Atheismus: oft primitiv oder grausam


Tomas Halik, Quelle. wikimedia.org

Der tschechische Professor Thomas Halik, Romano-Guardini-Preisträger 2010, hat den Atheismus als „Reinigung des Glaubens“ bezeichnet. Viele Atheisten seien Menschen, die ihre eigenen Vorstellungen von Gott zurückweisen würden, sagte Halik anlässlich der Preisverleihung am Montag dem Münchner Kirchenradio. Diese Vorstellungen seien aber oft grausam oder primitiv. Durch den Dialog zwischen Atheisten und gläubigen Christen könne man aber der Wahrheit auf die Spur kommen.

Münchner Kirchenradio

Es sei eine der wichtigsten Aufgaben der Kirche, Zweifelnde ernst zu nehmen und ihnen als Dialogpartner entgegenzutreten. Dass der traditionelle Volksglaube abnehme, bezeichnete Halik als „große Chance“. Im Unterschied zu früher gingen die Menschen heute nicht mehr in die Kirche, weil sie sich dazu verpflichtet fühlten, sondern weil sie es wirklich wollten. Sie entschieden sich nicht aus gesellschaftlichen, sondern aus persönlichen Gründen für oder gegen den Glauben.

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5 Comments

  1. …ich denke auch, dass in erster Linie die Überschrift etwas missverständlich ist.
    Z.B. „Atheisten: Primitive oder grausame Vorstellung von Gott“ wäre wohl dichter dran.
    Egal: Wahrheit existiert für mich eh nicht, daher is mir wurscht wer sich dieser wie annähert… 😉

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  2. Ich kenne weder die Rede zur Preisverleihung von Halik im Wortlaut noch sein sonstiges Werk.
    Im zitierten Text jedenfalls bezieht sich das „grausam oder primitiv“ nach meinem Verständnis lediglich auf die „eigenen Vorstellungen von Gott“, die eben von Atheisten „zurückgewiesen“ würden. Das erscheint mir eher als der typische Strohmann-Vorwurf, Atheisten würden mehrheitlich ein fundamentalistisches Gottesbild kritisieren, das von den meisten Gläubigen gar nicht mehr vertreten werde. Dass nun die Position von Atheisten in toto als „grausam und primitiv“ bezeichnet werden soll, kann ich aus dem Text nicht entnehmen.
    Ob sich nach Lektüre des Wortlauts bzw. des Kontextes ein anderes Bild ergibt, kann ich natürlich nicht beurteilen.

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  3. Der Atheismus mag Gottgläubigen primitiv und grausam erscheinen. Die Sache ist allerdings die, dass sich der Atheismus eben dem geistigen Niveau der Religioten anpassen muß, um von denen überhaupt wahrgenommen zu werden. Mit religiös verblendeten und glaubenshörigen Leuten kann man leider nicht auf einer höheren philosophischen Ebene diskutieren. Dazu fehlt denen der Wille, die Dinge zu hinterfragen, anstatt nur an traditionelle Mythen, Legenden und Märchen zu glauben.

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  4. oh, wieder einer, der den erwünschten Text abliefert wie bestellt.

    Wie sagte doch der extra eingeladene kath. Priester, als ich mein Kind von Reli abmeldete?
    „Aber Frau X, die Kinder müssen doch Werte und Moral lernen…“

    und dazu braucht man die Kirche. Ah, ja.

    Und wenn man es nur oft genug wiederholt, wirds auch wahr. Daß die Ungläubigen die unmoralischen und grausamen sind.
    Nicht etwa Religiöse, die die Konkurrenzreligiösen wegklatschen, wie man immer mal wieder hört.
    Oder eigene Abweichler hart maßregeln.

    nein, die Ungläubigen sind die Fiesen Typen.

    spiels noch mal Sam.
    Wir müssen es nur GLAUBEN.

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