Gott, Allah und der Föderalismus


Quelle: zenithonline.de

Von Miriam Shabafrouz und Annegret Mählerzenithonline.de

Nur einige hundert Meter Asphalt trennen die beiden Gotteshäuser. Auf der einen Seite schimmert das Sonnenlicht auf der Goldkuppel der Nationalmoschee. Auf der anderen Seite der Straße glänzt das Kupferdach der Nationalen Kathedrale. In Abuja, der nigerianischen Bundeshauptstadt, stehen Christentum und Islam einander direkt gegenüber.

Die Nähe von Moschee und Kirche soll Gleichberechtigung und Frieden zwischen den Religionen symbolisieren. Doch die Eintracht trügt. Immer wieder liefern sich Christen und Muslime in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas blutige Auseinandersetzungen. Im Februar wurden 500 Christen in der Stadt Jos von wütenden Muslimen brutal ermordet. Einen Monat zuvor waren umgekehrt mindestens 300 Muslime von Christen niedergemetzelt worden.

Der nigerianische Literatur-Nobelpreisträger Wole Soyinka erklärte im März gegenüber dem britischen Independent, dass er seine Heimat mittlerweile für einen »failed state« halte. Er schließe nicht aus, dass das 150-Millionen-Einwohner-Land zerfallen würde, sagte Soyinka. Erst kürzlich, im September 2010, gründet er eine neue Partei, um einen politischen Weg zur Neustrukturierung und Stabilisierung des Landes anzubieten – die »Demokratische Front für eine Föderation des Volkes« (DFPF).

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