist ein guter Ersatz für echten inhalt. Das ist beim Bühnenzauberer ja auch so, mancher bläst viel nebel ins Publikum und bietet viel Flitter, hat aber keine größeren Fähigkeiten aufzuweisen…. 😉
    oder aber er redet viel Blech als Ersatz für echte Ideen.

    mein Favorit ist und bleibt „die Wahre Lehre nach Micky-maus“ (SF-Phantasy, wenn man so will…) – oder aber die „Wild Cards“.

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  3. Ich mag keine Fantasy-Stories. „Herr der Ringe“ habe ich nie gelesen, obwohl ich generell an Literatur sehr interessiert bin. Aber eben nicht am Genre „Fantasy“ und „Science Fiction“. Dieses Genre stellt meines Erachtens für die Autoren keine große Herausforderung dar. In diesen Stories ist alles machbar und nichts unmöglich. Da gibt es für den Autor keine unüberwindlichen Grenzen. Für alles findet sich eine Lösung, weil selbst die störende Realität der Story keine Grenzen setzt. Da ist das Böse meist nur schwarz gezeichnet. Es fehlen die differenzierenden Grautöne. Das macht diese Art von Literatur irgendwie banal und durchschaubar. So, wie bei einem billigen Krimi, wo man den Mörder gleich nach den ersten Seiten kennt.

    Ich finde, dass die Wirklichkeit – also das reale Leben – um Vieles spannender ist. Eine Spannung, die man bei fiktiven, surrealen und gleichzeitig auch irrealen Stories nicht finden kann.

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