Die Bruderschaft zum guten Tod


Foto: Ralf Burgmaier

In Zunsweier gibt es seit mehr als 200 Jahren eine Vereinigung, der das richtige Verhältnis zur Endlichkeit ein Anliegen ist.

Von Robert UllmannBadische Zeitung

Bruder- und Schwesternschaften haben in der katholischen Kirche eine lange Tradition. So gibt es die männlichen Begarden und ihr weibliches Gegenstück, die Beginen, schon seit dem 12. Jahrhundert. Eine der ältesten in der Region lebendigen Bruderschaften ist die Bruderschaft vom guten Tod, gegründet vor über 200 Jahren im Offenburger Ortsteil Zunsweier. Kommenden Sonntag feiert sie in der Kirche Sankt Sixtus Zunsweier ihr jährliches Patronatsfest.

„Wären wir ein Verein, so wäre das unsere Jahreshauptversammlung“, gibt Pfarrer Gerd Möller einen griffigen Vergleich. Der Leiter der Seelsorgeeinheit Offenburg-Süd-West wirkt seit 2008 als Geistlicher in Offenburg – und ist seit diesem Zeitpunkt auch Mitglied der Bruderschaft. Laut Möller hat die Bruderschaft vom guten Tod die Anliegen, Sterbende gut zu begleiten, ihnen eine würdige Trauerfeier zu geben und zugleich die eigene körperliche Endlichkeit zu bedenken. Erschaffen wurde die Bewegung von den Jesuiten im Jahr 1648, praktisch mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. Da mag die Gegenreformation eine Rolle gespielt haben und der Wunsch, die in diesem Krieg, der im Namen der Religion unverstellbares Leid und Verrohung über die Menschen gebracht hatte, in Vergessenheit geratenen Sakramente wie Beichte und Letzte Ölung wieder ins Bewusstsein der Gläubigen zu bringen. Möller weist darauf hin, dass es zu jener Zeit auch Pestepidemien gab, dass würdige Bestattungen die Ausnahme waren.

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