Vom Genom zum Organismus


Quelle: n24.de

Max-Planck-Forscher untersuchen den Einfluss von Proteinen auf die DNA

»In den Genen liegt unser Schicksal«, hieß es noch vor 20 Jahren: Denn egal ob sich jemand kriminell verhalte, ob er hetero- oder homosexuell sei oder stark dem Alkohol zuneige – all dies werde vorrangig von seinen Erbanlagen bestimmt. Eingedenk der enormen Vielfalt des Menschlichen fielen auch die Schätzungen über die Zahl der menschlichen Gene anfangs recht hoch aus. Von 100 000 war die Rede, dann von 60 000. Dass es deutlich weniger sein könnten, hielt seinerzeit kaum ein Biowissenschaftler für möglich.

Von Martin KochND

Die Überraschung in der Fachwelt war daher groß, als auf Grund neuer Studien die Zahl der menschlichen Gene auf 25 000 und schließlich auf rund 19 000 reduziert werden musste. Demnach hätte ein Mensch ungefähr so viele Gene wie eine Maus! Da zwischen beiden Säugetieren jedoch ein kaum übersehbarer Unterschied besteht, ist es offenkundig nicht allein die Summe der Gene, die einen Organismus ausmacht.

Welche Faktoren hierbei noch mitspielen, wird heute im Rahmen der sogenannten Epigenetik erforscht, zu deren Gegenständen auch die Wechselwirkung von DNA und Proteinen im Zellkern gehört. Denn damit der rund zwei Meter lange DNA-Faden in dem nur wenige Mikrometer »dicken« Zellkern überhaupt Platz findet, ist er wie bei einer Spule um spezielle Proteine (Histone) gewickelt. Dies geschieht allerdings nicht kontinuierlich. Es bilden sich vielmehr einzelne Verpackungseinheiten, die aus jeweils 147 Basenpaaren und acht Histonen bestehen und in den Chromosomen perlenförmig aneinandergereiht sind.

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