Toronto: Vikar spendet Hund Hostie


Jolly Communion
Liturgia (Foto: wikimedia commons pd)

Ein aktuell im kanadischen Toronto stattgefundene Teilhabe eines Hundes an der „Heiligen Kommunion“ erregt die Gemüter der Christen. Seltsamerweise sind es nahezu keine Mitglieder der Gemeinde vor Ort, sondern vornehmlich ortsfremde Empörte. Die Menschen der St Peter’s Anglican Church verstehen den medial entfachten Wirbel eher nicht.

Dass ein freundlicher Hund vermenschlicht und als vollwertiges Familienmitglied behandelt wird, findet man nicht eben selten. Die gleiche Aufnahme eines vierbeinigen Freunds in der Kirchengemeinde inklusive Teilnahme an der Liturgie und Hostienausteilung, das dürfte hohen Seltenheitswert besitzen. Ei, warum eigentlich?

Wenn eine Kirchengemeinde so menschenfreundlich eingestellt ist, wie sie in ihrer Eigenwerbung meist behauptet, spricht doch soviel nicht dagegen, oder? Tja, (Knall, Boing, Geschrei) – hier scheiden sich innerkirchlich die Geister. Jener Teil der Christen, die fromm oder gar fundamentalistisch eingestellt sind, sie werden Zeter und Mordio schreien, das sei eine „Entweihung“ des heiligen Rituals.

Vermutlich der weitaus größere Teil der Kirchenmitglieder in Deutschland, also Menschen die nicht fromm sondern pragmatisch „noch in der Kirche sind“, wird die Aufgeregtheit ebenfalls nicht nachvollziehen können und wollen. Wenn ein Vikar aus lauter Tier- und Menschenfreundlichkeit einen vierbeinigen Begleiter in die „Gastfreundschaft“ der Kirche aufnimmt, aber warum denn nicht, werden sie sagen.

Es gibt nichts, was es nicht gibt (in den Variationen des Menschendaseins). Für einen Bright und Humanisten wie mich, also jemand der in seinem Leben ohne „Übernatürliches“ (Religion, Dämonen, das BÖSE)  sehr gut auskommt, ist das Geschehnis vor allem von religions-ethnologischem Interesse. In Münster experimentiert die katholische Kirche ja auch mit Haustier-Theologie, der Brightsblog berichtete.  Aber lesen sie auch selbst den Medienbericht des britischen Telegraph.

Das illustrierende Foto zeigt übrigens keinen anglikanischen Ritus, sondern einen russisch-orthodoxen. Das Pressefoto der britischen Zeitung wollte ich nicht übernehmen. Auf Flickr oder Wikimedia Commons fand ich kein lizenzfreies, das mir geeigneter erschien. Aber wir sind ja nicht unter „Schriftgelehrten und Pharisäern“, wie das allerheiligste Buch Bibel die Korinthenschieter immer so despektierlich nennt, oder? Pragmatik!

Telegraph.co.uk

An Anglican church in Canada has become the focus of controversy after a vicar gave Holy Communion to a dog.

The priest gave the Host – considered by Christians to represent the body of Jesus Christ – to an Alsatian cross called Trapper. St Peter’s Anglican Church in Toronto has since been deluged complaints from Christians all over Canada.

Donald Keith, the dog’s owner, said he had taken his pet to the church because he had been told animals were welcome. He said that because he was newcomer the vicar invited him up in person to receive communion. „The minister welcomed me and said come up and take communion, and Trapper came up with me and the minister gave him communion as well,“ said Mr Keith. (..)

Peggy Needham, the deputy people’s warden at the church, said that no further action would be taken. „The backlash is from just one person,“ she said. „Something happened that won’t happen again. Something our interim priest did spontaneously. „This person went to the top and emailed our bishop to make a fuss and change things. But he misjudged our congregation.“

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2 Comments

  1. Eines steht für mich fest: Eine Katze im Haus ist mir lieber als ein Hostien verteilender Pfaffe vor meiner Türe ! Ich würde meine Katze aber bestimmt nicht mit Hostien füttern. Meine Katze zieht Fleisch aus der Dose oder Trockenfutter in jedem Falle vor.

    Ich würde ja gerne mal einen Freßtest mit Hostien machen, aber ich komme schon seit vielen Jahren nicht mal in die Nähe einer Kirche, wo es diese Hostien geben soll. Bei Aldi und Lidl sind sie jedenfalls nicht im Angebot.

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