Kirche beharrt auf Gottes Pfusch


Foto: dpa / Photoshot Professor Stephen Hawkins beschäftigt sich unter anderem mit der Entstehung des Universums. 30 Jahre lang hatte er den Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik an der Universität Cambridge inne.

„Physik allein kann die Existenz der Erde nicht erklären“, sagt der anglikanische Erzbischof von Canterbury. Damit widerspricht er dem Astrophysiker Stephen Hawking.

Welt Online

Religionsvertreter haben die These des britischen Astrophysikers Stephen Hawking (hier) zurückgewiesen, die Erde sei ohne göttliche Hilfe entstanden. Laut einem Bericht der britischen Tageszeitung „The Times“ sagte der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, der Glaube an Gott verlange nicht, „eine Wissenslücke mit Erklärungen zu stopfen, wie die Dinge zusammenhängen“.

Physik allein werde keine Erklärung für die Existenz der Erde liefern können, so Williams weiter. Vielmehr gehe es um den Glauben an ein intelligentes Wesen, mit dessen Existenz letztendlich alles zusammenhänge. Der britische Oberrabbiner Jonathan Sacks sagte, die Bibel sei nicht daran interessiert, wie das Universum zustande gekommen sei. Dem pflichtete laut Bericht auch der katholische Erzbischof von Westminster, Vincent Nichols, bei.

Unterstützung erhielt Hawking dagegen von dem prominenten britischen Biologen Richard Dawkins. Der Darwinismus habe Gott „aus der Biologie gekickt“, so der Wissenschaftler. In der Physik sei dies bislang noch nicht möglich gewesen. Hawking sei dieser „Paukenschlag“ nun gelungen.

In seinem neuen Buch „The Grand Design“ („Der große Plan“) beschreibt Hawking, dass sich das Universum durch die Gesetze der Schwerkraft offenbar selbst habe erschaffen können. Das Buch kommt am 9. September auf den Markt.

12 Comments

  1. man sieht, hier hat mal wieder jemand gar nix kapiert.
    Weder, wie Wissenschaft funktioniert, noch welche Kritik an der eventuellen Existenz eines imaginären Supermann-Freund geäußert wurde….

    Und Schwerkraft… kicher… Das ist der sonderfall der Massenanziehung, speziell auf die Erde zugeschnitten. Kenne keinen Physiker, der sich daran festhält. Die haben schon begriffen, daß das nicht nur für die Erde gilt.

    Was das Bewußtsein betrifft, so streiten die Fachleute noch immer, was es eigentlich sei, und welchem Zweck genau es dient.
    Aber nichtdestotrotz – hier weiß jemand sogar schon, welche Eckdaten auf das Bewußtsein zutreffen sollen… tja…
    Da kann man nur staunen.

    Mein persönlicher bescheidener Eindruck: blubberblasen. so wie ich von den Relgiösen schon immer zu hören kriege. Also nicht mal was neues. Auch nicht originell.
    Schade.

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  2. Das Problem in dieser Diskussion ist, dass Ihr in Eurer Argumentation immer irgendwelche Kirchengesetze heranzieht. Diese sind aber vollkommen irrelevant und auch Jesus, den ich natürlich zu keiner Kirche zähle, hat nie gesagt, „glaubt an mich“, sondern „wenn ihr es schon nicht selber wisst, glaubt wenigstens mir“. So ungefähr.

    Hawking ersetzt also „Gott“ – offensichtlich eine Intelligenz – durch die Schwerkraft. Ob er dieser Intelligenz zuspricht oder nicht, weiß ich nicht. Es hört sich jedenfalls nicht besonders intelligent an, sondern eher mechanisch. Ich frage mich, wie die „Schwerkraft“ einen Schmetterlingsflügel zustande bringt, oder den von Euch so geschmähten Menschen! Für mich ergibt die Aussage von Hawking keinen Sinn.

    Ich gehe davon aus, dass alles im Universum – in sämtlichen Multiversen – Bewusstsein ist und Bewusstsein ist intelligent. Wie man dieses Bewusstsein – diese Energie – letztendlich nennt, ist unwichtig. Und selbstverständlich gehe ich davon aus, dass es viele bewohnte Planeten u.a. im Multiversum gibt, auch wenn viele Lebensformen möglicherweise ganz anders sind, als ich mir vorstellen kann; und bei weitem sind nicht alle Bewohner physisch. Und ich gehe sogar davon aus, dass jeder Mensch in seinem eigenen Universum lebt und Veränderungen eigentlich ein Wechsel in ein ähnliches, mehr oder weniger abweichendes Paralleluniversum sind.

    Hawking hat an anderer Stelle über die Gefährlichkeit der Außerirdischen gesprochen. Ich nehme ebenfalls an, dass es bösartige außerirdische Zivilisationen gibt, dass aber auch sehr entwickelte Zivilisationen existieren, welche das höchste Prinzip des Multiversums leben, nämlich Liebe und Liebe definiere ich als Wissen und Wertschätzung.

    PS: Selbstverständlich ist der Mensch das „Ebenbild Gottes“, denn er ist Bewusstsein, und das drückt sich in einer unvorstellbar vielfältiger Weise aus. Die Analogie von einem „holographischen Universum“ ist vielleicht die bisher beste Annäherung, um das Bewusstsein etwas besser zu verstehen…

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  3. Zitiere: „Religionsvertreter haben die These des britischen Astrophysikers Stephen Hawking zurückgewiesen,…“

    War nicht anders zu erwarten. Religionen operieren schon immer mit puren Behauptungen.

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  4. @petersemenczuk

    …Es ist eine Anmaßung und geistiger Hochmut des natürlichen Menschen, sich mit Gott und seinen Werken zu befassen, ohne Gottes Heilsplan und seine Gerechtigkeit zu erfüllen.

    Ah ja. Klasse Plan. Man wird nur ‚erlöst‘, wenn man an Jesus glaubt. Sehr gerecht. Insbesondere denen gegenüber, die nie eine Chance hatten, davon zu hören. Ist also, zumindest bis zum Beginn des Imperialismus, ein sehr überschaubarer, elitärer Kreis. Aber da kann man ja sogar dem Imperialismus was Positives abgewinnen….

    Gruß

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  5. Ach Bjoern, dass die bewohnbare Zone des Universums (oder sagen wir mal: unseres Sonnensystems) sooo klein ist ist doch in der Natur der Sache: Somit können wir allabendlich uns am Anblick des Sternenhimmels (Ok, wolkenloser Himmel vorausgesetzt) erfreuen und das Lob des Herrn ob der Schönheit diese Anblicks singen! Stell‘ Dir mal vor, da wäre alles oder der Großteil zumindest bewohnt: Was da an Verdunkelung durch verschmutzte Atmosphären, künstliche Satelliten etc den Anblick vermiesen würde…Außerdem: Dann wären wir ja nicht mehr allein, und wie könnten wir dann wissen, dass Gott uns gaaaaaaanz besonders lieb hat, die anderen seiner Schöpfungen aber nur einfach lieb?
    Um diese Probleme zu umgehen hat der liebe Gott es einfach so eingerichtet, dass es nur uns gibt. Außerdem erkennen wir daran wieder seine Liebe und seinen tiefen Plan, da wir ja was ganz besonderes sein müssen, weil die äußeren Umstände ja eigentlich gegen unsere Existenz sprechen (Notiz an mich selbst: Ich glaube, dieses Argument für einen Schöpfergott ist mir noch nicht unter gekommen. Da sollte ich wohl mal über mich über Urheberrecht informieren…. ;-)).

    @anna: Ich bin weder Astro- noch sonst Physiker, aber um dem Argument eines ‚fine-tuned universe‘ vorzugreifen: Einfach mal diesem Link oder dem hier folgen.

    Gruß

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  6. anna,
    Der Schöpfer- Gott und Schöpfer- Geist des Universums, Erde und des Menschen, und allen anderen Kreaturen auf der Erde, ist nicht interessiert an Deinem Geschwafel, denn er hat durch seinen Geist schon Vorzeiten verkündigen lassen: „Der natürliche und ungeistige Mensch vernimmt nicht vom Geist Gottes.
    Der griechische Urtext der Bibel redet vom „Psychikos“, vernimmt nichts vom Geist Gottes“.
    Und wenn der natürliche Mensch nichts vernimmt vom Geist Gottes, so vernimmt er auch nichts von Gott und seiner Schöpfung,die durch sein WORT,GEIST und ALLERHEILIGSTEN GLAUBEN entstanden ist.
    Es ist eine Anmaßung und geistiger Hochmut des natürlichen Menschen, sich mit Gott und seinen Werken zu befassen, ohne Gottes Heilsplan und seine Gerechtigkeit zu erfüllen. (Der Wiedergeburtschrist Gottes!)

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  7. Kapiert der gute Erzbischof eigentlich nicht mal den Unterschied zwischen „Entstehung der Erde“ und „Entstehung des Universums“? (Oder ist da vielleicht beim Übersetzen was schiefgelaufen?)

    @anna: nickpol hat schon Beispiele dafür gebracht, dass es beim Menschen in der Tat „Pfusch“ gibt. Ich setze mal noch ein astronomisches Beispiel drauf: Leben ist auf der Erde nur in einem schmalen Bereich von etwa 20 km unter und ober der Erdoberfläche möglich; das gibt ein gesamtes Volumen von etwa 10 Milliarden Kubikkilometern. Unser Sonnensystem hat aber insgesamt ein Volumen von etwa 4 * 10^20 Kubikkilometern (mal bis zur Neptun-Bahn gerechnet – eigentlich müsste man bis zur Oortschen Wolke geht, das macht die Zahlen noch weit schlimmer…). Also ist der Anteil der Zone, in der Leben möglich ist, im Vergleich zum gesamten Volumen bestenfalls etwa 0,000000003%!
    (wenn man jetzt noch andere Faktoren hinzunimmt wie die Unmöglichkeit von Leben sowohl im Zentralbereich von Galaxien wie auch die intergalaktischen Leerräume, dann wird dieses Verhältnis noch *weit* schlechter…). Also, wenn es das Ziel eines Gottes war, ein Universum zu erschaffen, in dem Leben möglich ist, dann würde ich so ein Ergebnis in der Tat als „Pfusch“ bezeichnen…

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  8. @ Skepsis

    „Keine Ahnung, woher die Schwerkraft kommt. Aber wenn sie von (einem?) Gott kommen sollte: Woher kommt (dieser) Gott?“

    Eben. Hawking postuliert einfach einen anderen „Gott“, die Schwerkraft und kann selbstverständlich NICHTS erklären…

    Übrigens zu „Gottes Pfusch“. Ich kann den Kosmos, inklusive der Erde – egal, woher das Ganze kommt – nicht als „Pfusch“ erkennen sondern es ist höchst erstaunlich. Da gibt es offenbar einen großen Mangel an Wertschätzung und Selbstwert…

    „Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann, ist das Erstaunen.“

    Johann Wolfgang von Goethe

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    1. anna

      Hawking postuliert einfach einen anderen „Gott“, die Schwerkraft und kann selbstverständlich NICHTS erklären…

      Erspar uns dein quanten-esoterisches Geschwurbel. Hawking postuliert nichts. Du postulierst das. Er hat erklärt, dass das Universum durchaus aus sich selbst heraus entstehen kann.
      Ausserdem, wenn wenn Gott Alles ist, in jedem Grashalm, jedem Stein, jedem Planeten, jeder Galaxie usw. ist die Erklärung eines ebenbildlichen Menschengottes obsolet. Das nenn ich dann mal Pantheismus.

      anna

      Übrigens zu „Gottes Pfusch“. Ich kann den Kosmos, inklusive der Erde – egal, woher das Ganze kommt – nicht als „Pfusch“ erkennen sondern es ist höchst erstaunlich. Da gibt es offenbar einen großen Mangel an Wertschätzung und Selbstwert…

      Der ganze Mensch ist Pfusch. Die lichtempfindliche Schicht des Auges liegt auf der falschen Seite, so als wäre die lichtempfindliche Schicht eines Films dem Objektiv abgewandt. Die Knochen, das Knie z.B. ist doch regelrecht stümperhaft, die Wirbelsäule dito, das Lustzentrum liegt in der Kanalisation. All das ließe sich noch weiterführen. Die Psyche des Menschen macht eben das Beste aus der Fehlkonstruktion.

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  9. @anna:

    Keine Ahnung, woher die Schwerkraft kommt. Aber wenn sie von (einem?) Gott kommen sollte: Woher kommt (dieser) Gott?

    Gruß

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  10. „…dass sich das Universum durch die Gesetze der Schwerkraft offenbar selbst habe erschaffen können.“

    Vielleicht. Aber… woher kommt die Schwerkraft?

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  11. Die Kirchenheinis können doch nicht zugeben, dass es keinen Schöpfergott gibt oder gegeben hat. Sie müssten sich ja sonst selbst in Frage stellen. Zudem haben die Pfaffen ja längst gelernt, wie man mit dreisten Lügen und Behauptungen von der Dummheit und Ignoranz großer Teile der Menschheit ziemlich gut leben kann.

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