Homöopathie – spekulatives, widerlegtes Konzept


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Von Dr. rer. nat. Marc Meißneraerzteblatt.de

Phytotherapie, Homöopathie und anthroposophische Medizin gehören zu den sogenannten besonderen Therapierichtungen. Bei der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) soll ihrer „besonderen Wirkungsweise Rechnung getragen werden“, heißt es in den Arzneimittelrichtlinien. Ginge es nach Prof. Dr. med. Karl Lauterbach, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD, könnte sich dies bald ändern: „Man sollte den Kassen schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen“, forderte er gegenüber dem „Spiegel“. Homöopathie sei nicht nur wirkungslos, sondern schade den Patienten sogar, da dadurch eine adäquate Behandlung verzögert werde. Unterstützung erhielt er aus der Koalition: Die Wahltarife für Homöopathie habe man auf Wunsch von SPD und Grünen eingeführt, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Union, Jens Spahn. „Sollte die SPD veränderungsbereit sein, können wir sofort darüber reden.“ „Die Homöopathie ist ein spekulatives, widerlegtes Konzept“, stellte Prof. Dr. med. Jürgen Windeler, ab September Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, klar.

Die Bundesärztekammer (BÄK) sprach sich hingegen für das Heilverfahren aus: „Die Wirkung von homöopathischen Mitteln ist zwar nicht naturwissenschaftlich belegbar, trotzdem ist die Homöopathie ein wichtiger Zweig in der Ausbildung von Ärzten geworden“, erklärte der Präsident der BÄK, Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe. Vonseiten der Kassen erntete Lauterbach ebenfalls Kritik. „Jetzt passiert, was wir befürchtet hatten: Die Ärzte sollen trotz ihrer Rekordeinnahmen auch im nächsten Jahr wieder eine saftige Honorarerhöhung bekommen, und gleichzeitig wird gefordert, für die Versicherten Leistungen zu streichen“, sagte Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbands.

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5 Comments

  1. und Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) ist eindeutig Medizin.

    Und hat gar nichts mit Humbugtherapien zu tun, würden diese funktionieren, müßte die Physik gänzlich umgeschrieben werden.
    Ich finds immer wieder komisch, daß So zaubergläubige dann aber ganz locker modernste Technik anwenden, aber Unwissenheit ist ja mitunter wirklich gnädig…

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  2. Ich halte es für besonders wichtig, dass sich auch Ärzte für die Pflanzenheilkunde aussprechen und nicht nur für die Schulmedizin. Viele moderne Heilpraktiker versuchen Meinungsbildner für Homöopathie zu sein und diesen Personen sollte man den Rücken stärken.

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  3. Es kommt nicht darauf an, wie wenig die Kassen für homöopathische Globuli letztlich zahlen müssen. Da ist jeder Euro einer zuviel. Es geht darum, dass endlich – nach über 200 Jahren – der Hahnemann’sche Aberglauben durch wissenschaftlich fundiertes Vernunftdenken abgelöst wird.

    Der Kommentar von Jochen Hoff beweist, wieviel Aufklärungsarbeit diesbezüglich noch erforderlich ist. Abstruser als es der Hoff’sche Kommentar belegt, kann man wirklich nicht argumentieren. Da hat der Aberglaube zweifellos das Denken übernommen.

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