Geheuchelte Neutralität


Quelle: hu-berlin.de

Jahrzehntelang hat der deutsche Staat auf die komplizierte Gretchenfrage: „Wie hast du’s mit der Religion?“ die sehr einfache Antwort gegeben: „Entspannt.“ Diese Haltung entsprach durchaus den realen Verhältnissen. In diesen hatten es sich der Staat und die christlichen und jüdischen Religionsgemeinschaften auskömmlich eingerichtet – der Staat durch seine Verpflichtung zur religiösen Neutralität, die Religionsgemeinschaften durch ihre Anerkennung als Körperschaften öffentlichen Rechts und andere staatlich gewährte Privilegien.

Frankfurter Rundschau

Mit der Entspanntheit ist es jedoch seit längerer Zeit vorbei. Nicht nur leiden die christlichen Kirchen unter galoppierendem Bedeutungsverlust, mit Millionen Migranten muslimischen Glaubens haben sie auch Konkurrenz bekommen.

Wie kann der zur Neutralität verpflichtete Verfassungsstaat auf die veränderte Lage reagieren? Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, auf diese Frage nach überzeugenden Antworten zu suchen. Der 68. Deutsche Juristentag hat damit am Mittwoch begonnen.

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Bei evangelisch.de liest sich das dann so:

In Berlin fand bis heute der Deutsche Juristentag statt. Zu Beginn wurde dort auch über das Verhältnis zwischen Staat und Religion gesprochen. Am meisten Aufsehen erregte ein Vortrag des Berliner Rechtswissenschaftlers Christoph Möllers, in dem er die religiöse Neutralität des Staates bezweifelt und unterstellte „die Identifikation von Normalgesellschaft und Christentum in Deutschland“ sei ein Erbe des Nationalsozialismus.

Der 1969 geborene Möllers ist ein äußerst renommierter Staatsrechtler, der u. a. für die Bundesregierung arbeitet. Als Historiker ist er ganz offensichtlich ein bisschen einäugig und bereit, Fakten etwas zu „dehnen“, wenn es gegen die Kirchen geht. Als ich den grundsätzlich Möllers‘ Thesen zustimmenden Artikel von Christian Bommarius (einem wirklich schwer erträglichen Vertreter des deutschen Bessserwisser-und-Gesinnungsjournalismus) in der „Frankfurter Rundschau“ las, hatte ich spontan den Gedanken „Na, das klingt ja wie eine Verlautbarung der ,Humanisten“.“ Einmal googeln bestätigte, dass Möllers tatsächlich im Juni auf einer gemeinsamen Veranstaltung der „Humanistischen Union“ (die sich allerdings im Gegensatz zum „Humanistischen Verband“ immer als ,nicht-weltanschaulich’ definiert) und der Berliner Humboldt-Uni einen Vortrag gehalten hat. Zur Freude der ideologisch entsprechend eingestimmten Zuhörer sprach er von einer „christlichen Schieflage des Religionsbegriffes unserer Verfassung“.

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5 Comments

  1. Man sollte sich die verlinkten Seiten mal anschauen. Der Beitrag auf evangeliotisch.de ist ein Blog-Eintrag von jemandem, der offensichtlich Hitler-fixiert ist.

    Da es ein Blogeintrag ist (und damit kein „offizieller“ Bericht), sei es dem Autor auch erlaubt, ausschliesslich ad hominem zu argumentieren:

    Möller ist natürlich kein Historiker, deshalb „dehnt“ er da ein wenig. Ausserdem hat er sich erfrecht, seinen Vortrag inhaltlich an einem Vortrag, den er schonmal woanders (bei der Humanistischen Union zusammen mit der Berliner Humboldt-Uni) vorgetragen hat, zu orientieren.
    Ausserdem war’s andersrum!

    Bommarius ist ein „wirklich schwer erträgliche[r] Vertreter des deutschen Bessserwisser- und -Gesinnungsjournalismus“.
    Ausserdem war’s genau andersrum!

    Gut wird’s dadurch natürlich nicht.

    In dem verlinkten Eintrag verlinkt er selbst noch auf einige „Argumente“, die doch wohl beweisen würden, daß:

    a) diejenigen Christen, die sich den Nazis „anbiederten“, natürlich keine „echten Christen“ waren,
    b) Hitler im tiefsten Innern eigentlich Moslem war (dabei schwob dem nur eine Staatsreligion vor, die ähnlich straff organisiert, also „islamisch“, d.h. „unterwerfend“ und „gehorsam“ ist) und vorhatte, nach dem Endsieg mit allen Kirchen Schluss zu machen und insbesondere den Papst auf dem Petersplatz hängen zu lassen.

    Es ist aber klar: wenn jemand eine derartig verzerrte Realitätssicht hat und ihm mal ein kurzer Blick auf die reale Realität gegönnt ist, dann schnappt er als erstes „Sackra! das ist ja total verzerrt!“.

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  2. @nickpol:
    „…Kannst du mir mal verraten, was das mit dem Thema zu tun hat?…“

    Wie humorlos, gleich mit den Statuten zu kommen…

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