Ohne Partner schlafen ist besser


 

In der Schlafmedizin ist guter Schlaf erholsamer Schlaf . Dass der nicht immer mit dem Partner verbunden ist, geht aus einer Studie hervor. Demnach schlafen Frauen neben ihrem Partner schlechter. Foto dpa

 

Derzeit tagen 1800 Schlafexperten aus dem deutschsprachigen Raum beim Schlafkongress in Bremen. Die Bremer Schlafmedizinerin und Kongress-Präsidentin Svenja Happe hat mit Redaktionsmitglied Daniel Wehner über Schlafstörungen, Evolutionstheorie und Bananenmilch gesprochen.

Nordsee-Zeitung

Wie viel Schlaf braucht ein Mensch pro Tag?

Kurzschläfern genügen teils fünf Stunden, Langschläfer benötigen bis zu elf Stunden. Im Schnitt brauchen die Menschen in Deutschland siebeneinviertel Stunden. Frauen schlafen durchschnittlich übrigens eine Stunde länger als Männer.

Woran liegt das?

Das hat genetische Gründe. Wir unterscheiden in Lerchen- und Eulentypen. Die Lerchentypen gehen früh ins Bett und stehen früh auf, bei den Eulentypen ist es umgekehrt. Dass Frauen länger schlafen, ist dagegen schwer zu erklären. Meine Hypothese dazu: Es hat mit der Evolution zu tun. Frauen sind im Schnitt kleiner als Männer. Bei Säugetieren ist es zum Beispiel so, dass sie umso länger schlafen, je kleiner sie sind. Etwa schlafen Hamster länger als Elefanten.

Schläft man denn besser alleine oder zu zweit?

Auch das hängt damit zusammen, ob man eine Frau oder ein Mann ist. Laut einer Studie aus Österreich schlafen Frauen mit ihrem Partner neben sich schlechter. Männer schlafen dagegen besser. Auch das könnte evolutionsbedingt sein, da Frauen sich am Anfang um die Kinder kümmern und schneller wach werden.

Demnach sind Frauen stärker von Schlafstörungen betroffen?

Die Schlafmedizin kennt mehr als 80 verschiedene Schlafstörungen. Von der häufigsten Schlafstörung, der Insomnie (Ein- und Durchschlafstörung), sind Frauen im Verhältnis drei zu zwei gegenüber Männern betroffen. Insgesamt leiden in Deutschland 10 Prozent der Bevölkerung, etwa 820 000 Menschen, darunter. In der Regel nehmen Schlafstörungen ab dem 40. Lebensjahr zu. Insgesamt denke ich, dass jeder Dritte Schlafstörungen kennt.

Es heißt, wer Probleme mit Ein- und Durchschlafstörungen hat, müsse in seinem Umfeld auf gute Schlafhygiene achten. Was bedeutet das?

Das bedeutet, dass man regelmäßige Bettzeiten einhält und tagsüber nicht länger als 30 Minuten schläft. Darüber hinaus sollte man auch keine schweren Mahlzeiten vorm Schlafengehen zu sich nehmen, keinen Alkohol in größeren Mengen trinken, und keinen Sport vorm Einschlafen betreiben.

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5 Comments

  1. Sorry, ich wollte eigentlich einen tollen Kommentar zu diesem Thema hinterlassen. Leider bin ich dabei aber eingeschlafen !

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  2. „…Derzeit tagen 1800 Schlafexperten…“

    Wieder so ein nichtssagendes Geblubber. Schlimmer als jede Schlafstörung ist allerdings die Experten-Plage in diesem Land…

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