Muslimische Schläger und christlicher Missbrauch


 

Tacheles, screenshot Brightsblog

 

Schüren Medien mit ihrer Berichterstattung Islamfeindlichkeit? Wie fair ist die Berichterstattung über die Kirchen etwa in der aktuellen Missbrauchsdebatte? Darüber stritten der nordelbische evangelische Bischof Gerhard Ulrich, der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir, der Welt-Herausgeber Thomas Schmid, der Autor Kay Sokolowsky („Feindbild Moslem“) und die deutsch-türkische Schauspielerin Nursel Köse (aktuell zu sehen im Kinofilm „Die Fremde“).

tacheles -Talk am roten Tisch

Wie gefährlich ist der Islam, fragt der Stern. Ein „Mekka Deutschland“ prophezeit der Spiegel. In der Tageszeitung Die Welt ist die Rede von „muslimischen Schlägern“. Sind solche Schlagzeilen Ausdruck eines Feindbildes Moslem?

Kay Sokolowsky: Ja, genau damit zeigt sich islamfeindliche Berichterstattung. Zu viele Journalisten suchen die Pauschalisierung, und damit beginnt rassistische Hetze – ohne dass das unbedingt gewollt ist. Es gibt durchaus kritische Berichterstattung, die das Klischee vermeidet. Aber Menschen herabzuwürdigen wegen eines pauschalen Vorurteils gegen eine bestimmte kulturelle oder religiöse Tradition, das ist Rassismus.

Thomas Schmid: Wenn ich unsere Zeitung, die Welt, und andere liberale und konservative Blätter betrachte, sehe ich ein neues Interesse daran, den Islam zu verstehen. Es gibt keinen Streit mehr darüber, dass Integration und Koexistenz verschiedener Kulturen notwendig sind und dass man viel dafür tun muss. Dafür steht auch der – zugegeben späte – Versuch, mit der Islamkonferenz einen Weg der Verständigung zu suchen. Hetze betreiben nur ein paar Gruppen am Rand.

Wenn die Welt von „muslimischen Schlägern“ schreibt – wäre auch denkbar, von „christlichen Schlägern“ zu berichten?

Gerhard Ulrich: Diese Schlagzeile ist deutlich über die Kante. Hier wird ein Klischee bedient und wird Angst geschürt. Zu fragen ist, mit welchem Ziel berichtet wird – geht es darum, die Auseinandersetzung zu fördern und das Wissen über einander zu mehren? Geht es um einen Begriff von Integration, der nicht nur meint, du bist herzlich willkommen, wenn du so wirst, wie wir sind? Oder geht es darum, sich Ängste nutzbar zu machen?

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1 Comment

  1. Wieder einmal 100% Opferbewusstsein. Es ist für Muslime offensichtlich völlig undenkbar, dass sie selbst auch Verantwortung für die momentane Situation tragen. Das muslimische Selbstbewusstsein ist dermaßen im Keller, dass auch minimale (Selbst-)Kritik nicht ertragen werden kann, gerade die Fähigkeit zur Selbstreflexion wäre aber Grundvoraussetzung für eine positive Veränderung. Die Medien unterstützen diesen Selbstbetrug tatkräftig, sie bestätigen meist die muslimische Auffassung, dass alle Ursachen der bestehenden Probleme ausschließlich außerhalb Community zu finden sind…

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