„Neuer Atheismus? Aggressive Provokationen“


Prof. Dr. Klaus Müller im Domradio.de

Seit einigen Jahren gelangt aus dem angelsächsischen Bereich die Welle des „Neuen Atheismus“ nach Deutschland, der in seinen Ursprungsländern als eine anschwellende Bewegung wahrgenommen wird und sich selbst auch so darstellt. Die nun anstehende systematische Auseinandersetzung mit dem neuen Atheismus muss philosophisch und theologisch geführt werden, meint der Professor für Philosophische Grundfragen der Theologie an der Universität Münster.

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von Gloria.tv

10 Comments

  1. Ich werd das Gefühl nicht los, dass der Mann Dennets „Breaking the Spell“ – das im Deutschen übrigens „Den Bann brechen“ und nicht „Den Zauber brechen“ heißt – einfach nicht gelesen hat …

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  2. Aus der verlinken Textversion:

    Nicht minder schwer wiegt, dass die Systematische Theologie die bereits seit Kant und dem Idealismus unüberhörbar gewordenen kritischen Fragen an den klassischen Theismus bis heute weitgehend ignoriert und deswegen vom Neuen Atheismus unschwer in Sachen Gottesbild auf das Niveau eines Grundschulkatechismus festgenagelt werden kann. Könnte das das Indiz eines tief reichenden Defizits im gewöhnlichen theologischen Schulbetrieb sein? (S. 556)

    Es scheint dem hochgelahrten Herrn Professor wohl nicht in den Sinn zu kommen, dass die Systematische Theologie deshalb diese Fragen, die nun schon seit rund 2500 Jahren auf Antwort warten, „ignoriert“, weil schlicht keine Antworten hat, die einer rationalen Ueberpruefung stand hielten?

    Dann aber braucht sie sich von Dawkins, Dennett und dem Rest wirklich nicht mehr beunruhigen zu lassen.

    Nun, dass irgendwelche Intellektuellen nicht an Gott glauben, sollte wirklich die Kirche nicht beunruhigen:

    Solche Leute gab es wohl schon immer. Was die Kirche aber eher beunruhigen sollte, ist der Umstand, dass in jenen Laendern, die weltweit den groessten Wohlstand haben, die besten Bildungssysteme, die dem Massstab setzen, was Zivilisation zu erreichen in der Lage ist fuer jeden Einzeln an ganz konkreten Lebensglueck, auch jene Laender sind, in denen Religion immer mehr an Einfluss verliert.

    Soll unsere Gotteslahrtheit von Prof. doch mal sagen, warum die Armenhaeuser der welt auch gleichzeitig die Bedbuden sind.

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  3. Noch zu Mueller und seiner Ingnoranz:

    Der erste moderne Atheismus ist wohl eher bei Spinoza zu suchen: Sein Gottesbegriff ist so gefasst, dass dieser Gott weder allmaechtig ist, noch ein Schoepfer (fuer Spinoza existiert keine Schoepfung – ein Gedanke, der sich schon bei Lucretius findet), noch persoenlich, noch allwissend, noch uebernatuerlich, noch ausserhalb des Kosmos stehend; also alle Attribute, die Gott oder Goettern zugeordnet werden vermissen laesst.

    Spinoza verwendet den Begriff „Gott“ im Sinne der des Universum und der Grundordnung des Universums.

    Muellers Aussage, dass eine Theorie des Atheismus erst in der Moderne mit Feuerbach aufgetreten sei, ist also grober Dummsinn. Es ist kaum zu glauben, dass so jemand einen „Dr. phil.“ machen konnte.

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  4. @Kuro Sawai:

    Ich konnte mich nicht dazu überwinden, mir diese Aufzeichnung anzutun. Deine Beschreibung der Darstellung von
    Dawkins, Harris, Hitchens und Dennett als die ‚4 Horsemen‘ gefällt mir aber und weckt Sympathie (die eh schon vorhanden ist) 😀 (pubertäre Prägung durch Metallicas ‚The four horsemen‘ und entsprechende Pratchett-Werke).

    Gruß

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  5. @Rheinländer
    „Der Mann blamiert sich in den ersten fuenf Minuten: Zu behaupten, dass Atheismus vor dem 17. Jhrdt. nicht existiert habe, ist schlicht falsch.“

    Sehr richtig, es gibt ein m.E. empfehlenswertes Fachbuch der Historikerin Jennifer Michael Hecht: Doubt: A History: The Great Doubters and Their Legacy of Innovation from Socrates and Jesus to Thomas Jefferson and Emily Dickinson
    http://de.wikipedia.org/wiki/Jennifer_Michael_Hecht
    Hat hierzulande noch keinen Verleger gefunden.

    @Wolfgang Klosterhalfen
    Danke für das Beleg-Weblink, dass es sich um aufgewärmten Muckefuck aus 2007 handelt. Die 57 Minuten waren ein ermüdend eintöniges Pampflet gegen alle, die er hasst und fürchtet. UNd so jemand gilt den Vatikan-Vasallen als Leitfigur und Obergockel der Gegenaufklärung des 21. Jahrhunderts. Kein Format!

    Am schlimmsten findet er erwartbarerweise die 4 Horsemen Dawkins, Harris, Hitchens und Dennett. Am gehässigsten geht er gegen Schmidt-Salomon zur Sache. Norbert Hörster scheint er tolerieren zu wollen.

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  6. Der Mann blamiert sich in den ersten fuenf Minuten: Zu behaupten, dass Atheismus vor dem 17. Jhrdt. nicht existiert habe, ist schlicht falsch. Als Prof. noch nichts von Demokrit oder Epikur gehoert zu haben, oder z.B. Lucretius einmal kritisch gelesen haben, oder zu ignorieren, dass Sokrates auch wg. Atheismus verurteilt wurde (ob der Punkt nun aus sokrataeischer Philosophie richtig war oder nicht – dahingestellt) wundert mich doch sehr.

    Richtig lustig wird es, wenn er den modernen Atheismus las Phaenomen Nordamerikas und Europas beschreibt und Ghana als Gegenbeispiel nimmt – so soll sich unser hochfliegender Professor doch einmal fragen, wo man eher den Motor des technischen und gesellschaftlichen Fortschrittes vermutet und ob das nicht doch mehr als ein Zufall ist, dass der Anteil der Atheisten mit dem Zivilsationsstand (einschliesslich Bildung) ansteigt.

    Wenn ich meine Parazetamol finde, den Rest vielleicht spaeter: Es faengt an weh zu tun.

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  7. Ich habe ja bei solchen Äußerungen so heimlich bissl den Verdacht, man hat einfach nicht verstanden.
    Dabei ist Dawkins so leicht zu verstehen, kein Fachchinesisch-Blubberblasen-geschwurbel….
    Ganz im Gegenteil zum theologischen Grundlagen“wissen“….

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  8. Interessanter Blick über den Tellerrand. Der Vortragende meint dass sich eine Auseinandersetzung mit Dawkins/Dennet/Harris/Hitchens nicht lohnt, weil diese auf einem zu niedrigen Niveau schreiben. Für mich ein typischer Fall für „des Kaisers neue Kleider“, die genannten 4 befassen sich halt zu wenig mit den Subtilitäten des Glaubens… sozusagen die Farben der unsichtbaren Kleider.

    Fundamentalkritik wird nicht als diskussionswürdig angesehen. So ist das leider immer noch bei den Apologeten.

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