Die „Dominus Iesus“- Wende


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Vor 10 Jahren begann Ratzingers Offensive gegen den Relativismus

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In späteren Büchern der Kirchengeschichte wird das Datum wohl als ein Wendepunkt verzeichnet sein: der 6. August des Jahres 2000, an dem Kardinal Joseph Ratzinger und Erzbischof Tarcisio Bertone in Rom die Erklärung „Dominus Iesus“ unterzeichneten. In „Dominus Iesus“ formulierte der spätere Papst erstmals in aller Breite seine Kampfansage an den Relativismus.

Das Schreiben hatte Johannes Paul II. bereits acht Wochen vorher in einer Spezialaudienz ausdrücklich genehmigt. Nach der Unterzeichnung dauerte es einen weiteren Monat, bis der Kardinalpräfekt der Glaubenskongregation das Dokument am 5. September der im Vatikan versammelten Weltpresse vorstellte. Kopien des Aufsehen erregenden Textes kursierten zuvor bereits unter Journalisten. Doch erst als Ratzinger es vorstellte und einordnete, wurde die ganze Wucht und Tragweite des Dokumentes deutlich.

Der Relativismus. Jene Geisteshaltung, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst unmerklich, im Jahrzehnt nach dem Ende des Kalten Krieges dann aber immer spürbarer außerhalb und schließlich auch innerhalb der Kirche breitgemacht hatte. Es geht um die Idee, „dass alle Religionen für ihre Anhänger in gleicher Weise gültige Heilswege seien“, formulierte Ratzinger damals in der Pressekonferenz. Grundlegend für diese irrige Idee sei die Annahme, dass die göttliche Wahrheit überhaupt nicht verbindlich ausgesprochen werden könne. Und die Einstellung, dass es Wahrheiten gebe, die nur für manche Menschen gelten, für andere hingegen nicht.

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4 Comments

  1. „Auch geht es den Funktiontraegern nicht unbedingt um ein gutes Leben … Was die Kath. Kirche wirklich interessiert ist die Herrschaft ueber Deine Gedanken“
    Das meinte ich mit „sein Leben der Kirche unterordnen“. Das hat nichts mit „gutes Leben führen“ zu tun.

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  2. Aber mal ganz grundsaetzlich:

    Die Beweisslage fuer die Richtigkeit der „Kath. Wahrheit“ ist genauso duenn wie die hinter den Geschichten um Zeus und seine Bande (obwohl diese um etliches unterhaltsamer sind) oder der Bhagavad Gita. Die Argumentation der Ostkirchen, also jener Kirchen verbunden mit Pariachen von Konstantionople, bezueglich dass diese die „wahre“ christl. Kirche sein und nicht die Roms ist historisch wohl genauso gut wie die die Auslegung durch den Papst.

    Wenn man also ohne die kath. gefaerbte Brille die Sache nuechtern betrachtet, sieht man keinen Grund warum man nun gerade die vatikanische Spezialversion als letzte und einzige Wahrheit anzusehen ist – und es ist weder im Katechismus, noch in dieser Erklaerung auch nur die Andeutung eines rational zwingenden Argumentes fuer diese Behauptung zu finden: Wohl schlicht, weil ein solche Argument, trotz nahezu 2000 Jahren Nachdenken seitens der Kirche zu finden ist.

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  3. @Stefan

    Geld interessiert die kath. Kirche, im Gegensatz zu z.B. den „Superkirchen“ und Fernsehpredigern in den USA, nur sekundaer. Auch geht es den Funktiontraegern nicht unbedingt um ein gutes Leben (Mixa wird von seinen Ex-Kollegen hier als Schwarzes Schaf gesehen).

    Was die Kath. Kirche wirklich interessiert ist die Herrschaft ueber Deine Gedanken, noch nicht mal so sehr Dein konkretes Leben: Hast z.B. Sex ausserhalb der Ehe (ob hetro- oder homosexuell) so musst eben anerkennen, dass dies eine Suende ist und Dir von Kirche Vergebung (aka Absolution) durch Unterwerfung holen.

    „Dominus Iesus“ wiederholte nur die kath. Position seit Jahrhunderten, dass Rom hier das absolute Monopol besaesse.

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  4. Na ist doch klar. Fast alle, außer Satanisten, und damit auch Atheisten, versprechen das Himmelsreich. Aber nur wer der Katholischen Kirche all sein Geld gibt und ihr sein komplettes Leben unterordnet, bekommt es auch. Steht doch so in der Bibel und der Papst und Bischof Soundso sagens auch.
    Da muss das doch stimmen! :p

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