Religion: Flüssiger als Wasser – überflüssig!


 

Foto: Lars Fröhlich/WAZ FotoPool

 

Wie sieht die religiöse Zukunft in Deutschland aus? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt das Mülheimer Projekt „Jugenddialog 2020“. Dabei wurde deutlich: Für manche ist sie nur eines, nämlich längst schon „überflüssig“.

Von Alexander Neuhaus – DERWESTEN

Obwohl 1Live-Moderator Olli Briesch ihn am Dienstagabend beim Projekt „Jugenddialog 2020“ in Mülheim als letzten Redner auf das Podium bat, war es der Atheist und das Mitglied des Exzellenzclusters „Religion und Politik“, Sven Speer, der einem lebhaften Abend die erste Dynamik verlieh. Religion in Zukunft sei für ihn vor allem eines: „überflüssig!“ Die Frage, ob nicht auch Atheisten auf das Fundament der christlichen Werte bauten, kam für Speer offensichtlich nicht überraschend. Die Kirchen hätten auf gewisse Werte keineswegs ein Monopol.

Im Gegenteil, gerade die Werte, die allgemein anerkannt seien, machten die Kirche überflüssig. Soziales Engagement oder Nächstenliebe seien bei Atheisten keineswegs weniger stark ausgeprägt. Immerhin solle man eines bedenken: Die Zahl der Gläubigen sei in Deutschland stetig sinkend und dennoch gebe es heute mehr Wohlstand und Lebensqualität denn je zuvor.

Verbundenheit zum Islam

So war es wohl kein Zufall, dass Ruhrbischof Franz-Joseph Overbeck nicht diese allgemein akzeptierten Werte als größte Chance der katholischen Kirche preiste, sondern deren „Alleinstellungsmerkmale“ – darunter das Zölibat, die Sexualmoral und auch die Rolle der Frau in der Kirche.

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