Vermeidbare irdische Höllenfeuer


Von Alexandra ExterND

Shahada« ist der Film eines deutschen Muslim über deutsche Muslime, ein Film, der eine kipplige Balance hält zwischen Religionskritik einerseits und dem Respekt vor der Religion und denen, die sich ihren durchaus widersprüchlichen Regelwerken unterwerfen, auf der anderen Seite. Ein Film über die viel zitierte migrantisch-muslimische Parallelgesellschaft, gedreht von einem Erstlingsregisseur, der selbst als Sohn afghanischer Flüchtlinge in Deutschland aufwuchs.

Und damit ein Film, dem die allgemeine Anerkennung und das Einheimsen öffentlich finanzierter Preise von Anfang an in jede Zeile seines Drehbuchs eingewoben war. Ein Film aber auch, der mittelalterlich anmutende religiöse Gebote in eine (weitgehend) aufgeklärte Gesellschaft zurückträgt, die diese mehrheitlich längst hinter sich gelassen hatte.

»Shahada« handelt von exemplarischen Fällen eher als von konkreten Menschen, von drei jungen Berliner Muslimen, die auf ihre je unterschiedliche Art in Konflikt mit den Glaubensregeln geraten, von beispielhaften Figuren eher als von nachvollziehbaren Persönlichkeiten.

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