Selbstmorde: US-Evangelikale warnen vor „Gay-Agenda“ in Schulen


In "Gay-Straight Alliances" zeigen Jugendliche an manchen Schulen, dass Schwule und Lesben bei ihnen willkommen sind. Bild: jglsongs / flickr / cc by 2.0

Christliche Aktivisten in den USA warnen ihre Anhänger davor, dass schwul-lesbische Gruppen die Selbstmorde von Schülern, die zuvor wegen ihrer sexuellen Orientierung gemobbt worden waren, für ihre Zwecke „ausnutzen“.

queer.de

In den letzten drei Wochen sind fünf Selbstmorde von schwulen Teenagern bekannt geworden, die zuvor über Mobbing an Schulen oder Universitäten geklagt hatten. In den Medien erregte besonders der Suizid eines 18-Jährigen aus New Jersey für Aufsehen: Der Student hat sich umgebracht, nachdem ihn ein Zimmergenosse beim Sex mit einem Mann gefilmt und seine Homosexualität schließlich publik gemacht hatte (queer.de berichtete).

Die christlich-konservative Lobbygruppe Focus on the Family, die mit einem jährlichen Budget von 140 Millionen Dollar zu den größten gesellschaftlichen Interessengruppen zählt, warnt nun zunehmend davor, dass Gesetze gegen mobbende Schüler zu einer Unterdrückung von Christen führen könnten. „Schwule Aktivisten wissen, dass sie den Kulturkampf gewonnen haben, wenn sie Herz und Verstand der nächsten Generation einnehmen kann“, warnt Candi Cushman, die für Focus on the Family die homofeindliche Kampagne True Tolerance gestartet hat. Als „Kulturkampf“ bezeichnen Konservative in den USA die Auseinandersetzung um bestimmte gesellschaftliche Themen, die evangelikale Christen als besonders wichtig ansehen. Neben der Homo-Ehe wehren sich die religiösen Aktivisten auch gegen Abtreibung, eine Verschärfung des Waffenrechts oder die Erwähnung der Evolutionstheorie im Schulunterricht.

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