EU nimmt kirchliche Steuerprivilegien unter die Lupe


Brüssel setzt Italien wegen Steuerprivilegien zugunsten des Vatikans unter Druck. Die EU-Kommission plant eine Untersuchung gegen Rom wegen unerlaubten Staatshilfen zum Vorteil des Heiligen Stuhls. Diese widersprechen den Wettbewerbsgesetzen. Das Verfahren wird Mitte Oktober in die Wege geleitet, berichtete EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia.

Von MICAELA TARONIwirtschaftsblatt.at

Die rund 100. 000 Immobilien, die die Kirche in Italien besitzt, sind von der Regierung Berlusconi im Jahr 2005 von der Pflicht befreit worden, die Immobiliensteuer ICI zu zahlen. Ein Jahr später hat die Regierung Prodi ein weiteres Gesetz verabschiedet, nachdem nur jene Kirchenimmobilien nicht besteuert werden sollen, die keinen Umsatz generieren. Das Gesetz werde jedoch öfters umgangen, heißt es in Brüssel. Von kirchlichen Orden verwaltete Hotels, Geschäfte mit religiösen Souvenirs, Pfarreikinos und private katholische Schulen würden die Immobiliensteuer ICI nicht zahlen, obwohl die Kirche mit ihnen lukrative Geschäfte mache. Dies bedeute für den italienischen Staat fehlende Steuereinnahmen in Millionenhöhe. Außerdem müssen kirchliche Wohltätigkeits- und Fürsorgeorganisationen nur 50 Prozent der Gesellschaftssteuer IRES zahlen.

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4 Comments

  1. Das schöne an Europa ist….wenn die Italiener wegen Begünstigung der Kirche ihre Steuervorteile kassieren müssen..werden andere EU Staaten ihre Begünstigungen der Kirchen auch einstellen müssen. Innovation die uns im 19. Jahrhundert von den Fürsten vorenthalten wurde kommt jetzt (wenn auch im Schneckentempo) durch die Europa. ;-))

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  2. @ Grüezi, raskalnikow

    Wann wird denn der FIFA-Chef Josef Blatter mal hinsichtlich seiner Korruptionsaffairen, die ein englischer Journalist noch vor der WM ans Licht gebracht hat, unter die Lupe genommen ? Davon hört man seit geraumer Zeit nichts mehr. Hoffentlich wird der Blatter Sepp nicht nochmals in seinem Amt als FIFA-Präsident bestätigt.

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  3. Wann werden die steuerlichen Privilegien und die traditionellen Subventionen an die beiden christlichen Kirchen in unserem Lande unter die Lupe genommen ?

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  4. Es ist doch so typisch: Gerade die reichsten Subjekte zahlen am wenigsten Steuern. Warum sollte der Vatikan da eine Ausnahme sein?
    Hier in der Schweiz sind die Kirchen steuerbefreit, ich nehme an in Deutschland ist das auch so, sonst hätten die Scientologen ihre Zentrale nicht in Berlin. Gewaltige Geldströme bleiben dadurch unbesteuert und narren die Bürger, welche dadurch gleich dreifach die Kirchen unterstützen: (1) Mit ihrer Kirchensteuer, (2) mit Staatlichen zuwendungen und (3) entgangenen Steuereinnahmen.
    Fussball ist übrigens auch eine Religion, jedenfalls zahlt ihre Organisation – die Kirche FIFA – auch keine Steuern. Die FIFA erwirtschaftet zwar hunderte von Millionen Euro, zahlt an ihrem Hauptsitz in Zürich keine Steuern. Angeblich sei die FIFA eine „gemeinnützige Organisation“.
    Es ist wie immer: Die Kleinen hängt man, die Grossen lässt man laufen.

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