Ein Glückskeks in Bayern


Karma oder Kebab?
Hanswurstiaden heute: Der Dalai Lama holte sich in Passau einen Preis ab

Von Colin GoldnerJW

Was den Dalai Lama ausgerechnet in die ostniederbayerische Provinz verschlagen hat, dahin, wo Deutschland mit Abstand am schwärzesten ist?Vielleicht kam er sich ja gerade in dem Passauer Mief aus gefühlt tausendjähriger Herrschaft von CSU und katholischem Klerus wie zuhause vor.

Jedenfalls nahm er mit Begeisterung die Einladung an, als Ehrengast dem niederbayerischen Forum »Menschen in Europa« beizuwohnen, das, gesponsort von der Passauer Neuen Presse (PNP), alljährlich Politprominenz sogenannter wertekonservativer Ausrichtung zu einem »Austausch jenseits des Protokolls« auf die Bühne bittet. Helmut Kohl war schon dagewesen, auch Gerhard Schröder oder Horst Köhler, vor ein paar Jahren sogar Michail Gorbatschow. In diesem Jahr also der Dalai Lama, der, wie Angela Merkel oder Madeleine Albright vor ihm, mit dem sogenannten MiE-Award ausgezeichnet werden sollte.

In der PNP war kaum mehr von anderem die Rede als vom anstehenden Besuch des »tibetischen Staatsoberhauptes« (!), seitenweise war von seiner legendären Ausstrahlung die Rede, seinem Charisma, seiner nachgerade ozeanischen Weisheit. Eintrittskarten bekamen neben den geladenen Gästen nur Abonnenten der PNP, die gleichwohl 25 Euro pro Ticket hinlegen mußten. 20 Karten wurden mit großem Brimborium verlost, wozu auch eine Reihe an Quizfragen zu beantworten war, etwa »Wie lautet der Mönchsname des 14. Dalai Lama? a) Obiwan Kenobi, b) Tendzin Gyatsho, c) Mahatma Gandhi«, oder »Welcher Begriff spielt im Buddhismus eine zentrale Rolle? a) Konto, b) Karma, c) Kebab«.

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