Gitt: JCVI-syn1.0 – unverstandene Genetik


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Von Prof. Dr.-Ing. Werner GittGemeinde Netzwerk

Wir sind Gott

In der Zeitung „Die Welt“ erschien am 23. Mai 2010 ein Artikel von Alan Posener mit dem Titel „Forscher Craig Venter erschafft künstliches Leben – WIR SIND GOTT“. Posener spricht von einer Jahrtausendsensation, denn Venters Team sei es gelungen, im Labor ein künstliches Genom zu bauen und in eine zuvor entkernte bakterielle Zelle einzufügen. Die Zelle begann dann Kopien herzustellen, die von der synthetischen DNS gesteuert wurden. Voller Euphorie und sachlicher Fehleinschätzung urteilte Posener: „Was bisher Gott oder den Göttern vorbehalten war, das machen nun Menschen.“

Weiterhin hieß es in Anspielung auf biblische Schöpfungstexte:

„Am Anfang war die Information. Und die Information war bei Craig Venter. Und die Information wurde Fleisch und hieß DNA. Und Venter nahm die tote Zelle und blies DNA in die Zelle, und siehe da, die Zelle lebte und ward fruchtbar und mehrte sich. Denn Venter hatte gesagt: ‚Es werde Leben!’ Und es ward Leben. Künstliches Leben: JCVI-syn1.0.“

Die Euphorie kennt offensichtlich keine Grenzen mehr. So meinte der englisch-amerikanische Physiker Freeman Dyson: „Die Fähigkeit, neue Lebensformen zu entwerfen und herzustellen, markiert einen Wendepunkt in der Geschichte unserer Spezies und unseres Planeten.“ Sein Sohn, der Wissenschaftshistoriker George Dyson, sieht es ähnlich überzogen: „Ein Code, der in einem digitalen Computer generiert wurde, repliziert sich nun selbst als Genom einer Linie lebendiger Zellen.“

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