Fasten für den Sieg


Kompromiss: die iranischen Fußball-Mädchen dürfen keine Kopftücher tragen - dafür aber eine Art weiße Haube.

Von Christoph HeinFAZ.NET
Bei den Olympischen Jugendspielen in Singapur stellt sich die Frage: Wie sollen muslimische Leistungssportler den Geboten des Ramadan nachkommen? Auch bei den Olympischen Spielen 2012 in London könnte diese Frage zum Problem werden.

Erst die Silbermedaille bei Olympia, dann fasten – der Taekwondo-Kämpfer Ibrahim Ahmadsei aus Bad Godesberg ist hart im Nehmen: „Am Tag nach meinem Kampf habe ich mit dem Fasten begonnen, ganz so, wie es im Ramadan üblich ist“, sagt der 16 Jahre alte Athlet, der bei den ersten Olympischen Jugendspielen in Singapur erfolgreich war. „Es ist nicht einfach. Aber es geht.“ Die Fastenzeit der Muslime hat am 11. August begonnen. Im neunten Monat des islamischen Mondkalenders dürfen die Gläubigen nur bei Dunkelheit essen und trinken – nur so lange, „bis ihr in der Morgendämmerung einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden könnt“, wie es im Koran heißt.

Wie aber sollen Hochleistungssportler dem nachkommen? Noch dazu in einem Wettkampf auf Weltniveau, wie bei den ersten Olympischen Jugendspielen in Singapur? „Während des Ramadan bietet das Organisationskomitee der Spiele spezielle Vorkehrungen für muslimische Athleten an. Dazu gehört ein sehr frühes Frühstück. Und dazu gehören Snack-Pakete, die Datteln, Früchte und Wasser enthalten für diejenigen, die das Fasten brechen“, sagt Goh Kee Nguan, Vorsitzender des Organisationskomitees für die Olympischen Jugendspiele in der Tropenmetropole. Im olympischen Dorf in Singapur gibt es Gebetsräume für verschiedene Glaubensrichtungen, Muslimen wird Halal-Essen nach islamischen Regeln angeboten.

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