Gott: Eine Laune des Menschen?


Ulrich Lüke, Quelle: az-web.de

Was ist der Mensch? Woher kommt er? Fragen, die seit Jahrtausenden nicht nur Philosophen, sondern beinahe jeden Menschen bewegen. In unseren modernen Zeiten stehen sich vor allem Naturwissenschaftler wie Richard Dawkins, der gegen jede Gottesvorstellung spricht, und kreationistische Christen, die den Schöpfungsbericht der Bibel wörtlich nehmen, konträr gegenüber.

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Im Rahmen des Forums «Gott und die Welt» referierte der Theologe und Biologe Ulrich Lüke, seit 2001 als Professor für Systematische Theologie am Katholischen Institut für Theologie an der RWTH Aachen, unter der Überschrift «Der Mensch – Plan Gottes oder (dummer) Zufall?» im Gemeindezentrum St. Michael.

«In den Debatten über Evolution und Schöpfung stehen sich sehr häufig äußerst plakative Alternativen in größtmöglicher Konkurrenz gegenüber», betonte Prof. Ulrich Lüke zu Beginn seines Vortrags. Vorschnelle Urteile seien jedoch in beide Richtungen problematisch.

So enthalte die Genesis als erstes Buch der Bibel mit dem Hymnus des «Sieben-Tage-Werkes» sowie der «Adam und Eva-Erzählung» zwei Schöpfungsberichte, die wortwörtlich nicht zusammenpassten. «Aber es handelt sich dabei auch nicht um eine Schöpfungsreportage», gab der 1951 in Münster Geborene zu bedenken.

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1 Comment

  1. Selbst wenn es einen wie auch immer gearteten Menschen-Designer oder Schöpfungsgott gibt oder gegeben hat, dann ist dieses Wesen unter Garantie nicht am Schicksal jedes einzelnen menschlichen Individuums auch nur im entferntesten interessiert. ES – das Wesen – belohnt weder die gute Tat, noch bestraft ES das Böse. Sinnvolles Handeln wird an keinem Punkt sichtbar und ist auch nicht logisch zu erklären. ES muss – falls ES überhaupt existiert(e) – ein ziemlich stumpfsinniges, ungerechtes und seelenloses Wesen sein, wenn man sein Wirken an der Entwicklungsgeschichte der Menschheit misst. Woran sonst sollte man es messen, wenn nicht am Ergebnis !?

    ES anzubeten, zu verehren oder an seine gütige Allmacht zu glauben, ist nichts anderes als am Wunschdenken ausgerichteter Glaube. Der Glaube wiederum beinhaltet zudem bereits den Zweifel und ist somit die höchste Form des Selbstbetrugs.

    Die Tatsache, dass keine der unzähligen Religionen mit der authentischen und exklusiven Wahrheit aufwarten kann, ist aber noch längst kein Grund, die Menschheit mit unbewiesenen Glaubensthesen zu konfrontieren, die nicht auf gesichertem Wissen basieren. Und so kam es, dass Religionen zu Machtinstrumenten degenerierten, weil bereits die Forderung nach Glauben auf Machtausübung zielt und die Herrschaft über die Köpfe der Gläubigen anstrebt. So und nicht anders funktioniert Religion bis zum heutigen Tage.

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