Taizé auf Speed


Laut, bunt und poppig: Würden nicht auf einer Leinwand Textzeilen wie "Lord, You rescue me" eingeblendet, könnte man meinen, man sei auf einem Rock-Festival. Foto: Christian Jakob

Aus aller Welt kommen in dieser Woche etwa 3.600 Jugendliche nach Oldenburg, um sich auf dem evangelikalen Jugendkongress „Teenstreet“ die Bibel nahe bringen zu lassen. Ein Rundgang.

Von Christian Jakobtaz

Draußen ist Ruhe. Am späten Donnerstagnachmittag deutet nichts daraufhin, dass gerade mehrere Tausend Jugendliche für eine ganze Woche in den halbrunden grauen Bau hinter dem Oldenburger Bahnhof verschwunden sind. Keine Transparente weisen den Weg, nur einige Sicherheitsleute in neongelben Westen stehen herum und ein paar weiße Blätter mit dem Aufdruck „hier entlang“ hängen am Eingang der Weser-Ems Halle.

Zum 18. Mal hat das evangelikale Missionswerk „Organisation Mobilisation“ (OM) zu seinem „Teenstreet“ genannten Jugendkongress eingeladen. In seiner Selbstdarstellung schreibt OM, dass es „Teens anleiten will, missionarisch und kompromisslos zu leben“. In diesem Jahr sind 3.600 Jugendliche von 13 bis 17 Jahren aus 19 Ländern, darunter Ägypten, Südkorea und die Faröer-Inseln gekommen, um sich anleiten zu lassen.

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2 Comments

  1. „Es wird eine absolute Irrtumslosigkeit der Schrift angenommen. Wenn man einmal gelernt hat, die Bibel historisch-kritisch zu lesen, kann man das nicht akzeptieren.“

    Auf dieser Basis hätten sich Organisationen wie OM für ihre „sehr intensive Jugendarbeit“ vor allem die Missionierung auf die Fahnen geschrieben: „Es geht um Bekehrung. Die Jugendlichen sollen ihr Leben an Jesus übergeben.“ Für das Menschenbild, dass den Jugendlichen vermittelt werde, spielen Begriffe wie Schuld, Sünde und Erlösung eine große Rolle – zu Lasten der Erziehung zum selbständigen Denken. „Die Haltung die eingeübt wird, ist: Du muss nichts selbst entscheiden, es ist bereits festgelegt, was du tun musst.“ All dies sei vor allem für junge Menschen schwer zu erkennen. „Die Fassade ist ganz modern und pop-orientiert. Die bedienen den aktuellen Musikgeschmack und nutzen alle technischen Möglichkeiten. Das steht in einem eigentümlichen Gegensatz zu den theologisch äußerst konservativen Inhalten.“

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