Zensursula und die religiösen Fanatiker


Von Silvio Duwe tp

Der Kontakt zum Arbeitskreis Christlicher Publizisten (ACP) gehört zur Familientradition, mit dem auch andere CDU-Größen in Kontakt stehen

Die religiöse Rechte scheint eine besondere Anziehungskraft auf Politiker auszuüben, die offensiv mit ihrem christlichen Glauben umgehen und versuchen, diesen in Politik, vor allem aber in Wählerstimmen umzusetzen. Ein gelegentlicher Auftritt am „äußerst rechten Rand“ des Christentums kann die bibeltreuen Christen bei der nächsten Wahl gewogen stimmen, die restliche Bevölkerung wird diesen Ausflug zu den Fundamentalisten nicht bemerken, so scheint das Kalkül. So fand sich beispielsweise Christian Wulff im Kuratorium von ProChrist wieder (Wulff: Ein Missionar auf dem Weg nach Bellevue?), einem Missionierungsverein, der Experten wie der Journalistin und Theologin Kirsten Dietrich als fundamentalistisch gilt.

Auch vor Küngeleien mit Vereinigungen wie dem Arbeitskreis Christlicher Publizisten (, der schon 1991 vom Spiegel als „Gemengsel freikirchlicher Eiferer, das gern Politiker vor seinen missionarischen Karren spannt“, bezeichnet wurde, wird da nicht zurückgeschreckt. Das wohl aktuell bekannteste Beispiel hierfür dürfte Wulffs vielkritisierte Rede beim ACP im Mai 2010 sein. Doch Wulff ist mit seinem Kuschelkurs gegenüber christlichen Fundamentalisten nicht alleine. Auch andere Unionspolitiker wie Volker Kauder oder Ursula von der Leyen lassen sich vom ACP einspannen. Bei letzterer gehört eine gewisse Nähe zum ACP schon geradewegs zur Familientradition. Von der Leyen und Co nehmen dabei bewusst in Kauf, dass sie die religiöse Rechte aufwerten und in ihren Vorstellungen bestärken.

Vorzeigechrist Ernst Albrecht

Seinen letzten Auftritt im Zusammenhang mit dem ACP absolvierte Christian Wulff am 19. Mai im Bibelzentrum Bad Gandersheim. Laut seinem Sprecher ging es Wulff vor allem darum, an der Ehrung seines Freundes Ernst Albrecht teilzunehmen – diese Ehrung wurde Albrecht zuteil, weil er „in der Öffentlichkeit immer wieder glaubhaft Zeugnis von seinem christlichen Glauben abgelegt“ habe, wie der niedersächsische Kultusminister Althusmann (CDU) am 10. Juni im Landtag erklärte.

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3 Comments

  1. Mir war schon immer jede Partei, die ein „C“ im Namen führt äußerst suspekt ! Was hat denn die Religion in der Politik überhaupt zu suchen ? Ich war bisher der Ansicht, dass wir hier in Deutschland in einem säkularen Staat leben !? Oder sollte ich mich da irren ?

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  2. Ich denke, wer wirklich evangelikal ist und eine rechtskonservative Rechristianisierung der Gesellschaft befürchtwortet, wählt PBC, allen Anbiederungsversuchen der konventionellen C-Parteien zum Trotz.

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