Lichtnahrung – total vegan


Gefahr oder Erleuchtung? Ein Film über Menschen, die behaupten, nur von Licht zu leben, entzweit Anhänger und Zweifler. Physiker raufen sich die Haare. Der Regisseur P.A. Straubinger fühlt sich missverstanden.

Von Doris KrausDie Presse

„Am Anfang war das Licht“ behauptet der österreichische Regisseur und Filmkritiker P.A. Straubinger. Das Problem in den Augen seiner zahlreichen Kritiker ist allerdings, dass danach auch nichts anderes mehr kommt. Es bleibt beim Licht. Straubinger hat sich nämlich auf die Spuren von Menschen begeben, die alle behaupten, man könne sich nur von Licht ernähren – und es teilweise auch tun. Sie leben angeblich von „Prana“, der aus Licht gewonnenen Lebensenergie. Die „Lichtnahrung“ (Die „Presse am Sonntag“ berichtete am 21. Februar 2010 darüber) ist höchst umstritten – nicht zuletzt deshalb, weil es drei dokumentierte Todesfälle gab.

Dem indischen Weisen, dem „Mataji“, Prahlad Jani, der seit knapp 70 Jahren weder gegessen noch getrunken haben will, geht es hingegen blendend. Im Film ist er das am schwersten zu knackende Mysterium eines Menschen, der ohne Speis und Trank auskommt. Straubinger beschreibt eine wissenschaftliche Studie, der sich Prahlad Jani unterzogen hat. Zehn Tage lang begab sich der Asket unter die Kontrolle indischer Ärzte, wurde rund um die Uhr videoüberwacht und dazu verpflichtet, die ersten fünf Tage nicht mit Wasser in Berührung zu kommen. Danach durfte er baden und gurgeln. Die Wassermenge wurde jeweils abgemessen.

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15 Comments

  1. Das ist eines der Probleme – heute ist von allem meist zu viel.

    Zu viel Fett, zu viel Zucker, – und genauso gut zuviel Gutsein…

    Es ist richtig, wenig Fleisch zu essen – auch um Tiere zu schonen. Aber es ist nicht richtig, Mangelzustände hinzunehmen. Diese mit modernen Technologien auszugleichen wäre ein Weg, aber das können sich nur reiche nationen leisten.
    Und das meist auf Kosten armer Nationen.

    ist halt ne komplexe Sache. Daher – ich esse wenig Fleisch, aber wenn, dann mit Genuß.
    Muß aber jeder für sich entscheiden. Hier in Europa kann man das jedenfalls.

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  2. Es ist nicht „…krude…“, wenn jemand versucht, auf eine Weise zu leben, die möglichst wenigen Tieren den Tot bringt. Es handelt sich immerhin um bewusstseinsfähige Lebewesen, die da getötet und meist auch noch unnötig gequält werden. Fleischkonsum ist immer auch eine ethische Frage, dies muss bei allen theoretischen Diskussionen beachtet werden. Auch kann man sich mal überlegen, wie viel Fleisch/Fisch man noch essen würde, wenn man die Tiere selbst schlachten müsste. Es könnte vielen Lebewesen viel sinnloses Leid erspart werden, wenn man nur etwas bewusster einkaufen würde, das weiß jeder von sich selbst…

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    1. tischl

      Es ist nicht „…krude…“,

      Stimme dir zu. Es wird aber ganz schnell krude wenn die Veganer im Stile der Ernährungstaliban den Rest der Welt Aasfresser schimpfen und meinen sie hätten nicht nur graduell die bessere Moral und Ethik.
      So wie du das schreibst kann ich sagen I agree.

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  3. der Mensch ist KEIN Fleischfresser.

    Aber es ist noch komplizierter: auch „Fleischfresser“ fressen nicht ausschließlich „Fleisch“. hat zwar immer (logischerweise) mit Angebot und Chancen zu tun, aber eben, bitte genau hingucken.

    Caniden (zB Wölfe) fressen bevorzugt Fleisch, allerdings auch die vorverdauten Futterpflanzen ihrer pflanzenfressenden Beutetiere (Verdauungstrakt SAMT Inhalt). Sie fressen ebenso Insekten (die halt leider wegen geringer Größe uneffizient sind) und graben sich mitunter auch Knollen etc aus (zugegebnermaßen hauptsächlich in Mangelsituationen).

    Guckt man die Wale an (die von hirschverwandten Huftieren abstammen, -> pflanzenfressenden), so gibt es derzeit Walarten, die Fleisch fressen (Zahnwale), welche die Fisch fressen, und welche die Krill bzw Plankton filtern….

    SOOOO einseitig ist es also gar nicht.

    Der Mensch? der ist ein Omnivore, nicht spezialisiert – aber er benötigt Eiweiß für seine Hirnentwicklung (was bedeutet, daß voll veganisch ernährte Kinder unter bestimmten Umständen eine Minderentwicklung des Hirns erleiden…)
    Das muß allerdings nicht unbedingt Muskelfleisch sein. Insekten tun das genauso.
    Gibt nur ein klitzekleines Problem (nein, nicht der Ekel – den könnte man verlernen) – viele Insekten enthalten giftige Anteile.
    Fleisch jedoch nicht (und wenn, riechen sie auch entsprechend…). Normalerweise.

    Was also die Verbindung zwischen Veganer Lebensweise und Lichtnahrung ausmacht?

    Das Unwissen, die Gläubigkeit in eine krude Idee, und das dysfunktionale Denken.
    Zu „Licht essen“ sag ich mal nix.

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  4. @ Stefan
    Du hast natürlich Recht, dahinter steckte keine Absicht oder ein „Plan“, es ist nur im Laufe der Evolution so entstanden, und es hat sich bewährt.

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  5. @Karsten

    Auch wenn ich ein Fleischfresser bin, muss ich dir widersprechen.

    Es ist nicht so, dass die Natur „extra dafür gesorgt hat, weil …“

    Du unterstellst eine bewußte Absicht, die es nicht gibt. Die Tatsache, dass es Jäger/Beute gibt (das fängt ja schon im Kleinsten bei einzelligen Organismen an) ist evolutionär praktisch unumgänglich gewesen.

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  6. @ Achim
    danke für den Link, habe mich mal direkt mal mit den Argumenten befasst.
    Du sprichst von einer „Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Spezies“. Da kann ich dich beruhigen, ich behandle Schweine, Rinder, Hühner, Puten etc. gleich 😉
    Woher leitest du die „Tierrechte (so etwa das Recht auf physische und psychische Unversehrtheit)“ ab? Diese Rechte existieren nicht! Die Natur hat extra dafür gesorgt, dass es auch Fleischfresser gibt, damit sich eine Art nicht überproportional vermehren kann. Der Mensch ist halt ein fleischfressendes Tier, und deshalb habe ich ebensowenig ein Problem damit, ein anderes Tier zu essen, wie der Löwe, der eine Gazelle reisst.
    Ich wette das der Löwe auch noch nicht von deinen Tierrechten gehört hat…

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  7. Der Film passt schon zu unserem alpenländischen österreichischen Gesamtbildnis.
    In Zeiten der Mindessicherung und stark fallenden Einkommen muss ganz einfach eine Alternative her! Probieren wir es halt einmal, wird schon nicht so schlimm sein!!
    Das gilt auch für Veganer, obwohl sie in diesem blog nichts verloren haben. Geht doch auf die freien Bergwiesen, die nicht mehr bewirtschaftet werden, da ist genug Futter vorhanden, auch für die Lichtnahrungsanhänger gibt es oben am Berg mehr Sonne als im Tal. Doch genau dort trifft man diese Spezies nicht, sondern ganz normale Menschen, im Tal zu kotzen ist halt allemal leichter!!!
    Die Deppen sterben nicht aus, früher gab es in jedem Dorf einen „Dorftrottel“ heute nennen sie sich halt anders und sind in der WK organisiert!!!

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  8. Veganismus ist eine Ernährungsweise, die aus ethischen Überlegungen bewusst auf das Töten von Tieren verzichtet, sie hat mit dieser esoterischen Lichtnahrung nicht das Geringste zu tun. Hier einen Zusammenhang zu suggerieren ist kompletter Unfug…

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  9. @karsten: einfach mal auf den entsprechenden Seiten (http://maqi.de etc.) nachlesen.

    @nickpol: Warum beantwortest Du nicht die Frage: „Gibt es irgendeinen Grund, im Titel – ohne jeden Bezug zum Inhalt – esoterischen Blödsinn (Lichtnahrung) mit ethisch Notwendigem (Veganismus) zu verquicken?“

    Nun ja, mit der Wahl des Terminus „veganisch“ im Kommentar hat sich die Frage eigentlich fast erübrigt: http://maqi.de/glossar/veganisch . Also offenbar ein Diffamierungsversuch.

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  10. Gibt es irgendeinen Grund, im Titel – ohne jeden Bezug zum Inhalt – esoterischen Blödsinn (Lichtnahrung) mit ethisch Notwendigem (Veganismus) zu verquicken? Oder ist das nur ein peinlicher Versuch, Antispeziesismus zu diskreditieren?

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  11. Das Thema wurde letztens von Ullrich Berger auf dem scienceblog thematisiert und dort wird auch der Beleg vorgebracht, dass der Versuch mit Phralad Jani eben nicht ein verblüffendes Ergebnis hatte. Ganz im Gegenteil.

    Ich fand „We feed the world“ von P.A. Straubinger wirklich gut. Schade, dass er hier anscheinend nicht die Distanz, die er dort gewahrt hat, eingehalten hat.

    Gruß

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