Tierschutz wichtiger als Menschenleben?


Ein EU-Vorschlag, die Tierversuche für die medizinische Forschung einzuschränken, läßt Lebensschützer und die Europäische Bischofskonferenz aufhorchen.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Die zuständige Kommission der Europäischen Bischofskonferenz (COMECE) gab diese Woche bekannt, einen Artikel im EU-Richtlinienvorschlag abzulehnen. Dieser Artikel verlangt, daß statt der Tierversuche “alternative” Testmethoden angewandt werden sollen. Lebensschützer befürchten, daß damit auch menschliche Embryonen gemeint sein könnten.

In der Erklärung der COMECE heißt es, daß die Bischöfe Bemühungen zur Einschränkung von verbrauchenden Tierversuchen für die medizinische Forschung begrüßen, daß sie aber Paragraph 4 der Direktive “tief betroffen” mache. Die Formulierung sei dermaßen “offen”, daß die Interpretation möglich ist, daß Tierversuche unterbunden, aber statt dessen Versuche an menschlichen Embryonen erlaubt werden, einschließlich der verbrauchenden embryonalen Stammzellforschung.

Eine solche EU-Direktive würde nicht nur das Leben von ungeborenen Kinder aufs Spiel setzen, sondern auch schwerwiegend in die Souveränität der EU-Mitgliedsstaaten eingreifen, die Experimente an menschlichen Embryonen und die embryonale Stammzellforschung ausschließen. Die Formulierung der EU-Direktive würde alle Mitgliedsstaaten zu einem “ethisch inakzeptablen” Handeln verpflichten, so die Europäische Bischofskonferenz.

Der Richtlinienvorschlag werfe deshalb die Frage auf, ob in der EU der Tierschutz wichtiger ist, als der Schutz der Menschen. Und ob der Schutz der Tiere wichtiger ist, als die Menschenwürde, so die Kommission der COMECE.

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6 Comments

  1. ja, darüber knobeln die Fachleute ja auch noch, wozu überhaupt das Bewußtsein.
    Insofern ist Deine Ablehnung verständlich, zumal bis vor kurzem noch Descartes (mißverstanden, wie ich meine) galt: Tiere sind reiz-Reaktions-Maschinen.
    Daraus leitete man ja auch die Berechtigung zur Vivisektion ab, um ein Beispiel zu nennen….

    Falls Du noch etwas dazu lesen willst, das über einen Zeitungsartikel hinausgeht, aber doch gut verständlich ist (ich hab ja immer das Problem, daß ich mit Fachchinesisch und Artikeln in Fachchinesisch nichts erreiche, höchstens noch mehr Verwirrung..), empfehle ich dieses Buch, ist gut zu lesen und hochinteressant
    james L. Gould/Carol Grant Gould: Bewußtsein bei Tieren (Spektrum)
    https://www.amazon.de/Bewusstsein-Tieren-Urspr%C3%BCnge-Denken-Sprechen/dp/3827400341/ref=sr_1_8?ie=UTF8&s=books&qid=1284710667&sr=8-8

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  2. Ich bin gerne bereit Nervenknoten eine intrinsische Perspektive zu zu biligen wenn die dahinter liegenden Mechanismen offenkundig werden.
    Allerdings erfordert eine allgemeine Theorie des Bewusstseins gerade auch noch beim Menschen einige Arbeitszeit.
    Dieser Artikel entspricht gerade in keinster Weise einem sinnvollen Beitrag zu diesem Thema. Man kann nicht einfach die gesammte Hirnstruktur für unnötig deklarieren, sonst wäre sie als unnötiger Ballast längst wegselektiert worden!
    Da ist übrigens der Artikel mit den Hirn-Computer und Hirn-Hirn schnittstellen noch sinnvoller, da kann man von mir aus eine Menschhirn-Schabehirn schnittstelle bauen und selbst mal nachsehen/nachfühlen.

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  3. „Meine Hunde kriegen regelmäßig Mittel gegen würmer, Flöhe und andere Tiere.
    Oder gilt das bloß für niedliche Tiere?“

    Damit sind im allgemeinen Lebewesen gemeint die über komplexes Nervengewebe (Hirnregionenausdifferenzierung) und damit über intrinsische Perspektiven verfügen.
    Auch beim Menschen repräsentiert nicht das ganze Gehirn das Bewusstsein sondern nur bestimmte Regionen:
    http://www.welt.de/gesundheit/article8156723/Ueberholspur-im-Gehirn-ermoeglicht-blindes-Sehen.html

    Wo keine Hirnregionausdifferenzierung oder equivalente Anpassungen vorhanden sind, sondern nur simple Nervenknoten, kann auch keine Subjektivität präsent sein.

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  4. welche Tierarten denn?
    Meine Hunde kriegen regelmäßig Mittel gegen würmer, Flöhe und andere Tiere.

    Oder gilt das bloß für niedliche Tiere?

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  5. Zygoten sind keine vollausgebildeten Mitglieder der Tierart Homo sapiens sapiens, sondern im Reich des Zellgewebes zu verorten.
    Wer Zellgewebe vollausgebildeten Mitgliedern der Tierarten X oder Y bevorzugt, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

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