Westergaard und die Brandstifter


© Pool/Getty Images

Von Wenke HusmannZEIT-Online

Kurt Westergaard, der Mohammed zur Karikatur machte, wird geehrt. Ein Pastor, der Korane verbrennen will, scharf kritisiert. Warum ist das richtig?

Am Mittwoch erhielt der dänische Karikaturist Kurt Westergaard den Medienpreis M100. In ihrer Rede würdigte Angela Merkel den Wert der Meinungsfreiheit. Über den Plan des evangelikalen Pfarrers Terry Jones in Florida, am 11. September Korane zu verbrennen, urteilte sie in derselben Rede: „respektlos, sogar abstoßend und einfach falsch“. Warum hat sie damit Recht?

Könnte man nicht auch die Aktion des Pfarrers mit dem Argument der Meinungsäußerung rechtfertigen? Hier wie dort kommt kein Mensch unmittelbar zu Schaden. Hier wie dort können sich gläubige Moslems gekränkt fühlen. Abgesehen davon, dass der Akt des Bücherverbrennens unter Deutschen besonders schwarze Erinnerungen wachruft, zielen beide auf Provokation. Sie wollen aufrütteln und wirken. Worin also liegt der Unterschied?

7 Comments

  1. ja, sieht man immer wieder, wie die Leute sich – enttäuscht von ihrer herkunftsreligion – einfach einer anderen zuwenden und konvertieren.

    und es nicht schaffen, das problem an sich zu erkennen.

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  2. Reicht(mein) beten für die anderen oder brauchen wir Pastoren die für Gott kämfen?

    Beten reicht völlg aus. Hat mein Gott mir eben verkündet.
    Außerdem solle mal jemand das Fenster zu machen. Denn Zugluft ist
    ein Greuel vor dem Herrn. Keine Ahnung, was er mit letzterem meinte.

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  3. Meine Zeit in der CGK war die Zeit der Begegnung mit Jesus und dies verdanke ich Terry Jones.Wenn ich als wiedergeborene Christin,die aus einer islamischen Herrkunft kommt euch nur beschreiben könnte wie es war vom Teufel erlöst zu werden,oder das aus mir das Böse weichen mußte.Dies geschah bei meinem ungeplanten Besuch der Gemeinde,wo ich nur den Fahrdienst für eine Freundin übernahm.Urteilt also nicht,sondern versucht im Gebet Gottes Stimme zu hören.Es könnte für euch der Eindruck entstehen,die ist ja irre-aber da täuscht ihr euch,den ich bin eine sehr realistische Person und habe vor der Begegnung in Köln über Jahrzehnte im Islam gelebt . Wenn ich mich so zurück erinnere gab es in meiner Vorgeschichte auch immer mal wieder Situationen,wo ich mich nicht im Islam sah sondern Gottes Gegenward anders verspürte.Doch ich war nicht frei und das schlechte Gewissen der Familie gegenüber war ja auch da.-Wenn du aber GOTTES STIMME nach dir rufen hörst und das Böse von Innen an dir zerrt-dann könntest du mich vielleicht verstehen.Terry kannte ich ja vorher nicht,noch hat er mich manipulieren können,oder unter Druck setzen können.Ich weiß fur mich, als Gottes Kind das es immer wieder schwer für mich ist meine Familie im Islam zu erleben und zu wissen das wenn sie Jesus nicht erfahren verloren sind.Reicht(mein) beten für die anderen oder brauchen wir Pastoren die für Gott kämfen?

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  4. Da muss ich dir widersprechen.
    Es ist ja nicht so, dass die letzten verbliebene Korane verbrannt werden sollen. Würde ich mein Exemplar von Darwins Origin of Species verbrennen, würde ich am bestehenden Wissen nichts ändern und es würde auch niemanden aufregen.
    Ist es auch eine Eskalation für Vegetarier, wenn ich Fleisch esse? Sehe ich den Weltfrieden in Gefahr, wenn SojaBurger gegrillt werden? Warum sollte ich, oder irgend jemand anders auf absurde religöse Gefühle Rücksicht nehmen müssen? Wo ist bei der Punkt erreicht, dass du Nein sagst?
    Wenn religiöse Fanatiker fordern, dass du dich gefälligst nur vollverhüllt aus dem Hause zu wagen hast, da du sonst ihrem Gott spottest?

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  5. Das Verbrennen von Büchern scheint mir nicht unbedingt der Ausdruck von Freiheit zu sein…

    Bücher sind Kulturgut.
    ob sie uns gefallen oder nicht – sie repräsentieren einen gewissen Wissensstand und eine gewisse Kulturstufe.

    Wir ändern das Mittelalter mit den Hexenverbrennungen auch nicht, wenn wir Geschichtsbücher verbrennen würden.

    und eine gezielte Eskalation von eh schon verfahrenen Zuständen ist auch nicht unbedingt das, was ich unter FREIHEIT verstehen will.

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  6. Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Akt des Koranverbrennens gegen den Grundsatz der Religionsfreiheit verstösst.
    Der durchgeknallte Pfarrer nimmt damit niemandem das Recht, sich seine Religion frei aussuchen zu dürfen. Dann verstößt eher das Missionieren gegen die Religionsfreiheit, obwohl „das Recht“ auf Mission gerade mit der Religionsfreiheit begründet wird…
    Es ist mir prinzipiell egal, ob ein Privatmann hundert seiner eigenen Bücher verbrennt, aber die angekündigten Reaktionen machen mir Sorgen. Deshalb bin ich schon fast der Meinung, er soll sie verbrennen, und die Medien sollen dies auch in alle Welt übertragen, wie viel Freiheit sollen wir uns noch durch die Fundamentalisten nehmen lassen?

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