Die Geldhäuser des HERRN


Sündige Rendite

Von Marvin Oppong und Peter WensierskiSPON

Katholische und evangelische Kirchenbanken locken Anleger mit ethisch sauberen Geldanlagen. Doch fromm beworbene Fonds spekulieren mit Rüstung, Tabak, Alkohol oder Glücksspiel.

Die grauhaarige Kundin blickt besorgt in die Kamera. „Geld“, sagt sie, „ist eine unheimliche Macht.“ Deshalb ist sie froh, mit der katholischen Pax-Bank den vielleicht letzten Hort von Wahrhaftigkeit in der Finanzwelt gefunden zu haben. Schließlich möchte sie ihr Geld „so investiert haben, dass ich auch gut schlafen kann und nicht ein schlechtes Gewissen habe, weil mit meinem Geld Dinge finanziert werden wie Atomkraftwerke oder Kinderarbeit“.

Kein Problem, versichert ein Sprecher der Pax-Bank in dem Werbevideo auf der hauseigenen Web-Seite. „Man verzichtet“, gelobt Filialleiter Christian Hartmann ihr und allen Kunden, „auf Werte aus dem Bereich Alkohol, Glücksspiel, Tabak, Pornografie, Militär und Nuklear.“

Derart hochheilige Versprechen geben sie im Grunde alle ab, die acht Kirchenbanken – fünf katholische, drei evangelische -, die auf dem deutschen Markt agieren. Aber halten sie die auch? Zumindest bei einigen sind Bedenken angebracht.

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6 Comments

  1. @Skepsis

    ein sehr schönes beispiel ist das straßburger münster: nicht nur, dass schweinehirten dank altem wegerecht ihre schweine durch das gebäube treiben durften, es gab auch mal immer wieder streitigkeiten mit den in den seitenschiffen arbeitenden damen: dabei ging es nicht etwa darum, dass man das dort weghaben wollte, sondern einzig um die frage, wer von den prostituierten steuern kassieren darf.

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  2. Es lohnt sich tatsächlich, ein wenig genauer auf angeblich/vermeintlich ethisch-moralisch ausgerichtete Banken zu schauen, nicht nur im kirchlichen Bereich. So bietet auch die anthroposophische Bewegung ihr eigenes sauberes Finanzinstitut auf: Die GLS-Bank (Gemeinschaft für Leihen und Schenken) mit Hauptsitz in Bochum. Nach außen hin wird hierbei so gut wie nie mit erkennbar anthroposophischen Attributen aufgetreten – wer dann aber mal einen Blick auf die diversen Vorstände des Bank-Konglomerats (www.gls.de) wirft, wird sehr schnell eines Besseren belehrt werden: Anthroposophische Überzeugungstäter, so weit das Auge reicht.

    Aber auch hier gilt, was Steiner schon für seine Waldorfschule insgeheim beschlossen hat: Bloß nicht auffallen als das, was wirklich gemeint ist. Es könnte die Mitwelt halt doch zu argen und vor allem berechtigten Zweifeln bewegen…

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  3. @petersemenczuk:

    Da Sie so auf Judas Ischariot schimpfen, ergibt sich daraus eigentlich eine Frage: Angenommen, er hätte Jesus nicht verraten und folglich wäre dieser nicht am Kreuz gestorben, dann wäre der Heilsplan doch nicht erfüllt worden, oder? Wie können Sie also auf ihn schimpfen, wenn er doch eine unerlässliche Rolle bei der Erfüllung dieses Plans hatte? Außerdem: Ist es nicht sehr ungerecht, jemanden (Judas) zu seinem Werkzeug zu machen, um ihn dann anschließend zu töten (Apostelgeschichte 1,18) bzw in den Selbstmord zu treiben (Matthäus 27,5)? (Die Frage, warum er auf zwei unterschiedliche Arten ums Leben kam erlasse ich ihnen).

    Sie pflegen ja meine Fragen zu ignorieren, vielleicht habe ich aber dieses Mal Glück.

    Gruß

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  4. Es stimmt nicht, dass diese Religionen, Kirchen, bis hin zu den Sekten und Synagogen des Satans,
    >Geldhäuser des Herrn< sind,
    denn Christus hat seinen Jüngern,
    das sammeln von Opfer, Spenden und den bibischen Zehnten verboten. Matthäus 10.8/Apostelgeschichte 3,6.

    Sie alle, die dem Judas Ischariot folgen und Geld und Ländereinen sammeln sagt Chrisus,
    folgen dem Judas und seiner "Religion" und NICHT
    dem wahren Christus,dessen Gebote sie nicht halten und darum IHN nicht lieben!!! (Der Wiedergeburtschrist Gottes!)

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  5. @Wahoonie:

    Echt, im Mittelalter haben die Kirchen an der Prostitution verdient? In welcher Form war das denn?

    Gruß

    PS: Die Frage ist ernst gemeint. Überraschen würde es mich nicht, in den Kirchen nahm man es mit der Wahrung der eigenen Grundsätze ja noch nie so genau

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  6. hei, wer waffen segnet, der darf auch mit ihnen handeln und dem mammon dienen! sind schließlich nicht die waffen die töten, sondern die menschen 😛

    und pornographie, das ist so gut wie prostitution und da haben die kirchen schon im mittelalter gut dran verdient.

    und überhaupt, was erwartet man eigenlich von solch bigotten institutionen? moral?

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