Und Gott kam nur bis Seite 4


Katzenaugen-Nebel, NGC 6543, Entfernung: ca. 1.000 Parsec Quelle: zinformatik.de

Von Jochen MagnusRheinzeitung

Die Philosophie wird schon auf der ersten Seite für tot erklärt, Gott überlebt die Seite vier nicht. Zumindest wird ER nicht mehr für die Schöpfung gebraucht. Stephen Hawking räumt in seinem neuem Buch „Der große Entwurf“ alles beiseite, was nicht Physik ist, genauer gesagt, was nicht seine Physik ist.

Stephen Hawking ist ein Held. Als junger Erwachsener erkrankte er an unheilbarer, fortschreitender Muskelschwäche und war bald an den Rollstuhl gefesselt. Ein Luftröhrenschnitt rettete ihm später das Leben, kostete ihn aber das Sprechvermögen. Trotzdem schaffte er eine akademische Blitzkarriere, die ihn – noch keine 30 Jahre alt – in die Avantgarde der Physiker führte. Seit den 1960er-Jahren forscht er in den Grenzgebieten der Relativitätstheorie und der Kosmologie, insbesondere zu Schwarzen Löchern und dem Urknall. Drei Jahrzehnte, bis zu seinem Ruhestand vergangenes Jahr, hielt er den Lucasischen Lehrstuhls für Mathematik der Universität Cambridge inne, als Nachfolger von Isaac Newton und anderer berühmter Gelehrter.


In dieser Zeit wurde Hawking weltberühmt. Nicht nur, weil er es als Schwerstbehinderter wissenschaftliche Höchstleistungen vollbrachte, sondern auch seiner populärwissenschaftlichen Bücher wegen. „Eine kurze Geschichte der Zeit“ stand jahrelang auf den Bestsellerlisten und gehört zu den 100 meistverkauften Bücher der Welt. Vor fünf Jahren brachten Hawking und sein Co-Autor Leoard Mlodinow „Eine kürzere Geschichte der Zeit“ als aktualisierte und leichter verständliche Version heraus.

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3 Comments

  1. Tja, dann brauchen wir zu diesem halt endlich eine umfassende Theorie von Allem. Ohne Lücken und Rückzugsnischen^^

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  2. Hawkings neuestes Buch wäre doch ein sinnvolles Weihnachtspräsent für den gesamten katholischen und evangelischen Klerus. Da hätten die bestimmt für geraume Zeit daran zu knappern. Möglicherweise käme der eine oder andere Beschenkte eventuell gar zu dem Entschluß, die gesamte Priesterkaste – wegen nachweislich fehlender Existenzberechtigung – abzuschaffen. Zumindest die Schöpfungslüge könnte dann endlich aus der Welt geschafft werden.

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    1. @Argus7, du meinst doch nicht im ernst, dass sich da etwas ändern würde. Wenn es sein muss quetschen sie ihren Gott in die Stringtheorie, die Quantenmechanik oder aufs Genom. Der Grund ist einfach, sie leben davon.

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