Tierversuche: Druck von allen Seiten


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Mit strengeren Kontrollen und der Förderung von Alternativmethoden will die EU das Leiden von Labortieren mindern. Die neue EU-Tierschutzrichtlinie stellt aber weder die Forschung noch die Industrie noch die Tierschützer restlos zufrieden.

Deutsches Ärzteblatt

Tierversuche haben in der Forschung eine lange Tradition. Als wissenschaftliche Methode wurde die Vivisektion an Tieren bereits Mitte des 19. Jahrhunderts von dem französischen Physiologen Claude Bernard begründet. Damit die Tiere nicht weglaufen konnten, während sie bei lebendigem Leib aufgeschnitten wurden, schnallten oder nagelten die Forscher sie an Brettern fest.

Damals galt das Dogma, dass alle Erkenntnisse, die in Tierversuchen gewonnen werden, auch für den Menschen Gültigkeit haben. Inzwischen weiß man, dass dieser Grundsatz nicht uneingeschränkt gilt. So kann zum Beispiel ein bestimmter Medikamentenwirkstoff bei einem Tier völlig harmlos sein, beim Menschen hingegen schwere Schäden oder gar den Tod hervorrufen – und umgekehrt.

„Das Problem der Tierversuche in den Lebenswissenschaften ist, dass wir deren Wert überschätzen. Wir sind halt keine 70-kg-Ratten“, meint der Pharmakologe und Toxikologe der Universität Konstanz, Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Thomas Hartung.

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